Volltext: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1856. (Band III.)

die daten die längen zu berechnen, den lauf der flüsse beschreibt er augenscheinlich 
so, wie sie auf der ihm vorliegenden karte hingezeichnet waren. * aber es soll von 
strassenzügen bei Honorius ‘keine spur’ Vorkommen, doch sehe man z. b. nur 
einmal die reihe der Städte Palmyra Damascus cet. bei ihm und auf der Peuting. an,, 
so wird man finden dass er regelmässig nach dem zuge der Strassen diejenigen 
aufzählt, die hier durch thürme und thore als die bedeutendem ausgezeichnet werden, 
und nach dem angehängten Schlusssatz war das werkchen nur für seine schüler bestimmt 
Und ward von einem seiner schüler wider seinen willen veröffentlicht, es sollte ihnen 
offenbar nur den nötigen Stoff zum memorieren geben und neben der karte gebraucht, 
Wle Cassiodor div. lect. c. 25 auch den zweck des büchleins auffasst, zugleich als 
leitfaden zur Orientierung und örtlichen fixierung des Stoffs dienen, dass bei solchem 
z weck die meilenangaben der strassenzüge übergangen wurden, verstand sich von 
Se lbst. das Zeitalter der zu gründe liegenden karte lässt sich leicht bestimmen, der 
v wfasser des büchlein, wahrscheinlich, wie Karl Pertz p. 30 richtig erkannte, ein 
Spanier, mag erst im fünften jahrh. gelebt haben; die karte war älter, nicht einmal 
^onstantinopel stand darauf verzeichnet, nur Byzantium, Palmyra noch als blühende 
st adt wie auf der Peuting., und von Gallien hatte sie noch, wie es scheint, die alte 
ei ntheilung Aquitania Belgica Galliae duae. aber doch heisst Cirta in Numidien nicht 
■^ehr wie auf der tafel, sondern schon Constantina, ** und unter den Völkern des 
Röstens werden zuerst vier gallische aufgeführt: Tolosates, Novempopuli, Narbonenses, 
0l 'iui, unter denen die ersten neben dem dritten sich freilich sonderbar ausnehmen, 
a "lolosa mit zur Narbonensis gehörte, die Novempopuli daneben aber auf die 
tütheilung Galliens hinweisen, die von Amrnian 15, 11, 14 und seinen Zeitgenossen 
' U ° rs t ei'wähnt von Yalesius notit. Gail. p. 380 mit recht auf Constantin zurückgeführt 
Böcking zur notit. dign. occ. p. 72, 16. dann folgt die reihe der deutschen 
nichtdeutschen Völker längs der nordgrenze des römischen reichs, im ganzen in 
^ 1 Ordnung von westen nach osten, bis zu den Gothen Vandalen —? wenn die 
■p U ü dieselben sind mit den Vanduli der Peuting.— und Gepiden an der untern Donau: 
A ran cü> Alanii, Amsiuari, Langiones, Suebi, Langobardi, Tutuncii, Burgundiones, 
ausini, Marcomanni, Mannii, Heruli, Quadi, Sarmatae, Basternae, Carpii, Gothii, 
b GÜppedi. diese aufstellung der Gothen und ihrer sippe, zumal da im ganzen 
de 
er 
^dein keine spur von den Hünen ist, beweist für die von Honorius benutzte recension 
karte ein alter vor 376. die übrigen namen, bis auf die letzten, treffen wir zum 
intus i n Z P- 12 Gronov : Fluvius Savus.. . se in modicam rotunditatem concludit, in modum visionis amygdalae. 
C Us ' t Sisciam; damit vgl. lab. peuting. V, A. 
** 
annot. p 41- 8 ' auch die P r °vinzialeintheilung von Africa bei Honorius p. 18 und Böcking zur notit. dign. occ. p. 10, 23 
” Ur um oqo fTg '’ 615 schr merkwürdig ist die erwähnung der Quinquegentiani bei Honorius p. 18. 21, die sonst 
Eutrop Q J gleichzeitig mit Carausius in Brittannicn, als empörer in Africa bei Aurelius Vict. de Caes. 39, 22. 39 und 
Eantapoiis’*- vg1, Jordanes c - 21) Vorkommen; Scaligcr zum P^usebius p. 243 hielt sie für die bewohncr der 
rcr >aica, wozu aber ihre Stellung bei Honorius nicht passt.
	        
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