Volltext: Zeitungsband (1928, Bd. 4)

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erscheinen, mußte sein Begleiter, Lankan, mit 
schwere!: Kopf- und Beinverletzungen in das hies. 
Krankenhaus eingeliefert werden. Ter Wagen 
mit den Milchkannen und Milchflaschen ging in 
Trümmer, das Pferd wurde getötet. Der Kraft 
wagen wurde gleichfalls sehr schwer beschädigt. 
Die Chaussee mußte bis zur Aufräumung an der 
Ilnglücksstelle gesperrt werden. Der Wagenführer 
berichtete, den Magen, der vorschriftsmäßig rechts 
und beleuchtet fuhr, nicht gesehen zu haben. 
x. Neumüuster, 3. Dez. Seinen Verletzungen 
erlegen ist der 43jährige Dachdecker Gustav Ahrens, 
der am Sonnabend vom Dach des vierstöckigen Hau 
ses Hansaring 42 stürzte. — Beim Zigarettenrauchcn 
fiel in der Friedrichstraße ein junger Mann plötzlich 
bewußtlos zu Boden und zerschlug sich den Kopf. 
In der Polizeiwache ward ihm Hilfe zuteil. Ein 
Bekannter des Verunglückten, der ihm die Zigarette 
gegeben hatte, wurde von der Polizei zwecks Verneh 
mung festgenommen. 
Mm DWMŞfchm. 
am. Neuenkirchen, 2. Dez. Bertretcrtagung 
des Elsbotzelverbandes. Heute hielt der Schleswig- 
Holsteinische Eisboßelverband seinen 34. Vertreter- 
tag im Bahnhofshotel ab. Aus allen Teilen der 
Westküste hatten sich die Vertreter eingefunden, 
um die reichhaltige Tagesordnung zu erledigen. 
Der Vorsitzende des hiesigen Boßelvereins, Maack, 
begrüßte u. bewillkommnete die Erschienenen. Da 
rauf eröffnete der Verbandsvorsitzende, der Boßcl- 
lehnsmani: und Amtsvorsteher Timon aus Oldens 
wort, die Sitzung. Der Hauptverband besteht aus 
3 Unterverbänden: Dithmarschen, Eiderstedt und 
Norden. Der Unterverdand Eiderstedt, der 14 
Vereine zählt mit 806 Mitgliedern, war durch 17 
Vertreter vertreten. Der Unterverband Norden 
hat 8 Vereine mit 434 Mitgliedern. Er hatte 9 
Vertreter entsandt. Dithmarschen weist in 22 
Vereinen eine Mitgliederzahl von 1105 auf und 
war durch 23 Abgeordnete vertreten. Dazu kamen 
4 Verbandsvorstandsmitglieder, fo daß der Ver 
band von 53 Abgeordneten vertreten wurde. Den 
Jahresbericht für das verflossene Jahr erstattete 
der 1. Schriftführer Jakob Jenfen-Hufnuu So 
dann folgten die Berichte der Unterverbände. Der 
Kassenbericht lautete folgendermaßen: Den Ein 
nahmen von 1225 2XJA. stand eine Ausgabe von 
556,85 R.4l gegenüber, so daß man über einen 
Kassenbestand oon 668,15 verfügte. Anschlie 
ßend genehmigte man den Haushaltsplan für 1929. 
Die satzungsgemäß ausscheidenden Vorstandsmit 
glieder Timon-Oldenswort (1. Vors.) und I. Jen- 
sen-Husuni (1. Schriftführer) wurden einstimmig 
wiedergewählt. Einem Antrage des U.-Verbandes 
Norden, den anteiligen Unterftützungsantrag für 
die Boßelzeitung im Betrage von 40 R.A jährlich 
zu ermäßigen, wurde entsprochen. Die Anteile 
der U.-Verbände wurden wie folgt festgesetzt: Dith 
marschen 56. RAl, Eiderstedt 40 R-.1t und Norden 
20 3iM und zwar nach Maßgabe der Mitglieder 
zahl. Für das kommende Jahr 1929 hat der 
Landsmännische Boßelverein die Verbandsvertre 
ter nach Kiel eingeladen. Die Tagegelder der Vor 
standsmitglieder wurden beibehalten (6 R-41 pro 
Tag, 3 RZl pro lstacht und Fahrgeld 3. Klaffe). 
