Full text: Beitrage zur Kenntnis des Xeroderma pigmentosum

13 
desselben Geschlechts, hier wie meistens, Knaben, 
erkrankt sind, paßt sich ganz der Analogie anderer erblicher 
Krankheiten an. Allerdings wird das Bild dadurch etwas 
gestört, daß ein Knabe ganz verschont gewesen sein soll. 
Er lebte schon zu Riiders Zeit nicht mehr, doch habe ich 
mich selbst an mir vom Yater vorgelegten Photographien 
überzeugt, daß in einem Alter von ungefähr 8 Jahren an der 
Haut seines Gesichtes und seiner Hände keine wesentlichen 
Yeränderungeu bestanden. Die noch lebenden Schwestern 
sind alle gesund; über die Art der Todesursache der im 
Alter von 33 Jahren gestorbenen ist mit Sicherheit nichts zn 
ermitteln. Sie soll monatelang für gravide gehalten worden 
und dann ziemlich schnell zu Grunde gegangen sein. Jeden 
falls bestehen keine Anhaltspunkte dafür, daß sie an Karzinom 
litt. Rüder legt in seiner Besprechung besonderen Wert 
auf die Nachforschung, ob in der Familie, besonders in auf 
steigender Linie, Krebs irgendwelcher Art vorgekommen sei. 
Er kommt dabei zu einem negativen Resultat. Da die 
Karzinombildung aber doch entschieden etwas sekundäres 
ist, will mir dies als nicht übermäßig wichtig erscheinen. 
Auch dadurch, daß bei den Voreltern keinerlei Krankheits 
erscheinungen zu Tage traten, sind nicht die geringsten Gegen 
beweise gegen die Ererbung der Anlage gebracht. Wie bei 
anderen analogen Leiden müssen wir auch hier annehmen, 
daß die Disposition bei den Voreltern bestand, jedoch bis 
zur vorigen Generation durch eine günstige Keimmischung 
latent blieb; erst durch die Verwandschaftsheirat traf eine 
Summe von krankhaften Anlagen aufeinander und führte zum 
Ausbruch der Erscheinungen bei den Kindern. Vater und 
Mutter unserer Patienten waren Geschwisterkinder. Sie 
brachten vom gemeinsamen Großelternpaar ihren Teil krank 
hafter Disposition mit und addierten es zu einander, so daß 
die Summe genügte, bei den Kindern den labilen Zustand 
aufzuheben. Der Vater ererbte seinen Teil durch die Ver 
mittelung seiner Mutter, die Mutter den ihren durch die ihres
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.