Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1860 (Band VII.)

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Hochzuverehrende Anwesende! 
Unter den verschiedenen Veranlassungen, welche von Zeit zu Zeit einen weiteren, 
allgemeinen Zuhörerkreis in der Universität zu vereinigen pflegen, ist der festliche 
Tag, an welchem wir die Geburtsfeier Seiner Majestät des Königs begehen, die einzige 
regelmässig wiederkehrende Gelegenheit. Die Geschichte der ältesten Universitäten 
gedenkt einer Zeit, in der schon ihre tägliche Zuhörerschaft ebenfalls aus weiteren 
Kreisen bestand, wozu auch Männer von Jahren, Familienväter, Personen in hohen 
Aemtern und Würden gehörten, so wie die Universitäten allgemein den Mittelpunkt 
für die intellectuellen Bestrebungen bilden mussten, welche demnächst auch den 
wieder auflebenden und neu entstehenden Wissenschaften gewidmet wurden. Gehört 
nun unsere Christian-Albrechts-Universität auch nicht zu den älteren, bereits vor der 
Kirchenreformation gestifteten, so erinnert doch Mehreres bei unserer heutigen Feier 
von selbst lvieder an eine frühe Zeit ihrer Gründung, auf die wir bei solchem Anlass 
mit Pietät zurückblicken, und seit welcher nun bald zwei Jahrhunderte verflossen 
sein werden. Nach ihrer Stiftung ist die Universität weiter gefördert worden unter 
hohen landesherrlichen Auspicien, und es liegt uns heute zunächst ob, für den 
regierenden Landesherrn unsere Wünsche darzubringen an dieser Stätte der Wissen 
schaft, dass die göttliche Vorsehung Seiner Majestät dem Könige Heil und Segen 
verleihen möge! 
Die Veranlassung, welche dem Vortragenden die Ehre zu Theil werden liess, 
bei dieser festlichen Gelegenheit zur Uebernahme des Vortrags aufgefordert zu werden, 
bezieht sich darauf, dass es ihm durch Königliche Munificenz vergönnt gewesen war, 
auf Universitätskosten an der astronomischen Expedition dieses Jahres zur Beobachtung 
der totalen Sonnenfinsterniss in Spanien Theil zu nehmen. Sei es mir daher gestattet, 
H. A., mich heute der Pflicht zu unterziehen, über diese wissenschaftliche Angelegen 
heit zu berichten, und vorerst die Aufmerksamkeit zu erbitten in Betreff einiger 
früheren Beobachtungen des seltenen Phänomens, zu dessen Wahrnehmung man 
diesmal von so vielen Seiten und aus weiter Ferne in einem noch wenig besuchten 
Lande zusammengekommen war.
	        
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