Full text: Casuistischer Beitrag zu den Luxationen im Handgelenk auf Grund pathologischer Zustände

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Verkrümmung des Radius auch eine leichte der Ulna be 
merkbar, Das Längenverhältnis zwischen Radius und Ulna 
an beiden Unterarmen gieht folgendes Schema wieder: 
Radius Ulna 
R. 20 22,5 cm 
L. 16,5 20,5 cm. 
Hieraus ist eine allgemeine Verkürzung des von der Defor 
mität befallenen linken Unterarms und eine ira Verhältnis 
zum rechten Arm viel größere Verkürzung des gekrümmten 
Radius im Vergleich mit der Ulna ersichtlich. Poulsen 
machte den Versuch, durch eine Osteotomie mit folgender 
einmonatlicher Fixierung der Hand in Dorsalflexion die 
Deformität mit ihren Folgeerscheinungen zu heben, doch 
blieb die Operation ohne Erfolg. 
In seinem zweiten Falle handelt es sich um ein 13Vä 
jähriges Mädchen, bei dem die Deformation ebenfalls ohne 
prädisponierende Ursachen am linken Handgelenk auftrat. 
Die Untersuchung ergab eine nach außen konvexe und 
dorsal-konkave Verkrümmung des Radius in ganzer Länge, 
außerdem eine ganz leichte dorsal-konkave Krümmung der 
Ulna. Die Länge der Ulna betrug beiderseits 23 cm, die des 
linken Radius 21,5, des rechten 22 cm. Hier hatte eine 
Osteotomie, bei der der Radius von unten vorn nach hinten 
oben durchmeisselt und die Hand nach der Operation während 
eines Monats in Dorsalstellung fixiert wurde, guten Erfolg, 
indem die Hand ihre normale Beweglichkeit wieder erhielt 
und ihre volare Verschiebung beseitigt blieb. 
Ein Fall, den Kirmisson beschrieb, hat dadurch 
besonderes Interesse, daß die Krümmung des Radius dorso- 
konkav und ulna-konvex, also umgekehrt wie in allen anderen 
Fällen verlief, wodurch auch die Funktionsstörung entgegen 
gesetzter Natur war. Bei einem 13 jährigen Mädchen ent 
wickelte sich diese Deformität ira Alter von IO 1 /« Jahren 
unter Schmerzen und Müdigkeit zuerst im rechten Hand 
gelenk, 5—6 Monate später ebenso im linken. Der Fall 
ist ein Beweis dafür, daß die Funktionsstörungen lediglich 
durch die Richtung der Verkrümmung bedingt werden.
	        
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