Einen recht breiten Raum nahmen die Besprechun 
gen betreffs die Boßelzeitung ein. Nach längerer 
Debatte war man einmütig für das Weiterbestehen 
derselben. Zum verantwortlichen Schriftleiter 
wurde der Kirchfpielschreiber W. Peters-Hemming- 
stedt gewählt. Sodann nahm man Stellung zu 
einer Unfallversicherung. Man nahm aber bald 
davon Abstand und zog eine Selbstversicherung 
vor dergestalt, daß eine Kommission in außerge 
wöhnlichen Notfällen über Bereitstellung von 
Verbandsmitteln beschließt. Von dein zusammen 
gestellten Doßelliederbuch soll zunächst ein Probe-, 
abdruck angefertigt werden und dieser einer ein 
gehenden Prüfung unterzogen werden. Eine Aus 
sprache benötigte noch das Feldmeisterschaftsboßeln 
und das Verbandsboßelfeft in Tönning. Zum 
Schluß dankte der Vorsitzende den Vertretern für 
die Sachlichkeit die bei den Verhandlungen ge 
herrscht hatte. Mit einem dreifachen Dank Lüch op 
für den gastgebenden Verein wurde die in aller 
Einmütigkeit verlaufene Sitzung geschlossen. 
cz. Marne, 3. Dez. Autounglück. Auf der 
Chaussee zwischen hier und Helfe fuhr am Sonn 
abend um 21 Uhr ein hiesiges Privatauto in eine 
mit zwei Damen besetzte Gig hinein. Es war ein 
Glück, daß die Damen durch den Anprall in großem 
Bogen aus dem Gefährt flogen; denn dasselbe wurde 
zertrümmert. Die Damen erlitten erhebliche Ver 
letzungen und mußten ärztliche Hilfe in Anspruch 
nehmen. — Fischereiverein Friedrichskoog. Die vom 
Fischerverein Fàdrichskoog am Hafen geschaffene 
Lichtanlage hat 1068 RAl gekostet. Der Verein er 
hielt vom Deutschen Seefischerei-Verein eine Beihilfe 
von 500 Rftt und von der Gemeinde Friedrichskoog 
100 Roll. Der Rest ist vom Verein bezahlt worden. 
as. Wrohm, 2. Dez. Zur großen Armee abbe 
rufen wurde der 85jährige Rentner Peter Clau- 
ßen aus Hattstedt bei Husum, der hier im Haufe 
seiner Tochter den Lebensabend verbrachte. Der 
alte Veteran ist Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. 
Klaffe von 1870-71 und anderer Auszeichnungen. 
Der hiesige Kriegerverein, dessen Ehrenkamerad 
der Verstorbene während seines Hierseins war, 
wird nach einem Verfammlungsbefchluß feiner 
sterblichen Hülle das Celeite bis an den Dorfaus 
gang geben und auf dem weiteren Wege bis zum 
Friedhof seiner Heimat die Fahnen- und Kranz 
abordnung mit dem Ehrengeleit betrauen. — 
Suderinann-Abend. Es ist ein eigen Ding, das 
Wort „Heimat": In Wort und Bild und Ton fin 
det es mannigfachste Deutung. Was aber der am 
Bußtagabend fo plötzlich verstorbene Dichter Her 
mann Sudermann in feinem vieraktigen Schau- 
fpiel „Heimat" in dieses Wort hineinlegt, das 
offenbarte uns am Sonnabendabend in trefflicher 
Form die Wiedergabe durch die Norddeutsche 
Schauspielgesellschaft Lundt: Wie grundverschieden 
der Sinn des Wortes Heimat sich in der Welt der 
gottbegnadeten Künstler kundtut gegenüber der 
Auffassung in den: engen (gesicht skr eis einer Fa- 
milie, bereit Sein und Werden auf Traditionen 
fußt, das wußten d:e Darsteller und Darstellerin 
nen in ganzer Hingabe an ihre Rollen erschütternd 
«, nrnntuo*. .’;'»-»".".«, 
wiederzugeben. Bedauerlich war der schwache B» 
such, der sich aber.auch aus den sich häufenden Ber. 
anstaltungen der letzten u. der kommenden Wochen 
erklären dürfte. — Am Nachmittag spielte die 
Theatergesellschaft für die Kinder das Märchen- 
fpiel „Das verzauberte Schloß". Auch hier ließ 
der Besuch sehr zu wünschen übrig, da das schlecht« 
Wetter den Kindern benachbarter Schulen die 
Teilnahme unmöglich machte. 
