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3) Eduard Alberti aus Friedrichstadt (diss. „de origine et carminibus mythicis Stesichori
Himerensis“; z. Th. gedruckt in der Zeitschrift für Alterthumswissenschaft 1856. Heft 6.
S. 481 — 508).
ln absentia wurden promovirt:
I) Christian Friedrich, Wentrup, Gymnasiallehrer in Wittenberg am 8. März (diss. „de dia-
lecto Neapolitana“).
‘2) Oscar Seidel, Lehrer an der Dorotheenstädter Realschule in Berlin, am 12. April (diss.
„de methodis quibusdam mathematicis 1 ').
3) Friedrich Georg Reinhold Müller aus Clausthals, designirter Lehrer in llefeld, am 28. August
(diss. „ de accusativis absolutis qui dicuntur in sermone graeco eorumque generibus et
causis “).
4) Carl Wilhelm Emil Voigt in Berlin am 7. Decemb. (diss. „de ethica Schleiermachiana“).
5) Ludolf Ernst Conrad Bargum aus Kiel, Lehrer an der polytechnischen Schule in Hannover,
am 23. Decemb. (diss. „de ratione quae intercedit inter mechanices principium minimi
coactus a summo Gauss propositum et cetera principia hujus scientiae“).
Wegen ungenügender Abhandlungen wurden fünf Bewerbungen um die Promotion zurückgewiesen.
II. Von der Universität im Allgemeinen und von den
Universitätsinstituten.
1) Zur Geschichte der Universität.
Die Professoren der juristischen Fakultät in Kiel mit allgemeinen historischen
Bemerkungen über die Kieler Universität.
A. Allgemeine Bemerkungen.
I) Siegel.
Discitc justitiam moniti.
Lernt gewarnt recht thun.
So lautet die Inschrift des Siegels der juristischen Facultät in Kiel, welches, eine im Gleichgewicht
schwebende Wage ist, über deren Balken Scepter und Schwert stehen, zwischen denen sich ein Stab mit
0l| ier Krone befindet. Nach Samuel Rachel's Angabe ist er der Erfinder dieses Siegels, welches die Gerech-
‘gkeit, die Allen gleiches Recht giebt, als Königin und Krone aller Tugenden darstellt und daran erinnern
°^’ ^ ass Denjenigen Strafe trifft, der ihrer Mahnung nicht folgt.
Wer wollte leugnen, dass dies? Worte des Dichters Virgil — es sind wohl die bekanntesten der
S'in/en Aeneide — eine passende Inschrift einer juristischen Facultät sind? Diese Worte, die der Dichter
Gn * l , ' ( -’gyas, Zerstörer des Apollotempels, sprechen lässt, mahnen, dem Rechte zu folgen, das Recht nicht
11 beugen, sie warnen durch die Erinnerung an das Schicksal des verdammten Phlegyas und durch die
001 1)icI *ter daran gereihten Verse, das Vaterland nicht für Geld zu verkaufen, nicht Willkührherrschaft
zu gründen, nicht parlheiisch das Recht zu ändern.
Auch das Universitätssiegel, das Bild des Friedens mit Palmenzweig und Füllhorn und mit der
’ S( uift; „p ax optima rcrum “, „der Friede ist das Beste der Dinge“, darf gewiss um so mehr als gut