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so bald gewährt wurde, die Reise am 8. Juli, also 10 Tage vor der Finsterniss an-
treten zu können. Aus der Jnstrumentensammlüng der Universität hatte ich dazu
die folgenden Beobachtungsmittel bereit : 1) Fin Fernrohr von Utzschneider und
Fraunhofer von 2 Zoll ObjectivöfFnung und etwa 20 maliger Vergrösserung bei einem
terrestrischen Oculare, welches sehr scharf begrenzte, deutliche Bilder gab, mit einem
Gesichtsfelde von nahe einem ganzen Grade, so dass sich die Sonne mit ihrer nächsten
Umgebung zugleich im Fernrohre übersehen lie^s. 2) Ein Chronometer von Winnerl mit
2 Secundenzeigern, die durch einen Druck abwechselnd angehalten und wieder vereinigt
werden können, um Zeitintervalle zu messen. Jch zog es übrigens vor, von dieser
künstlichen Einrichtung keinen Gebrauch zu machen, um den Gang der Uhr nicht
zu unterbrechen, da mehrere absolute Zeitmomente zu beobachten waren. 3) Einen
Reflectionskreis von Pistor und Martins, 5 Zoll im Durchmesser. Statt des kleinen
Spiegels ist das Instrument mit einem Prisma versehen, die Handhabung übrigens
dieselbe wie bei Spiegelsextanten. Dass sich diese noch wenig verbreitete, obgleich
öfter empfohlene Art von Prismenkreisen ebenfalls zu astronomischen Beobachtungen
auf dem Meere sehr gut anwenden lasse, hatte ich Gelegenheit auf meiner Rückreise
zu prüfen, wo es auch von Officieren des Schilfes Himalaya, welche Versuche damit
anstellten, sehr brauchbar für nautische Zwecke gefunden wurde. 4) Zwei Ther
mometer aus Prof. Smith’s Etablissement in Kopenhagen. Hierzu fügte ich noch
5) eine prismatische Azimuth-Boussole nach Schmalkalder’s Construction, welche mir
vor längerer Zeit von dem Mechanikus Filby in Hamburg angefertigt war.
Von Kopenhagen waren die Herren Prof, d’Arrest und Mag. Thiele, welche
dieselbe Reise vorhatten, am 8. Juli in Kiel'eingetroffen, und wir reisten zusammen
noch am Morgen desselben Tages von hier ab, nahmen unsern Weg in möglichster
Eile über Hannover und Köln nach Paris, welches wir nach kurzem Aufenthalte
wieder verliessen, um die Reise über Bordeaux nach Bayonne fortzusetzen, wo die
Eisenbahnen aufhörten und also eine langsamere Reise über die Pyrenäen noch bevor
stand. Ohne Befürchtung für die Finsterniss zu spät zu kommen, konnten wir in
dessen zur Erholung für die Weiterreise, noch in Gesellschaft eines Mitgliedes der
französischen Expedition, des Herrn Tissot, von der Pariser polytechn. Schule, eine
Excursion nach Biaritz, an den schönen Ufern des Biscayischen Meerbusens unter
nehmen. Nach Ueberschreitung des westlichen Pyrenäenpasses, bei Jrun und San
Sebastian vorüber, erreichten wir mit der von neun Maulthieren gezogenen Post
endlich am Abend des 13. Juli die Stadt Vitoria, unsern gewählten Beobachtungs
ort, welcher nur noch wenig nördlich von der Centrallinie der totalen Finsterniss
lag, und wir hatten nachher Ursache, mit unserer Wahl sehr zufrieden zu sein. In
dieser Hauptstadt der Provinz Alava trafen wir den Herrn Staatsrath Mädler aus
Dorpat, welcher für die Beobachtungen bereits einen Hügel in der Nähe der Stadt,
bei der Eremitage genannt Santa Lucia, ausgewählt hatte, gross genug, um allen etwa