Ņŗeetz, g. Dez. Schwerer Anglüüsfall. Heute 
'"Pen um 5 Uhr ereignete sich beim Freudenhol- 
Ģehôlz ein schwerer llnglücksfall. Ein von 
schOņ kommender Kraftwagen.fuhr mit voller Ee- 
z-v'Nd-gkeit in den Milchwagen der Sophienhofer 
^lerei. Der Milchhändler Lehnte, sowie sein 
Gleit^x Lankau, beide von hier, stürzten vom 
und blieben besinnungslos liegen. Mäh- 
die Verletzungen Behnkes nicht als schwer 
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«eiajiUstnn dev Fa. Friek-. Heide kommt 
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d liuigegend und bittet geil. Aufträge an 
^ Hohenweitcdter Zeitung einzureichen. 
I Merübei ist aSie CHaslales*ei mit dies* Wäsclie I 
:n überall in der Provinz statt u. werden öffentliche Vorführungen später bekanntgegeben 
WÊÊÈÊmm 8 «llrê.ieïfcäfät ’S 
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Hier ist die Wahrher 
KeSn Siampicr 1 Kein Rumpeln! Kein Bürsten! Keän Stao^üaa-! 
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iiUaiRvaririeb Kar Sîhteswig-Mals'ein 
ttzehoer 
Straße 22 
Ifzehoer 
S:raße 22 
Buttcrkontrolle, die am 14./15. Oktober 1924 ge 
gründet wurde. Der Geschäftsführer der Butter- 
kontrollstelle, Landwirtschastsrat Wurm, gab be 
kannt, daß auch tu diesem Jahre an solche Meie 
reien, die die Bestimmungen der Butterkontroll 
stelle zwei Jahre lang restlos erfüllt und bei den 
Butterprüfungen niemals versagt hätten, die kleine 
silberne Plakette verliehen würde. Diese Plakette 
konnte 7 Mciercibctriebsleitern zuerkannt werden. 
Die große silberne Plakette wurde dem Betriebs 
leiter Holm-Steinseld verliehen. Alsdann fand 
eine Neuwahl für die bestimmungsgemäß aus der 
Butterkontrollstelle ausscheidenden 8 Meiereifach- 
lente statt. Es wurden gewählt: Mahlstedt-Hohen 
felde, Babbe-Osterstcdt und Witt-Bistoft. — Ober- 
landivirtschaftsrat Keifer-Berlin gab in seinem mit 
großem Beifall aufgenommenen Vortrag „Die 
deutsche Milchwirtschaft" einen Ueberblick über die 
nationalen und internationalen Bedentimgen ber 
deutschen Milchwirtschaft und führte ». a. folgendes 
aus: Es kann keinem Zweifel unterliegen, baß 
die Milchwirtschaft innerhalb der Betriebszweige 
der Landwirtschaft der bedeutendste ist. Wir können 
dies schon an der Tatsache erkennen, daß wir in 
Deutschland 10 Millionen Kühe haben und diese 
10 Millionen Kühe während eines Zeitraumes von 
durchschnittlich 300 Tagen fortgesetzt Milch erzeu 
gen. Die Milch ist für den landwirtschaftlichen 
Betrieb eine Einnahmequelle während des ganzen 
Jahres. Ihre Vermehrung ist eine Forderung, die 
von allen Seiten immer wieder erhoben wird und 
die sich ans die Tatsache stützt, daß wir in Deutsch 
land angeblich nicht in der Lage sind, unseren Eigen 
bedarf an Milch, Butter und Käse zu decken. Die 
Einfuhr an Butter und Käse hat sich gegenüber der 
Frieöenszeit rund verdreifacht. Hier muß unbe 
dingt Abhilfe geschaffen werden. Der Redner gab 
seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß cs bei sorg 
fältiger Kontrollarbeit im Lause der nächsten 10 
Jahre gelingen wird, wenigstens die Hülste der 
deutschen Buttereinfuhr durch eigene Qualität zu 
ersetzen. Schleswig-Holstein hat bisher die Pionier 
arbeit in dieser Richtung geleistet, und ganz 
Deutschland blickt heute auf diese Provinz. — An 
den Vortrag schloß sich eine lebhafte Aussprache. 
