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Misccllaneen B. 1 u. 2. Altona und Leipzig 1798 und in seinen Blättern 1. c. Nachricht. In B. 1
der Miscell. S. 197 findet sich auch die feierliche Versicherung von Christian Detlev Carl Grafen
zu Rantzau auf Ascheberg vom 29. Sept. 1794 über die Vollendung der Freilassung auf Ascheberg.
Im Jahr 1795 kam die allgemeine Aufhebung der Leibeigenschaft bei der Ritterschaft zur
Verhandlung, es verbreiteten sich hierüber verschiedene Gerüchte, die in den Provinzialberichten
laut wurden 1795 H. 4. S. 128 u. 312. Jensen, der Secretär der Deput. war, widersprach S. 227 u.
312 der Ansicht, dass dieser Verhandlung ein Antrag Sr. Majestät des Königs zum Grunde gelegt
worden, aber es sei am 8. Juli 1795 die Vereinbarung getroffen, den Untergehörigen der Güter die
Freiheit wiederherzustellen, eine Bestimmung der Zeit, so wie der Art und Weise habe man völlig
unangemessen gehalten, weil nach der jetzigen Lage der Umstände der Leibeigene durch blosse
Wiedererhaltung seiner Freiheit der unglücklichste Mensch werden müsste.*)
Zu Anfang des Jahrs 1798 ward von einer Committee oder einem Ausschuss der Ritterschaft
und der übrigen Besitzer adeliger Güter der Herzogthümer Schleswig und Holstein die Frage der
Aufhebung der Leibeigenschaft weiter verhandelt, ein sehr thätiges Mitglied dieses Ausschusses
war der schon erwähnte Christian Detlev Carl Graf zu Rantzau auf Ascheberg, er hat in den ge
nannten Actenstücken, Hamburg 1798,**) die Haupt-Verhandlungen bekannt gemacht; es ward von
einer grossen Majorität beschlossen, binnen 8 Jahren die Leibeigenschaft in beiden Herzogthümcrn
gänzlich aufzuheben; man zeigte diesen Beschluss am 11. März 1797 dem Könige an. Das Mini
sterium theilte durch ein Schreiben vom 30. Juni 1797 die zustimmende gnädigste Resolution des'
Königs mit, versprach auch den li ideicommissbesitzern und Vormündern unmündiger Gutsbesitzer
die nöthige Autorisation zu ertheilen und durch eine neue Gesindeordnun 0, u. s. w. die Ar ,r clcLrcn-
heit zu fördern. Von Graf Chr. Detl. Carl Rantzau ist auch die kleine Schrift: Historischer Versuch
über die Leibeigenschaft, Hamburg 1797, 8., er nennt sich in seinen Actenstücken S. 4 als Verfasser
dieses Versuchs, für die Leibeigenschaftsaufhebung schrieb auch Ilegeivisch anonym: Schreiben an
die Frau über den Ursprung der Leibeigenschaft, Kiel 1796, und erklärte sich gegen
Professor Schräders in den Provinzialberichten 1797 B. 1. S. 232 erhobene Bedenklichkeiten in
denselben Renditen S. .>62. Line UebCrsieht geben Eggers Denkwürdigkeiten aus dem Leben des
Andr. Peter Grafen von Bemstorf. S. 197—208. Kopenh. 1800, und Niemanns Blätter 1801 B. 1. S. 411.
0 1797 gaben Jensen und ilegeswisch die Urkundensammlung heraus, welche für die Geschichte
und Rechte der Herzogthümer grosse Bedeutung hat, wenn auch, wie erinnert wurde,***) der Titel
nicht ganz passend ist: Die Privilegien der Schleswig-Holsteinischen Ritterschaft, Kiel 1797. 4.
Die historische Linleitung ist von Jensen; die Sammlung ist mit vieler Sorgfalt gedruckt; einer der
wenigen störenden Druckfehler ist die Jahreszahl 1523, S. 139 und in dem Verzeichniss, statt
1533****) bei dem Unionsvertrage.
morn Schleswig und 'Holstein, Hamburg 1798 8. S. 8. Auf dom Titel des Buchs ist der Verfasser nicht genannt, aber er
nonnt sich S. 21; er vollendete 1794 die von seinem Grossonkel nngefangene Freilassung und Vererbpachtung auf Ascheberg.
*) In Dänemark war die Freilassung gefördert durch Oeders Bedenken über die Frage, wie den Bauern Freiheit und
Eigenthum zu Verschaffen, Frankf. u. Leipz. 1769, und Zusätze zu dem Bedenken 1771, das Ganze ward wieder gedruckt Altona
1786. 8. Oeder berücksichtigt auch die Herzogthümer. Von der Petersburger Ökonom. Gesellschaft war 1768 die Frage ge
stellt: Ist es einem Staate zuträglicher, dass der Bauer Eigengrund besitzt oder nur fahrende habe? und bis wohin mag dies
Eigenthumsrecht sich erstrecken? Nach Niemann’s Blättern für Polizei 1801 B. 1. S. 412 ward Oeder durch diese Peters
burger Frage zu seinem Bedenken veranlasst.
**) Vergl. auch Niemann’s Provinzialberichte 1796 B. 1. S. 225.
***) Falck’s Handbuch B. 1. S. 123.
*»**) Vergl. Verzeichniss der Handschriften der Kieler Universitäts-Bibliothek B. 1. S. 42 u. 43.