Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1859 (Band VI.)

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eine lateinische Bearbeitung genannt, durch welche die deutsche Chronik in den Hintergrund 
geschoben sei, 1846 sagte er; „diese lateinische Bearbeitung hat lange für einen Abdruck des 
„Originals gegolten bis Falricius im J. 3, S. 96, einen plattdeutschen Text an’s Licht zog, welcher 
„durchaus alle Zeichen der Originalität hat. Sowohl nach dem Original, als nach dem Verfasser der 
„lateinischen Bearbeitung ist lange geforscht, ln Koppe’s jetzt lebendem geh Mecklenburg ist in der 
„Biographie des bekannten Domprobsten Dreyer (f 1802), eine Aufklärung gegeben, deren Spur ein 
„künftiger Bearbeiter des Slagghert leichter wird verfolgen können. Koppe sagt nämlich: Er über 
setzte u. s, w.“ Ich sehe die Worte, welche Lisch Koppe zuschreibt, als Dreyers Worte an. Es 
bleibt unerklärlich, wie Westphalm die Arbeit, welche Dreyer sich oder Koppe ihm zuschreibt, für 
das Original ausgeben und von einer versio vernacula sprechen und wie Dreyer oder Koppe sagen 
konnte: „Er übersetzte — denn die lateinische Arbeit, welche, nach den Worten bei Koppe, eine 
Uebersetzung sein soll, ist, wie der Vergleich des Lateinischen bei Westphalen und des Deut 
schen in den von Fabricius abgedruckten Stücken zeigt, keineswegs eine Uebersetzung. 
Zum Jahr 1509 wird in dem deutschen Original erzählt, dass Bruder Ladewyg Henning uth 
preussen die nonnen ermahnt habe, auf alle Cleinodien, Gold, Silber etc. zu resigniren; zuerst habe 
die Aebtissin Dorothea und so alle andern Schwestern resignirt, dann heisst es bei Fabricius S. 108: 
Noch denne van der resignacicn hebben se alle dinck vorbestemmet tho gelde ghebroch beydo 
sulver unn gold, lepel, krallen, snore unn alle dat dar was van ghesmukke der bilden, unn hebben 
ghekoft tho notroff des closters II dorpe. Also Janckendorp, darynne sind V eruen unn eyn kathe, 
unn ock poppendorp, welker heft VII erve allene, vor II dusent gulden van den van der lue vor 
segelt unn vorbrevet also syck dat temet unn tho behoret etc. 
Bei Westphalen steht: 
Dna. abbatis8a Doroth. considerans obligationem, qua ecclesiae obstricta erat, accedente consilio 
praelatorum praecipue provisoris Saxonie in confirmationem reformati coenobii ejusque usum pecuniam 
omnern, cistas, calices, cochlearia, vasaque aurea et argentea, quibus ecclesia carere poterat, compu- 
tavit, ut venditis iis immobilia in majorem utilitatem acquirerentur, quod omnes sororcs approbarunt; 
consentientibus itaque Dominis Mecklenb. illustriss. fratribus Dn. Abbatissa a validis viris de Lii duos 
pagos Poppendorp et Janechendorp et unam campi marchiam incultam Slütershove dictum emit pro 
undecim mille centum et XVIII flor. et VHI solidis; ipsa Dn. Abbatissa de propriis suis Clenodiis 
in eundem usum addidit et vendidit pro quinque centum rnarcis. 
Von den dominis Mecklenb. von der marchia inculta steht im Original bei Fabricius nichts, 
die 2000 gulden sind im Latein viel mehr geworden u. s. w. 
Keiner wird gewiss das Latein für eine Uebersetzung des darüber stehenden deutschen 
Textes halten. Hat wirklich Dreyer Slagghert’s Chronik übersetzt, so muss es noch eine andere 
Handschrift der Chronik geben, als die ist, welche Fabricius benutzte. Lisch sagt doch auch J. III, 
S. 97 Anmerk.: „Uebrigens waren in früheren Zeiten zwei Chroniken zu Ribnitz.“ 
Was Hederich’s Schweriner deutsche Chronik betrifft, so hat Lisch mich darauf aufmerksam 
gemacht, dass sie 1598 in Rostock und später in Schwerin gedruckt ist; auf der Kieler Univers.- 
Bibliöthek findet sich diese Chronik bei Diet. Schroder’s Wismar’schcn Erstlingen, Wismar 1732, 4. 
Dio latein. Chronik in Westphalen mon. T. 3, p. 1646 kann allerdings wohl eine l'reie Bearbeitung 
des deutschen Originals genannt werden, Uebersetzung ist sie nicht. Die oratio oder ecloga Chytraei, 
welche nach der Einleitung prümittirt werden sollte, steht bei W. als appendix p. 1688; dass der 
Studirende, für; den Chytraeus die Rede schrieb, Simon Pauli hiess, steht bei W aber nicht im 
deutschen Text. 
Dreyer beschäftigte sich während seiner Studentenjahre auch mit einer Schrift de fbntibus
	        
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