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und dass er den Hebräerbrief, welchen er hier sonst gar nicht erwähnt haben würde,
zu den Paulusbriefen zählt, sehen wir aus h. e. 3, 3., wo er gradezu 14 Paulusbriefe
anführt. Nach h. e. 3, 38. soll aber Paulus den Brief nur hebräisch geschrieben und
der römische Clemens denselben gedollmetscht haben, weil der Brief des letztem einen
ähnlichen Sprachcharakter habe und die Gedanken in den beiderseitigen Schriften
sich nahe ständen. Aber derselbe Eusebius bezeichnet ihn an einer andern Stelle
h. e. 6, 13. vom objectiven Standpunkte, unstreitig mit Rücksicht auf die Lateiner,
wieder als ctvTiXeyo/jtevov, und erwähnt h. e. 3, 3., dass damals*) sogar noch einzelne
Angehörige der griechich orientalischen Kirche, welche nach seiner Ausdrucksweise
keine Häretiker gewesen sein können, unter Berufung auf die Lateiner den Hebräers
brief verwarfen.
Das Widerstreben der Kirchen Palästinas und Syriens gegen den paulinischen
Ursprung, wovon wir bis auf Origenes noch Spuren nachgewiesen haben und später aus \
Hieronymus wieder nachweisen werden, hatte schon längere Zeit vor Eusebius, wahr
scheinlich namentlich durch des Origenes grossen Einfluss während seines langjährigen
Aufenthalts in Cäsarea sehr abgenommen. Von nicht geringer Bedeutung für die
syrische Kirche musste auch der Umstand werden, dass auf der in Antiochien wider
Paul von Samosata 264 n. Chr. gehaltenen Synode der Hebräerbrief als paulinisch **)
gebraucht ward. Selbst noch um die Zeit, wo Eusebius seine Kirchengeschichte ver
fasste, also auch noch um die Zeit des hicänischen Concils und unmittelbar nachher
finden wir, wie wir aus Eusebius ersehen haben, im Oriente einige Gegner unsers
Briefs als eines nicht paulinischen. Andererseits sehen wir in der Kirche des hintern
Syriens unsern Brief, wie es scheint,***) seit dieser Zeit bei Jacob, Bischof von
Nisibis (um 325), und seinem Schüler Ephrärn Syrus (f 378) bis zu Ebed Jesu herab
(f 1318) als paulinisch benutzt. Auf dem Concit von Laodicea (363) würde zuerst
der bibl. Kanon kirchlich festgestellt. Nach can. 59 sollen keine loc xkocvovkttu in
der Kirche gelesen werden. In < an. 60 ****) werden aber unter den kanonischen
*) Tov tH liuvXov 71.^1 döt/Xoi x«i antftig nt ”Oji yf u>)t' ring ifttttijxnüt riji' lO'ic
hßquiavg, n o o g l i t g Poifxmwy txxXijaiag ug firj JJuu/.av avony tivrtjy txyi iX&yt n'hii <fyoatittf, ov t) ixt-to y ilyyofi v.
**) Vgl. -South, relig. sacr. I. p. 477. Im Namen einer Synode ist unser Brief liier zuerst
als paulinisch oitirt. Die Beisitzer dieser Synode werden, von Eusebius 1». e, 7, 30. genannt.
***) Vgl. Sleek 1. S. 140 fl. Credner, Einleit. § 191., wobei aber zu beachten ist, dass der
Ausdruck an sich noch nicht nothwemfig auf den Apostel Paulus führt und wir die Schriften,
namentlich des Jakob von Nisibis nur in einer Ucbersetzung haben. Kanonisch war der llebräer-
brief als Bestandtheil der Peschito in der syrischen Kirche unstreitig schon lauge.
****) Trotz der einigenuassen beachtenswerthon Gründe Credner's (Geschichte des Kanon
S. 218 ff.) gegen die Aechtheit des sechszigsten Kanon glaube ich die letztere doch festlialten zu
müssen. Dass derselbe bald nachher bei. Johannes Scholastieus und insbesondere von der römischen
Kirche nicht mehr fortgepffmizt wird, lässt sich aus seinem Ursprünge und seiner Beschaffenheit,
sofern es der Kanon des Somiarianera Cyrill vou Jerusalem war und üu Alten Testamente die