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Was die Entstehungswege anbelangt, so sind sie nach
v. Krafft-Ebing *) auf geänderte Gefühle und Leistungen auf
genitalem Gebiet zu beziehen. „Während im Anfang der
Alkoholismißbrauch eine temporär aphroditische Wirkung aus
übt und die Erregbarkeit und die Erregung genitaler Centren
steigert, führt er doch später zu einer Phase der Erschöpfung
und schließlich zum Untergang der Funktion“. Dabei bleibt
die Libido meist erhalten, häufig sogar in gesteigertem Maße.
Dazu kommt dann noch die Frigiditas uxoris; deren Gründe
sind hauptsächlich: Abneigung gegen den rohen brutalen, viel
fach im Rausch den Coitus begehrenden Mann; dann Abneigung
gegen den infolge der Ejaculatio tardiva für das Weib pein
lichen und schmerzhaften Coitus überhaupt. Später kommt
noch die absolute oder relative Impotenz des Mannes dazu.
Dies sind nach v. Krafft-Ebing 2 ) „die psychisch-phy
sischen Elemente, aus denen der Eifersuchtswahnsinn sich ent
wickelt, sobald im Verlauf des chronischen Alkoholismus ein
gewisser Grad intellektueller und ethischer Schwäche ein
getreten ist“.
Ähnlich wird von den meisten Autoren die Genese des
Eifersuchtswahns gekennzeichnet.
Gramer 3 ) meint, „daß der Trinker entsprechend seinem
depravierten Charakter bei seiner häufigen Abwesenheit vom
Hause gelegentlich daran denkt, daß seine Frau gute Gelegen
heit habe, mit einem anderen anzubinden. Seine infolge des
Alkoholmißbrauchs anfangs gesteigerte Potenz nimmt ab, seine
Frau, der er zuwider wird, ist ihm nicht mehr so zu Willen
wie früher.“ Er wird mißtrauisch und sucht und findet jetzt
vermeintliche Beweise für die Untreue seiner Frau. Ein zufällig
am Hause vorüber gehender Mann, ein kurzes Gespräch der
*) l. c.
®) 1. c.
3 ) Binswanger-Siemerling, Lehrbuch der Psychiatrie (Alkohol
psychosen).