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besorgen, die von 1739 bis 1745 in vier Bänden in Folio erschienen. Nach den Bemerkungen des
gelehrten Forschers Etatsraths Reinboth in Schleswig in seinen handschriftlich erhaltenen Briefen an
den Consistorialrath und Probaten Kirchhof in Itzehoe interessirte sich der letztere ausserordentlich
für Westphalen s Unternehmen und nahm daran thätigen Antheil. Auch kann man nach diesen
Briefen annehmen, dass der unter Westphalens Curatorio zum professor physices et metaph. und zum
Bibliothekar ernannte Joh. Christ. Hennings bei der Herausgabe der monumenta thätig war. So viel
ich sehe, hat Westphalen nur einmal in der Vorrede zu Tom. 2 p. 33 Hennings, virum industrium
et literatissimum, erwähnt, dem er die Mittheilung einer Handschrift über Graf Adolph und Vicelin
verdanke Bei dem index zu dem ganzen Werk ist Br. als Verfasser dieses Registers genannt.
Reinboth schrieb 29. Juni 1739 an Kirchhof: „Hoffentlich wird der Todesfall (des Herzogs) und die
„dadurch verursachte Vergrösserung und Vermehrung der Staatsgeschäfte den gelehrten editorem (der
„monumenta) nicht behindern, die fbrtzusetzende Arbeit weiter zu besorgen, bevorab der Herr Prof.
„Hennings ihm hülfreiche Hand bietet und ist gewiss, wenn gute directores auch gute curatores operum
„haben, sie halbe Arbeit haben. Mir ist die Geschicklichkeit des Herrn Prof. Hennings von Verschie-
„denen. angepriesen und die ungemeine Gelahrtheit des Herrn v. Westphalen ist mir vor allen und
„schon von einigen Jahren her bekannt. Ew. Hochehrwürden werden sich geneigt erinnern, dass (ich)
„eben dergleichen Unternehmungen schon einige Jahre her bewerkstelligen wollen aber nichts, wie
„viel ich auch zusammengestoppelt , wegen Mangel eines Verlegers zum Stande bringen können.
„Die Holsatica habe einigermassen, Ditmarsica noch mehr und kürzer zu sagen und, mit den Alten
„zu sprechen, Nordalbingica in ziemlicher Menge herbeigeschafft, es sind aus solchen ein und andere
„auch zu des Collectoris (Westphalen) Händen gekommen, und dem gar flirtreffliehen Werk ein-
„verleibet worden, unter welchen, wo nicht das Henrici Ranzovii descriptio nova chersonesi cimbricae,
„doch gewiss des Cornelii ab Hamsfort*) chronicon Holsatiae et Ditmarsiae allerdings zu nennen ist,
„denn solches ist e tenebris in eine grosse Königl. Bibliotheque gebracht und aus derselben mir
„allergnädigst die Abschrift verstattet, die ich hinwiederum meinem Schwager, dem Herrn Kammer-
„Assessor Viethen als Verfasser der Dithm. Historie mitgetheilt, dieser aber sofhane dem Herrn Hof-
„kanzler zugestanden. Mir ist von Herzen lieb, dass mir unwissend solche Dienstfertigkeit demselben
„geleistet, und beklage nur, dass nicht ehender davon Nachricht gehabt, denn ich sonst vielleicht mit
„andern auch selten zu Gesicht kommenden pieces demselben hätte andienen können. Die Slesvic.
„behalte für mich, werde auch solche schwerlich vor der Hand selber ediren oder ediren lassen, die
„übrigen aber halte nicht eben so rar, und, wenn sie auch noch so rar wären, sind und bleiben sie
„Ewr. Hochehrw. und durch deren Vermittelung dem Herrn collectori und editori unversaget.“
Das plattdeutsche chronicon, in Leibnitz accessiones lateinisch gedruckt, hatte Reinboth mit
dem codex des frühem Amtmanns Blome in Itzehoe, den Kirchhof an R. mitgetheilt hatte,**) mit der
Gloxin-Gossel’schen und mit einer Copenhagener unvollständigen Handschrift verglichen und seine
®) Ist abgedruckt in Westphalen T. 1., in der praefatio p. 93 nennt Westphalen Reinboth’s Hülfe nicht, auch
II. Ranlzovii descriptio steht in Tom. 1. Es ist auffallend, dass Westphalen und Reinboth lange nicht direct in Correspon
ded, traten, sondern hauptsächlich nur durch Kirchhof in Itzehoe mit einander in Verbindung waren. In der praefatio T. 2
p. 34 in der Anmerkung x lobt W. unsern Reinboth wegen seiner diss. ep. manuscripta de presbyteri Urem, chronico Holsatiae.
Westphalen sagt von Reinboth: cui Minerva chnbrica literas et scientias patriae reconditas omnes aperuit. In Uhle sylloge
epistol. findet sich lib. VIII No. 33 ein Brief Reinboths au E. J. von Westphalen vom 25. Mai 1742. Schon im J. 1741
waren W. und R. in Correspondenz, wie mehrere handsshriftlich erhaltene Briefe beweisen.
**) Westphalen hat in T. 3 das Chronicon drucken lassen und in der praefatio p. 19 Reinboth's handschriftliche
diss. lobend erwähnt. Durch einen Druckfehler steht bei Westphalen irrig Hoyer statt Hoyer, so wie auch die Angabe, dass
derselbe 1735 gestorben, nicht richtig ist; er starb, als er von Kopenhagen nach Schleswig zu seines Vaterbruders Sohn, dem
Schleswiger Rector Andr. Hoyer, gereist war, 28. Aug. 1739. Den fihmi’sehen Codex nennt Westphalen den Kirchhoftsehen.