Full text: Beitrag zur Kenntnis der Wirkung des Homoconiin

I 
/ 
H 
C — OH 
H 
Ce H„ CH 
0 
:Tropasäure, 
OH 
Co Hs — CH 
0 
: Mandelsäure. 
C 
OH 
Leider sind wir nicht, wie es wohl wünschenswert, über die 
Unterschiede zwischen der Wirkung dieser beiden Substanzen 
unterrichtet; bekannt ist, dass die beiden Stoffe ungemein ähnlich 
wirken, das Homatropin wesentlich schwächer als das Atropin. 
Dieses Verhalten des Atropin macht ja gerade die künstlich her 
stellbare Substanz praktisch so ungemein wertvoll, weil, wie be 
kannt, die mydriatische Wirkung am Auge nach Homatropinein 
träufelung viel schneller verschwindet als nach Atropin; können 
wir es auch nicht ziffernmässig belegen, so ist doch kein Zweifel, 
dass, ähnlich wie beim Morphin und Codein, auch bei Homatropin 
und Atropin die Wirkungskraft verstärkt ist durch das Einfügen 
der CH 2 Gruppe. 
Auch bezüglich des dritten oben erwähnten Paares homologer 
Substanzen sind wir leider bis jetzt schlecht unterrichtet. Cocain 
und Cocäthylin, wie W. Merck die von ihm künstlich dargestellte 
Substanz genannt hat, unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung 
auch wieder durch ein -f- von C H 2 , das dem Cocain zugefügt 
wurde. Bezüglich der Constitution beider Substanzen wissen wir 
zur Zeit nur, dass sie sich von einem stickstoffhaltigen Kern ab 
leiten, dem Ecgonin, einem Körper, der sowohl Alkohol- wie Säure- 
character besitzt. Das Wasserstoffatom der Alkoholhydroxylgruppe 
ist in beiden zu berücksichtigenden Substanzen durch das Radical 
der Benzoesäure vertreten, während das Wasserstoffatom der 
Carboxylgruppe in dem Cocain durch Methyl, in dem Cocaethylin 
durch Aethyl ersetzt ist. Beide Körper sind demnach Ecgonin-Ester. 
— Über die Wirkung des Cocain sind wir im allgemeinen gut 
unterrichtet, dadegen wissen wir über die Cocaethylinwirkung nur 
sehr wenig. Herr Prof. Falck stellte mit Hülfe eines ihm von 
Merck zur Verfügung gestellten Präparates fest, dass beide Sub
	        
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