Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1856. (Band III.)

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und der Schluss: ex aeterna urbe Roma initium sumens, quae caput est orbis et 
dominatio senatus. dass aber Orosius Verfasser der erdbeschreibung sei, ist schon 
nach ihrer ganz schematischen anlage — die in den abdrücken des Aethicus gut 
jhervortritt — wenig glaublich. Mommsen p. 101 meint, Orosius schrieb offenbar 
nach einer römischen weitkarte; dies würde erklären können dass seine darstellung 
,so wenig zeitgemäss ist. fiir Africa hat er allerdings die proyincialeintheilung Con 
stantins oder vielmehr Diocletians (oben s. 7 anm.). auch gedenkt er der Scoti auf 
Irland und Man, wenn quch nicht zuerst, wie man geglaubt hat, da schon Ammian 
20, 1. 26, 4. 27, 8 seit,,360 ihrer räuberischen einfälle in Brittapnien erwähnt, aber 
doch als einer der frühsten zeugen ; die Saraceni kommen schon seit 192 vor (Tille 
mont 2, 187). qllein die Hupen (Chuni) kennt er nur in Hochasien, wie Plinius 6, 20 
(nach den hss.) Chuni oder Thuni, wie Dionysius perieg. 730 ähnlich Ovwoi oder 0w«, 
vgl. jedoch v. 752 Strabo p. 516; Alania ist bei ihm nur die Roxolania der frühem; 
der beiläufigen bemerkung: Dacia ubi et Gothia, ist gleich die nächste: Germania 
ubi plurimam partem Suevi tenent, entgegenzustellen, noch besteht d,er limes qui Germa- 
niam a Gallia n inter Danubium Galliamque secernit, der nach Probus tode den Rö- 
: mern für immer verloren gieng, auch ist die ganze provinzialeintheilung in Europa 
und Asien noch die alte, und nach heisst Persien generaliter Parthia. entweder war 
die karte des Orosius nur an einzelnen wenigen puncten erneut, oder er folgte einer 
altern Schrift, die er nur hie und da nach seiner kenntnis änderte oder ergänzte, 
nun hat Petersen schon wiederholt im rhein. mus. 9 p. 99. 100. 424. 428. 437 die 
merkwürdige Übereinstimmung einzelner angaben des Orosius mit Plinius und Strabo 
hervorgehoben, und zwar auch an stellen wo diese ausdrücklich den Agrippa oder 
den chorographen citieren. leider entgieng ihm dabei die zuerst von Schelstrate 
(antiquitas eccles. II p. 525—527) aus de,m cod. Vatic. 244 (A) mit Vergleichung 
von Vatic. 247 (ü), neuerdings von Mai (classicpr. auctor. tom. Ill p. 410—415) aup 
dem Vatic. 247 abgedruckte dimensuratio oder demonstratio provinciarum. es ist 
dies dieselbe schrift, die den ersten fünf capiteln des Dicuil (zu cap. 8, 1 vgl. 2, 2) ?u 
gründe liegt* und zwar in einer recension, die auf missi des Theodosius (379—395) 'ad 
provincias praedictas mensurandas’ zurückgeführt wird. die c. 5, 3 mitgetheilten 
verse lehren indes dass sich ihr auftrag nur auf anfertigung und Verbesserung ’feiner 
karte und daneben der schrift bezog: 
Hoc opus egregium, quo mundi summa tenetur, 
aequora quo montes fluvii portus freta et urbes 
signantur, cunctis ut sit cognoscere promptum 
quicquid ubique latet... 
Theodosius princeps venerando jussit ab ore 
* hierauf machte Karl Pertz p. 28 anm. zuerst mich aufmerksam. derselbe hat auch p. 27 zuerst auf da? 
Verhältnis der dimensuratio zu Plinius und Orosius hingewiesen, doch scheint er nach p. 28 anm. die bedeutung d er 
Sache nicht hoch anzuschlagen.
	        
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