Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1858. (Band V.)

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Unter den bis jetzt bekannten Motoren gehört die Turbine zu den interessantesten. 
Für ihre Construktion bedient sieh die Praxis einer Anzahl Gleichungen, deren 
wissenschaftliche Emvickelung in Folgendem unsere Aufgabe bildet. 
Eine Turbine ist ein horizontales Wasserrad; ihre Beaufschlagung geschieht 
entweder von innen oder von aussen. Mit dem Turbinenrade steht ein Leitschaufel 
apparat in Verbindung, der bei Fourneyron’schen Turbinen im Innern des Rades, bei 
Jonval’schen über dem Rade angebracht ist. Das Wasser wird zunächst in den Leit 
schaufelapparat geleitet, aus diesem strömt es durch das Turbinenrad und setzt das 
selbe in Bewegung, indem es einen Druck gegen die Radcurven ausiibt. 
Die Aufgabe ist nun, eine Gleichung über den nutzbaren Effekt aufzustellen, 
den die Turbine liefern kann. In dieser Gleichung erscheinen alle für die Con 
struktion nothwendigen Grössen und diese Grössen werden später so bestimmt, dass 
die Effektsgleichung den nutzbaren Maximaleffekt ausdrücke. Wir erhalten die Glei 
chung für den Nutzeffekt, wenn wir von dem absoluten Effekt des Wassers sämmtliche 
Verlusteffekte abziehn, die beim Durchgang desselben durch den Leitcurvenapparat 
und die Turbine entstehn. Unsere Untersuchung gründen wir auf die Einrichtung 
einer Fourneyron’schen Turbine und wählen folgende Bezeichnungen: 
E„ = absoluter Effekt des Wassers. 
E„ = Nutzeffekt. 
Q = Wasserquantum in met. cub., welches auf die Turbine pro Secundc wirkt. 
H = Gefälle, d. h. die vertikale Höhe des Wasserspiegels über dem Mittel 
punkt der Oeffnungen für die Radcurven, wenn die Turbine in freier 
Luft geht. Geht sie in Unterwasser, so ist das Gefälle der vertikale 
Abstand zwischen den Wasserspiegeln des Ober- und Untergrabens. 
h = Tiefe des Mittelpunktes der Oeffnungen für die Radcurven vom Untor 
wasserspiegel. 
^ = 1000 kilg. = Gewicht 1 Cub. met. Wasser bei seiner grössten Dichte. 
g e= 9,808 met. = Beschleunigung der Schwere.
	        
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