Full text: Die instrumentelle Beckenmessung seit dem Jahre 1886 und eine Vereinfachung der v. Bylicki'schen Beckenmeßmethode

20 
einzuwenden. Mechanisch zunächst kann die Schraube keinen Schaden 
anrichten, da sie mit den Weichteilen wegen der deckenden Kapsel AB 
gar nicht in Berührung kommt. Auch der freie Band der Kapsel ist 
ganz flach abgeschliffen, damit er keinen Schaden anrichten kann. 
Wenn nun das ganze Instrument vor dem Gebrauch in auseinander 
geschraubtem Zustand ausgekocht ist und bis zum Gebrauch in Lysol 
oder einem anderen Desinfiziens gelegen hat, so dürfte das Instrument, 
und insonderheit die glatten Oberflächen, welche allein mit den Weich 
teilen in Berührung kommen, genügend steril sein. Auch kann bei 
dem engen Abschluß der Hohlkapsel auf dem Hohlstab IC kaum 
Vaginalsekret und damit gefährliche Mikroben an die Schraube oder 
Schraubenmutter gelangen. Dagegen könnte man sich, um ganz sicher 
zu gehen, noch besser schützen, indem man vor der Einführung des ^ 
Instrumentes über den Band der Hohlkapsel einen Bing von Gummi 
oder Durit legte. 
Ein nicht zu leugnender Nachteil des Instrumentes ist der, daß 
der leichte Gang der Schraube, wenn durch unvorsichtige Behandlung 
des Instrumentes grober Schmutz in die ziemlich engen Hohlräume 
gelangt sein sollte, gestört werden könnte. Solches läßt sich wohl 
aber bei einiger Sorgfalt vermeiden. Während meiner ömonatigen 
Erfahrung ist das bisher leicht gelungen. 
Das Instrument wird aus einer Metallegierung hergestellt, welche 
nicht rostet, was von Wichtigkeit ist, da in den Hohlräumen desselben 
die Vernickelung schlecht ankommen kann. 
In der Anbringung des Meßstabes am Halse möchte ich eine 
kleine Änderung vorschlagen. Gauss hat an dieser Stelle, um eine 
Fehlerquelle auszuschalten, 
welche hier dem Bylicki- 
schen Modell anhaftete, das 
Instrument so gestaltet, wie 
aus Fig. 5 zu ersehen ist. 
Er ging von dem Ge 
danken aus, daß man beim 
Messen mit dem hinteren 
Ende des Stabes um einiges 
über den zu messenden Punkt 
hinaufgleiten könne, was wir 
bestätigen können, und daß 
man dann bei rechtwinkliger 
Anbringung des Stabes am Halse anstatt der Linie AC etwa eine 
größere Linie AK zu messen bekomme, s. Fig. 4, welche ich der Arbeit 
von Gauss entnommen habe. Zugleich brachte Gauss an dem knopf 
artigen Vorsprunge bei C die kleine Bille für den Fugenknorpel an. 
Die genannte Fehlerquelle in dem Modelle von v. Bylicki auszu 
schließen und den Fugenknorpel ganz sicher zu fassen, gelingt nach 
meiner Meinung Gauss nicht ganz sicher. Wenn, was mehrfach vor 
kommt, der Fugenknorpel hinten höckerig vorspringt, so gleitet der 
Fig. 4.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.