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die Professoren Christiani und Niemann. Die Vorlesung, mit welcher Prof. Christiani am 30. Decbr.
1786 das Direktorat dieser Gesellschaft an Prof. Fabricius übergab, betrifft die Leibeigenschaft nach
dem Naturrecht und deren Entstehung in den Herzogthiimern, sie ist gedruckt in Niemanns Provin-
zialberichten 1787 H. 1. S. 134.
Im Jahr 1786 entstand in Kiel die Forstlehranstalt unter der Direktion des Obersten von
Binzer; von den Professoren der Universität unterrichteten Niemann in der Forstwissenschaft, Valen
tinen und später Reimer in der Mathematik, Vergl. Niemann, Provinzialberichte 1787 H. 2. S. 206,
1799 B. 2. S. 38.
Für die Studirenden ward ein Ehrengericht eingeführt, und der veränderte Plan*) desselben
am 24. April 1795 allerhöchst bestätigt. Reinhold hielt am ersten Novbr. 1794 bei Wiederher
stellung des akademischen Ehrengerichts die in seiner Auswahl vermischter Schriften Th. 1. S. 122
wieder gedruckte Rede: Ueber die Duelle auf Universitäten. Nach Böttigers**) Behauptung hatte
Reinhold zu dieser Rede die Damen Kiels und der Umgegend eingeladen. Reinhold, mit dem Jensen
befreundet war, suchte einen Bund zu stiften, der die Wohlgesinnten, welche Menschlichkeit und
Humanität, „was der Mensch durch die moralische Freiheit seines Willens ist und werden soll,“
fordern wollten, verbinde. Der Bund sollte bei den politischen und philosophischen Revolutionen
Sicherheit geben. R. liess als Manuscript anonym den „Entwurf zu einem Einverständnisse unter
„Wohlgesinnten über die Hauptmomente der moralischen Angelegenheiten als Versuch eines Beytrages
„zur Läuterung und Befestigung der öffentlichen Ueberzeugung“ ohne Jahreszahl drucken, und
nahm den Entwurf wieder auf in seine Verhandlungen über die Grundbegriffe und Grundsätze der
Moralität aus dem Gesichtspunkt des gemeinen und gesunden Verstandes, B. 1. Lübeck und Leipz.
1798, S. 171: er sagt, dass „drei an Einem Ort lebende Freunde den ihnen vorzüglich am
„Herzen gelegenen Ueberzeugungen gemeinschaftlich Begriff und Ausdruck zu geben versuchten,
„den sie als Manuscript gedruckt mehreren Freunden vorlegten.“ Jensen dürfte wohl einer von den
dreien gewesen sein. Die Verhandlungen Reinhold's enthalten eine Erweiterung und Berichtigung
des Entwurfs und geben Auszüge aus dem Briefwechsel über denselben. Wir sehen aus den
Briefen, dass mehrere Correspondenten, wenn sie auch im Ganzen die aufgestellten Ansichten
billigten, sich doch gegen einen Bund erklärten, auch die Darstellung des Entwurfs unpopulär
fänden. Oeffentlich ist wohl eine solche Verbindung nicht hervorgetreten, und es ist wohl anzu
nehmen, dass, wenn gleich Manche der humanen Richtung folgten, auch im Stillen kein wirklicher
Bund bestand.
Jensens Kieler Aufenthalt fiel.freilich in die Zeit der Verbrüderungen,***) die wohl nicht alle
einem so guten Ziel so offen nachstrebten, wie die von Kiel aus bezweckte Verbindung. Nach
A. Ij. v. Schlözer’s Leben B. 2. S. 48 —58 entstand die deutsche Union 1788.
Nach J. II. Voss: Wie ward Fritz Stolberg ein Unfreier? in Paulus Sophronizen 1819, H. 3.
S. 10, traten Fbs« und beide Stolberge 1773 in den so verschieden beurtheilten Freimaurer-Orden.
F. L. W. Meyer legt den Glanz dieses Ordens in die Zeit von 1727 bis 1729 in „Zur Erinnerung ^
an F. Ij. W. Meyer, Th. 2. S. 57.“
Die Zeit der Humanität, in die Jensens Kieler Jahre fielen, hat viel Gutes gewollt und
manches gefordert, sie sorgte für Arme, für allgemeine Bildung besonders durch Besserung der Land
schulen. Wir brauchen nicht zu erinnern an die Stiftung des Schullehrerseminars in Kiel, wozu
die Ritterschaft eine bedeutende Summe hergab.
*) Ein früherer Plan von 1793 steht in Niemann’s Provinz.-Berichten 1793 B. 2. S. 97.
**) ln Ebert's Ueberlieferungen, B. 2. St. 1. S. 140.
***) Viele Verbindungen der damaligen Zeit sind von mir genannt in den Berichtigungen zu Kleuker. Gott. 1842. 8.