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Ueber die entgegenstehenden Schwierigkeiten drangen nur unbestimmte Gerüchte zu uns herüber.
Inzwischen erfuhr die Lage der Gebäranstalt eine wesentliche Verschlechterung, indem kaum fünf
zehn Schritte von ihren Mauern entfernt die städtische Gasanstalt angelegt wurde. Nach einer
Pause von drei Jahren wurde uns endlich im Sommer 1857 die erfreuliche Mittheilung gemacht,
dass das Königl. Ministerium sich für den Beginn des Baues entschieden habe, doch sollten die Bau-
projecte zuvor auf das Maass der disponiblen Geldmittel eingeschränkt werden. Die Grundzüge
dieser Reduction wurden in einer am 16. October unter dem Vorsitze des Universitäts-Curators und
in Gegenwart des Herrn Etatsraths Müllenhof, als Vertreter des Königl. Ministerii abgehaltenen
Conferenz festgestellt, und die demgemäss reducirten Baupläne zu Anfang Decembers eingesandt.
Die während des Winters in dem früher angelegten Hauptbrunnen wieder aufgenommenen Arbeiten
hatten ein sehr günstiges Residtat, indem sie ein reines und wohlschmeckendes Trinkwasser in über
reichlicher Fülle zu Tage förderten. Inzwischen trat eine neue Verzögerung ein durch das Anerbieten
der Stadt, der Universität einen Bauplatz auf städtischem Gebiete unentgeltlich zu überlassen. Ueber
dieses Anerbieten wurde auf Erfordern des Königl. Ministerii im Mai 1858 von den Hospitals-
directoren und dem Bauinspector Krüger ein gemeinsamer Bericht erstattet. Der Bericht wurde
darauf von dem Königl. Ministern) den städtischen Collegien zu einer ferneren Aeusserung mitge-
theilt, insbesondere darüber, ob sie für den Fall, dass die Hospitäler auf städtischem Gebiete erbaut
werden sollten, zu einigen ferneren, im Interesse derselben nothwendig erachteten Bewilligungen
bereit wären. Die städtischen Collegien beschlossen, nach dein veröffentlichten Protocolle, in der
Sitzung vom 14. Juli 1859 sich dahin zu erklären, „dass, so sehr auch von Seiten der Stadt die
Erbauung der Krankenhäuser auf dem fraglichen städtischen Platze gewünscht werde, die städtischen
Collegien dennoch Bedenken tragen müssten, zur Erreichung dieses Zweckes mehr Opfer zu brin
gen, als bereits dargeboten worden und dass daher, sofern die früheren Anerbietungen nicht für
genügend sollten befunden werden können, die städtischen Collegien nur wünschen könnten, dass
der von Seiten der Universität als sehr dringend bezeichnet«} Bau der Krankenhäuser auf dem ursprüng
lich projectirten Platze in der Brunswieck baldthunlichst in Angriff' genommen w'erdcn möge“. Seit
diesem Beschlüsse ist nun fast ein Jahr verstrichen, ohne dass eine Kunde über den Stand der
Bauangelegenheit zu uns gelangt wäre.
Dr. Litzmann.
10) Die pharmaeognostische Sammlung.
11) Das philologische Seminar.
Im Sommersemester 1858 konnten zum erstenmal sämmtliche sechs Stipendien an sechs ordent
liche Mitglieder vertheilt werden, indem nämlich zu den aus dem vorigen Semester verbliebenen
5 ordentlichen Mitgliedern: ./. P../. Petersen, Belirns, Boysen, Nissen, 2 rede, als sechstes Mitglied Sujg
hinzutrat. Die Gesammtzahl der Thcilnehmer betrug 12, interpretirt wurde der Trinuinmus der
Plautus. — Im Wintersemester 185,5 verlicssen J. P. J. Petersen aus Kliplev und Boysen die Universität,
dafür traten als ordentliche Mitglieder ein Bugen Petersen aus Heiligenhafen und Berblinger. Die
Gesammtzahl der Thcilnehmer betrug 10. Interpretirt wurde die 15. Idylle der Theocrit. Ausser
dem ward in beiden Semestern mit den Disputationen über schriftliche Arbeiten in gewohnter Weise
fortge fahren.
Im März 1859 wurde zum erstenmal das Examen für Schulamtscandidaten nach dem Normativ
vom Aug. 1857 abgehalten. Dr. phil. Jasper aus Schleswig, welcher früher und Dr. phil. Eugen Petersen