Full text: Die griechischen Wörter im Französischen

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Die griechischen Wörter im Französischen 
djare (cat. batejar, afr. batoier), nqäzxtiv = vlt. *barattare (ital. ba- 
rattare, prov. cat. altspan. ptg. baratar, afr. bareter); doch lautet 
ipällsiv cl. lat. psallere (wohl von fallere u. dgl. angezogen) 1 ). 
Umfangreichere Besprechung erfordern die griechischen Nomina. 
Gewöhnlich bestimmte die griechische Nominativform die lateinische 
Deklinationsklasse, zu der das betr. Wort übertrat. Wörter auf -o?, 
gleichviel welches Geschlechts, wurden in der Regel den lateinischen 
Maskulinen auf -us der 2. Deklination, solche auf -rj den lateinischen 
Femininen der 1. Deklination (wo dorisches -a vorlag, wie in /xcc/avcc 
— machina wurde dies natürlich beibehalten), die auf -ov den lateini 
schen Neutris auf -um gleichgestellt. Ausnahmen sind selten und nicht 
häufiger als Verschiedenheit im Genus und im Auslaut bei schriftlatei 
nischen und vulgärlateinischen Wörtern nichtgriechischen Ursprungs. 
Welche Ursachen dabei gewirkt haben, ist im allgemeinen schwer zu 
ermitteln; doch wir wollen versuchen den einen oder den anderen Fall 
zu erklären. Für lat. ostrea (schriftsprachlich auch -um) = oaxgeov 
gibt Caper, Gr. Lat. VII, 110, 17 den Grund an: ,ostrea et ostreas, 
quia nullum animal speciale neutrum est‘; bei tumba = tvfißog (m.) 
wird der Gleichklang von cumba — xv^ßt] im Spiele sein; Uber vlt. 
*stroppa neben schriftlat. stroppus = axQÖcfog vgl. S. 30; vlt. *flebotoma 
(afr. flieme f.) stellt wohl ein aus einem Neutr. Plur. hervorgegangenes 
Fern. Sing, dar (neben (pleßörofios auch -ov), vgl. andere Werkzeug 
namen u. dgl. mit pluralischer Form, die die Zweiteiligkeit bezeichnen 
soll, z. B. ital. tanaglia, prov. tenalha, frz. tenaille = vlt. tenacula 
(Plur. zu tenaculum) 1 2 ). Gr. Feminina mit masculiner Endung wie 
yva&og, fffiagaydog mochten dem römischen Volke naturwidrig Vor 
kommen, daher solche Wörter im Vulgärlateinischen die Femininendung 
angenommen haben: vlt. *ganatha (th = # spirantisch gesprochen) 
= ital. ganascia, frz. ganache; vlt. *esmeralda = frz. emeraude, prov. 
esmerauda, span. ptg. esmeralda; vgl. auch schriftlat. argilla = ägyillog (f.). 
WennPflanzennamen gern zum Femininum übertreten, so geschieht es ohne 
Frage, weil solche Wörter im Lateinischen meist weiblichen Geschlechts 
sind; Beispiele: ßlnov vlt. *bletta = frz. blette, gacpuvog vlt. rafana (mehr 
fach in Glossen, vgl. Goetz, Thes. Gl. s. v. raphanus), xawußog vlt. canapa 
(CGLIII, 580, 17) *cannipa = rum. cänepä, cänipä j.cr^o-cqto»' lat. sesuma, 
sesima(vgl.Georges,LWF.)nebensesamum,xdpMroj'lat. carota=ital. carota. 
Die griechischen Neutra auf -/xcc, die in grosser Zahl ins Lateini 
sche aufgenommen worden sind (ein Verzeichnis bei Weise S. 48), 
1) Übrigens ist -are auch das gebräuchliche Ableitungssuffix, wenn das 
Lateinische von griechischen Nomina neue Verba bildet, z. B. *caumare (frz. 
chömer) von xav,ua, *podiare (ital. poggiare afr. poier) von jiodiov. 
2) Auch an frz. ciseaux, Innettes, jumelles, ne. bellows, pincers, scissors, 
snufifers, tongs u. s. w. werde erinnert.
	        
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