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1727 erschien zur Inaugural - Disputation des Hildesheimer Advokaten Ge. Friedr. Jaster die
Diss. de appellatione ab executione rei judicatae. Das Programm, welches Struve bei dieser Veran
lassung herausgab, handelt von den Fällen, in denen die Execution ohne Prozess erfolgen kann, z. B.
gegen den flüchtigen Schuldner nach 1 10 § 16 D. de his quae in fraudem creditorum. Die Disser
tation, gegen welche eine pseudonyme Schrift (vergl. Chronik 1858, S. 60 Anm.) erschien, führt
Fälle an, in denen, weil bei der Execution das gehörige Maass überschritten worden, die Appellation
zulässig ist.
1727 schrieb Str. zu der nach Herzog Friedrich’s Anordnung zu haltenden Disputation die Diss.
de donatione onerosa, worüber der Studirende Franz Ludwig Embden aus Hildesheim disputirte. Der
Verfasser rechnet zu den onerosen Schenkungen die donatio propter nuptias, wozu der Vater bei der
Hcirath des Sohns gezwungen werden könne, die donationes sub modo, die donatio inofficiosa, donatio
in fraudem creditorum. Der Begriff' der donatio onerosa ist unhaltbar, was sich auch darin zeigt,
dass der Verfasser die Verpflichtung aus dem gültigen Schenkungsversprechen auch als donatio
onerosa ansieht.
1729. Zu der Fridericianischen Disputation des gebornen Kieler Simon Hieron. Musäus schrieb
Str. eine Dissertation ad constitutionem ducalern Slesvico-Holsat. de pecunia pupillorum tuto collo-
canda (13. Mai 1712) von sicherer Belegung der Pupillen - Gelder. Die genannte herzogliche Ver
fügung verbietet den Vormündern, Pupillengelder bei Privatpersonen zu belegen und hebt die
Vorschrift der Landgerichtsordnung und andere auf.
1730. Zu der Fridericianischen Disputation des Studircnden Jo/i. Andr. Leonhard aus Kiel
De eo, quod justum est circa sacra domestica vulgo die Haus-Kirche. Auch nach dem Westphäl.
Frieden Art. 5 § 34 sei das Aufsichtsrecht der weltlichen Obrigkeit nicht aufgehoben, der Haus
gottesdienst dürfe nicht seine Grenzen überschreiten und das Canonischo liecht gestatte deshalb bei
dem Hausgottesdienst nicht den Gebrauch der Glocken c. 12 X. de privileg.*
1731. Zur Fridericianischen Disputation des Schleswiger Studirenden Matth. Heinrich Opper
mann de eo quod justum est circa vocem vivam in processu civili et criminali. Der Verfasser bezieht
sich auf die Gottorp. Canzleiordnung vom 24. September 1708 und das Iiochfürstl. Canzleireglement
vom 2. April 1721, dass die Partheien in den präfigirten Gerichtsstunden anwesend sein sollen, und
wenn sie auf Rufen beide nicht erscheinen, der Termin circumduct erklärt werde oder, wenn eine
fehlt, in contumaciam verfahren werde, ferner auf die Landgerichtsordnung I, tit. 4, § 20, wegen
der mündlichen Appellation.
1732 erschien zu der Fridericianischen Disputation von Gerh. llud. Alb. Sievers, Slesvico-
Holsatus, die Dissertation de eo quod justum est circa vesperam sanctam, vom Hecht des heiligen
Abends. Der Verfasser zeigt, dass der vor den Sonn- und Festtagen vorhergehende Abend (heilige
Abend) nach kirchlichen Anordnungen heilig zu halten, und erwähnt das Johannisfeuer, die Wcih-
nachtsspiele etc., welche am Vorabend der Feste üblich waren.
1739 schrieb Str. zu der Inaugural-Disputation von Christian Busse aus Parchim ein Programm
über das Symbol des Huts bei Promotionen, er leitet diesen Gebrauch von der Kleidung der Clcriker
her. Der Doctorand disputirte unter dem Prodekan Professor Dom, die Dissertation handelt de
jurisdictione criminali exule in judiciis ccclesiasticis.
1742. Zur Doctordisputation des Bremensers Beter Christian von Finckh de clausulis reserva-
tionum ct protestationum in conventionibus privatorum profieuis. Ueber verschiedene Clauscln, z. B.
alles getreulich u. s. w., werden einige Bemerkungen gemacht. Die Dissertation ist kurz angezeigt
in den Hamburg. Berichten von geh Sachen auf 1742, S. 281.