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Frage, ob sie stabil oder labil sind, ist hier von geringerer Wichtigkeit, sofern diese
Untersuchungen dem Zwecke dieser Schrift fern liegen. Im Allgemeinen kann man
aber von ihnen 'sagen, dass sie in gewisser Hinsicht stabil, in anderer labil sind.
Vierte Gattung: Die unendlich dünnen Hohlcylinder mit kreisför
miger Basis. Obwohl wir dieselben hier durch Differenzirung des massiven runden
Cylinders erhalten, so unterscheidet sie sich nicht wesentlich von der Gränze des
ringförmigen Hohlcylinders, sondern nur dadurch, dass bei diesem der Werth von E : M
d. h. dass Verhältnis der Summe der Momente zur Masse als unendlich gross zu
denken ist. Auch wird Niemand bezweifeln, dass dasjenige, was von dem Hohl
cylinder mit unendlich grossem Querschnitt gilt, auch für den Hohlcylinder mit mess
barer Oeffnung gilt, wenn nur in beiden Fällen das Verhältniss der Dicke zum Dia
meter des Cylinders dasselbe bleibt. Da über diese Art der Figuren schon oben ab
gehandelt worden ist, so brauchen wir nicht weiter ins Detail einzugehen.
Fünfte Gattung: Parallele Cylinder paare mit kreisförmiger
oder geradliniger Basis entweder unendlich dünn in messbaren Entfernungen oder
beliebig dick in unendlichen Entfernungen von einander. Dies folgt von selbst aus
den Resultaten, zu welchen wir durch die Grenzbetrachtüngen der beiden ersten Arten
der cylindrischen Gleichgewichtsfiguren gelangt sind. Man kann sie aber auch als
Gränzfälle paralleler elliptischer Cylinderpaare betrachten, die sich in sehr aber doch
nicht unendlich grossen Abständen von einander um die gemeinschaftliche Schwer
linie wälzen. Dabei ist die Zeit der Umwälzung der Dauer der Rotation um die eigene
Axe gleich. Die elliptischen Querschnitte können bei einer und derselben Rotations
geschwindigkeit zwei verschiedene Excentricitäten haben. Denkt man sich die beiden
Cylinder in geringere Entfernungen von einander gebracht, so weichen die Quer
schnitte mehr oder weniger von der Ellipse ab und nehmen ovale Formen an, deren
grosse Axen durch die Hauptaxe oder Schwerlinie gehend mit einander zusammen
fallen. Wir übergehen hier die genauem mathematischen Discussionen, indem es
hier nur auf die Untersuchung der wichtigeren Formen der drei ersten Gattungen
ankommt.
Sechste Gattung: Parallele Ringe oder Cylinderpaarejeglicher
Gattung. Da sich durch Differenzirung oder Theilung des unendlich weiten Hohl
cylinders also keine neue Figuren ergeben, so wollen wir hiemit die Reihe schliessen,
indem wir glauben, diese eigentümliche Methode der Untersuchung durch obige Bei
spiele genügend erklärt zu haben. Wir sind auf diese Weise noch zu drei neuen
Gleichgewichtsfiguren der Ruhe gelangt, nämlich
7) den kugelförmigen Bläschen, als Gränze der Hohlkugel,
8) und 9) den unendlich dünnen Ringen mit kreisförmiger und
rect.ilinearer Basis, als Gränze eines freien rotirenden Ringes.
Wir holen im Folgenden die theoretische Beweisführung dieser Lehrsätze nach.