Full text: Ein Fall von Prolapsus coli invaginati bedingt durch ein submucöses Lipom

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einem Abschnitte des Dünndarmes. In das Lumen des 
Darmes springt ein wallnußgroßer Tumor vor, welcher breit 
basig von der Darmwand ausgeht. Er hat die Serosa etwas 
gegen die freie Bauchhöhle zu vorgewölbt, doch spingen 4 /s 
derselben gegen das Darmlumen vor. 
Der Tumor hat den Darm nach innen, absteigend soeinge- 
stülpt,daßeran der Spitze deretwaöOcm langenlnvagination sitzt. 
Microscopisch ist die Geschwulst aus Fettzellen zusam 
mengesetzt und sitzt zwischen Mucosa und Muscularis. 
II. Ninaus. 1 ) 
32 jähriger Mann hatte in den letzten Monaten wiederholt 
an kolikartigen Schmerzen in der Ileo-coecalgegend gelitten. 
Kurz nach einer Mahlzeit aus Mehlbrei heftige Schmerzen 
im Leibe. Auf Abführmittel kein Stuhlgang. Am folgenden 
Tage Erbrechen, allmählich sich steigernd, fäculenteu Geruch 
annehmend. 
Am 5. Tage heftiges Erbrechen, 30 X am Tage. Am 
8. Tage Stuhlgang mit Blut vermengt, am 10. ebenso, aber 
mit Eiter. Von da ab rasch zunehmende Besserung, nur 
noch Schmerzen in der Blinddarmgegend und täglich 5—7 
sehr übelriechende Stühle. 
Erst 26 Tage nach Anfang der Krankheit ging mit dem 
Stuhlgang ein großes Darmstück ab, 120 cm lang, 10—12 cm 
breit, weich und schlaff, überall Spuren von Darmzotten und 
Peyerschen Drüsenhaufen zu erkennen. Der Dünndarm war 
größtenteils geschlossen; auf der einen Seite geht er in einen 
talergroßen, abgeschnürten, lappigenTumor über, dessen Gewebe 
sich als ein von der Submucosa ausgehendes polypöses Lipom 
auswies. Der Verfasser betrachtet diese Neubildung als die 
eigentliche Veranlassung zur Entstehungder Invagination. 
Patient war nachher niemals ganz gesund. 
III. Vois. 8 ) 
Der Tumor wurde als gänseeigroße Geschwulst gefühlt, 
*) über einen Fall v. Invagination. Sitzungsbericht des Vereins 
der Ärzte in Steiermark 1871. 
*J Lipom i. Rectum, med. Invagination af Tannen. Norsk. Magazin 
for Lagevidenskab 1881.
	        
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