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der die Kunst verstanden, Blei in Gold zu verwandeln, dem Schwedenkönige Gustav Adolph bei
dessen Anwesenheit in Lübeck 100 Pfund Gold geschenkt und seinen eignen Erben 1,700,000 Rtli.
hinterlassen habe, obgleich er als Kaufmann wenige Geschäfte machte, dass im ehemaligen Kloster
Walkenried ein Schatz gefunden etc. Bei Reyhers gläubiger Neigung zur Goldmacherei nimmt er
auch die unwahrscheinlichen Facta zu gläubig an und sucht die Zweifel zu beseitigen. So ist Gustav
Adolphs Anwesenheit in Lübek mindestens sehr zweifelhaft. Mit einem grossen Aufwand von Ge
lehrsamkeit werden die Ansichten mehrerer Juristen und anderer Schriftsteller über die Kunst, Gold
zu produciren, angeführt von Oldradus de Porte und Johannes Andreae bis auf Brunnemann, dessen
Leben ziemlich ausführlich erzählt wird. Von den übrigen juristischen Schriften nenne ich nur noch
die diss. de insulis vom Jahre 1676, de circumventione in contractibus licita, de intervallo ejusque
juribus, de remissione inventarii vom Jahre 1690, de luminum servitutibus, de crucifix. Jesu titulis,
puniendorum superdictionibus etc. vom Jahre 1694, de justitiae tarn commutativae quam distributivae
prpportionibus vom Jahre 1701, de singularibus alimentorum juribus vom Jahre 1702, de quartis et
in specie de quarta duplicata vom Jahre 1703, de officiis judicum vom Jahre 1705, de optionibus tarn
mascul. quam feminina vom Jahre 1706, de furto denuo iterato siye tertium patrato v. J. 1707, de
singularibus quibusdam obstagii juribus vom Jahre 1709. Sie enthalten einfache Darstellungen be
kannter Sätze. Verdienstlicher scheint die diss. de epactis solaribus praecipue vero de xi dierum ex
fastis restitutis et ad tempora concilii Nicaeni reductis exemtorum jure vom Jahre 1702, ihr Inhalt
ist aber mehr mathematisch als juristisch, und da mein College Prof. Weyer freundlichst die Dar
stellung der mathematischen Thätigkeit £. R. übernommen hat, so wird er auch diese Arbeit mit den
übrigen mathematischen Schriften R. beurtheilen.
Ueber Samuel Reyhers Thätigkeit in seinem Hauptfäche, welches nach dem Obigen das ma
thematische war, während des ersten halben Jahrhunderts der Kieler Universität (1664 1714), geben
zunächst die alten Lectionscataloge nähere .Auskunft, in welchen auch die absolvirten Vorlesungen,
Disputationen etc. angezeigt wurden (Indexpperarum absolutarum etc.). Da hierin auch manche astrono
mische Beobachtungen von Reyher enthalten sind, die sich sonst nicht weiter bekannt gemacht finden
und aus jener frühen Zeit immer noch wieder zur Vergleichung in Betracht kommen können, so
wird hier zuerst eine Zusammenstellung derselben mit einigen Nachweisungen vorzunehmen sein.
Wenn sie als astronomische Beobachtungen für die Zukunft einen um so grossem Werth erhalten,
je älter sie sind, so können sie auch wohl füglicher den ornamentis (Möller, Cimbr. liter, art. Reyher)
beigezählt werden, memorjam defuncti posteritati commendaturis, als Fons Reyherianus („der Rey-
hers-Brunn“) und das propugnaculum campestre in usura stndiosorum architccturae militaris, welches
R. in der Nähe der Stadt angelegt haben soll, oder sejne camera obscura, die ihm als Universal
apparat zu optischen Experimenten gedient, hat, welches alles nun längst verschwunden ist, leider auch
mit den von ihm benutzten astronomischen Instrumenten, die noch als Exemplare zur Geschichte der
Beobachtungskunst von Interesse wären- -
Lalande erinnert in seiner Bibliographie astronomique (Paris 1803) an. Reyhers astronomische
Beobachtungen bei der Anführung einer hier zufällig nicht vorhandenen Schrift: 1688 Kiliae, in 4.
Samuelis Reiheri Bacilli scxagcnales et de meridianorum differentüs accurate et facile inveniendis,
wozu Lalande bemerkt: 11 eta.it professeur ä Kiel; il y observa l’cclipse de solcil du 23. septembre
1699. Diese Finsterriiss ist nämlich in der Geschichte der Astronomie merkwürdig geblieben, weil
sie die erste Sonncnfinstcrniss war, aus deren Beobachtung die geographische Länge bestimmt wurde,
während man sich bis dahin nur der ungenaueren Methoden, seit Ptolenuius der Mondfinsternisse und
seit Galilei (1610) noch der Jupiterssatelliten bedient hatte. Dominic Cassini in Paris berechnete nun-
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