fahr der übermäßigen Blutanffrischung durch die 
Einfuhr dänischer Hengste hin und gab zu denken, 
ob cs nicht richtiger sei, die Hcngstaufzucht unserer 
Heimat durch Anschaffung eines erstklassigen engli 
schen Snsfolkhengstes auf eine bisher nicht erreichte 
Höhe zu bringen. Das Tier, dessen Anschassungs- 
kosten etwa 28 000 ļftJi betragen dürfte, müsse na 
türlich nur solchen Stuten zugeführt werden, die 
von einer besonderen Kommission ausgewählt wer 
den. Endgültiger Beschluß in dieser Angelegenheit 
soll in einer Generalversammlung gefaßt werben, 
die am 20. Dezember in Husum stattfindet. Der 
Beschickung der großen landwirtschaftliche» Aus 
stellung 1929 in Hamburg sonne der ebenfalls im 
nächsten Jahre von der D. L. G. veranstalteter 
Ausstellnng in München wurde zugestimmt. 
i!^ kleine Anfrage im Landtag zu der Einfuhr 
Ļ dem Vertrieb dänischer Rinder durch die 
Landwirtschaftskammer. 
l! q J^ Berlin, 3. Dez. In einer dem Preußischen 
Ä zugegangenen Kleinen Anfrage der 
flin_ .’l Fraktion wird auf Zeitungsnachrichten 
áî»ņ>^.ņş?ņ> wonach sich die Geschäftsstelle der 
rticha jtskamm e r Schleswig-Holsteins am 
Schlachtvichmarkt mit Einfuhr und 
fkà'îeb dänischer Rinder befasse. Es wird ge- 
ieQ Staatsministerium diese Zustände 
t sind und ob es bereit ist, der Landwirt- 
ļ'che àj'i.Ņr Schleswig-Holsteins diese geschäft- 
'oetätigung zu verbieten. 
EM MWM für §MMch? m Ml. 
Kiel, 3. Dez. Im Hauptausschuß des Staatsrats 
wurde nachstehender Antrag angenommen: In: land 
wirtschaftlichen Institut der Universität Kiel ist eine 
Professur für Tierzucht neu zu errichten, klm Mehr 
ausgaben über den Haushalt hinaus zu vermeiden, ist 
eine der im Haushalt vorgeschriebenen zwei neuen 
Professuren zu streichen. 
Alàîs MrLterlrmgsn. 
Bon der Viehzucht in Stapelholm. 
Am 8. d. Mts. hält der Bezirksverein für SHort- 
hvrnzucht in Stapelholm eine Versammlung in Erfde 
ab. Der 8. Dezember ist der Eründungstag, an dem 
vor 28 Jahren elf Landwirte der Landschaft Stapel- 
holm zusammentraten, den Verein zu gründen. De: 
Verein entwickelte sich aufsteigend bis zum Jahre 1922, 
wo er 289 Mitglieder mit 959 eingetragenen Tieren 
hatte. Im Jahre 1923 erfolgte der große Austritt 
wegen der Zahlung der Beiträge in Goldmark, die 
von dem Verbände Schleswig-Holsteinischer Short- 
hornzüchter nachgehoben werden mußten. Heute zählt 
der Verein 138 Mitglieder mit 463 eingetraenen 
Tieren. Die Iahresrechnung schließt mit einem Kasten- 
bestand von 898 R.A ab, so Latz der Verein auch in 
Zukunft finanziell weiter bestehen kann. 
SMM MesĢl' 
Sonnabendnachmittag um 1,18 Uhr wurde eine 
zahlreich besuchte Mitgliederversammlung des Ver 
bandes Schlesiviger Pferdeznchtvereine von dem 
Verbanösvorsttzenden Geh. Oberregierungsrat 
Thomsen-Strnckum in den oberen Räumen des 
Gesellschaftshauses „Flora" eröffnet. Die Vor- 
stanösivahlen ergaben Wiederwahl des Berbands- 
vorsitzenden und Zuwahl der Herren Carstenscu- 
Süöerbrarup und Eckhorst, Provinz Lübeck. Der 
umfangreiche Geschäftsbericht wurde von Dr. Peter- 
scu-Husnm erstatttet, der auch eingehend über die 
Leistlingsprüfung 1928 berichtete. Geheimrat Thom 
sen hielt sodann einen äußerst anregenden Vortrag 
über Zuchtmethodcn unter besonderer Berücksichti 
gung der Schleswiger Zpcht. Er wies auf die Ge-
	        
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