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nach dem Sturz der Könige nicht leicht irgend etwas anders als im gehässigen Sinne
königlich genannt wurde, gab es in Athen eine königliche Halle oder Basilica, deren
Bezeichnung von da aus sich für die Architectur aller Zeiten erhielt. Ja auch der
Sache selbst, der Königsherrschaft, standen die Griechen bei weitem nicht so feindlich
wie die Römer gegenüber. Viele der weisesten Griechen hatten eine keineswegs ver^
hehlte, unter dem wilden Wogen der Verfassungskämpfe sehr begreifliche Hinneigung
zum Königthum. Die Vorstellung der .Willkür konnte sich an .das Wort ß K a,Aevs
um so weniger knüpfen, weil, für den gewalttätigen Emporkömmling, für den, wie
Aristoteles so schön sich ausdrückt, nicht um des Volkes, sondern um seines eigenen
Vortheils willen Herrschenden, das Wort Tyrann aufkam, ein Wort, welches die Grie
chen wahrscheinlich von den benachbarten Kleinasiaten entlehnten. Durch diese klare
Unterscheidung der guten Monarchie und ihrer Ausartung beweisen die Hellenen den
ihnen so eigenthümlichen Sinn für feine Begriffssonderung, wodurch sie für alle Zei
ten die Schöpfer und ersten Begründer aller politischen Theorie geworden sind. Ja
wir haben sogar noch nicht einmal alle griechischen Namen für den Alleinherrscher
erwähnt. Um den farblosen Ausdruck Monarch zu übergehen, der von Hellas aus
in alle Welt wanderte, wollen wir nur noch eines sinnigen Wortes gedenken. Neben
dem ererbten Basileus, neben dem gewaltsam emporgekommenen Tyrannen, kannten
die Griechen noch den Wahlherrscher, den im Kampfe der Parteien zu temporärer
höchster Gewalt Berufenen , und nannten ihn cc}<tv-iavy\-ty]-s, das heisst den Erwäger
der otha,, des gleichen Rechtes, den Rechtswart, wie wir das Wort wieder geben
könnten. In der'That mit den drei Ausdrücken rex, ßctcnhsis und Aesymnet möchte
der erhabene Beruf und die schwere Pflicht des Königthums fast nach allen Seiten hin
angedeutet sein. Das Staatsschiff auf richtiger Bahn fest zu lenken, das Volk vor
wärts zu führen , das Recht für Alle gleich unparteiisch zu wahren , das sind doch
wohl drei Hauptstücke der Idee des Königthums.
Indess wir wollen bei diesen Betrachtungen nicht in den Fehler verfallen, der
dem deutschen Volke leider zu allen Zeiten besonders nahe gelegen hat, in allzu
bescheidener Geringschätzung des Eigenen Fremdes mit blinder Bewunderung zu
preisen. Die Sprachforschung ist in hohem Grade geeignet solcher Einseitigkeit und
Schwäche entgegen zu wirken, indem sie den Reichthum unsrer deutschen Sprache
auf das Hellste an den Tag gelegt, ja wesentlich durch die gründliche Erforschung
der deutschen und der ihr zunächst verwandten Sprachen sich überhaupt erst zu
einer höheren Stufe emporgearbeitet hat. Auch der deutschen Sprache fehlt es nicht
an einem Worte, das alle jene sinnigen Beziehungen in sich trägt, die wir so eben
indem griechischen Königsnamen fanden. Nur müssen wir das Wort der jetzigen
Rangordnung nach eine Stufe tiefer suchen. Das Wort das ich meine, ist Herzog.
Jeder sieht, das Herzog von Heer und ziehen herstammt. Danach denken wir also
zunächst an den Heerführer. Aber das Wort Heer bedeutet seinem älteren Gebrauche