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Uebersicht der vorgenommenen geburtshülflichen Operationen.
Application der Kopfzange 7
Wendung auf den Kopf 1
Wendung auf die Fiisse ' 2
Extraction an den Füssen 2
Reposition der Nabelschnur J 2
Tamponade der Scheide (wegen Eclampsie) 1
Von den 112 Wöchnerinnen erkrankten an Puerperalprocessen
von diesen wurden hergestellt entlassen..., 13
reconvalescent in der Anstalt verblieben 1
„ in’s academische Hospital verlegt 2
„ in Privatwohnungen verlegt 4
es starben . .. 5
Von den 113 Kindern wurden gesund, rcsp. hergestellt entlassen
in der Schwangerschaft waren abgestorben
unter oder gleich nach der Geburt starben
in den ersten Eebenswochen starben
in der Anstalt verblieben
25
93
2
4
8
(5
Im Soinmerhalbjahre 1858 wurde die geburtshülfliche Klinik von 14, im Winterhalbjahre 185%
von 10 Zuhörern besucht.
Die Zahl der Geburten hat sich in dem verflossenen Jahre noch mehr vermindert, als es be
reits in dem vorhergehenden der Fall war. Die Ursache dieser Abnahme ist allein in der Mangel
haftigkeit des Locales zu suchen, welches nach keiner. Seite hin den nothwendigen Anforderungen
genügt. Abgesehen von der Unzweckmässigkeit der inneren Einrichtung ist der Raum viel zu klein.
Jede Ueberfüllung aber hat das Puerperalfieber im Gefolge, wie die Geschichte früherer Jahre
sattsam beweist. Es muss daher die Aufnahme, namnntlich in den Wintermonaten, wo der Zudrang
am lebhaftesten zu sein pflegt, sehr beschränkt werden. Dies kann natürlich nicht ohne Härte gegen
manche Hülfesuchende- und deren Heiinathscommjinen geschehen, und auf der anderen Seite wird
dadurch das dem Unterrichte dienende Mittel ungebührlich verkürzt. Trotz aller Vorsicht lässt sich
jedoch die Ueberfüllung nicht immer vermeiden. So war es im verflossenen Winter der Fall.
Das Puerperalfieber entwickelte sich sehr rasch mit grosser Heftigkeit und in der bösartigsten Form
und die Anstalt musste für längere Zeit ganz geschlossen werden. Schon vor 11 Jahren hatte
mein Amtsvorgänger Michaelis einen Neubau beantragt.. Nach eingetretenem Frieden im Herbste
1853 wurde dieser Antrag von mir erneuert. Das Königliche Ministerium ging bereitwilligst auf
denselben ein und erwirkte im Mai 1854 eine Königliche Resolution, wodurch neben dem Bau eines
allgemeinen Krankenhauses der Bau einer Gebäranstalt genehmigt, ein Theil des Schlossgartens
der Universität als Bauplatz geschenkt und sie ermächtigt wurde, zur Bestreitung der Baukosten
auf ihren Credit eine Anleihe bis zum Betrage von 175000 Thlr. Reichs-Münze zu eröffnen. Noch
während des Sommers wurden die ernstesten Vorbereitungen für den Beginn des Baues getroffen,
ein an den Schlossgarten stossendes Grundstück angekauft, eine Million Steine angefahren, ein
Brunnen gegraben. Im November 1853 wurden die von dem Ke Bauinspektor Herrn Krüger aus
gearbeiteten Detailpläne nebst den Kostenanschlägen eingereicht. Im Frühjahre 1855 wurde zur
Verzinsung der zu contrahirengen Bauschuld ein extraordinairer Beitrag von 4000 Thlr. jährlich in
das Universitätsbudget aufgenommen. Die Genehmigung, den Bau zu beginnen, erfolgte jedoch nicht