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de decisione causarum ex legibus aequi et boni ist unbedeutend, der Redner verspricht neben dem
jus das aequum zu beachten. In demselben Jahr ward seine biga orationum academicarum gedruckt.
Durch die erstere Rede giebt M., statt des abwesenden Prokanzlers Cramer, dem Dekan der medici-
mschen hacultat, Joh. Christ. Kerstens, die Erlaubniss, den Bremenser Conr. Repsold zu promoviren;
die zweite bei der Uebergabe des Prorectorats an Etatsrath Christ. Joh. Berger, Prot'.*) der Medicin,
am 5. Octbr. 1778 gehaltene Rede will succinctam academiae Kiloniensis historiam a festo pasehatis
usque ad diem divi Michaelis geben, er erwähnt den Weggang des Theologen Joh. Casp. Veithusen
nach Helmstadt, die Berufung Fuhrmanns zum ausserordentlichen Professor der Theologie, er rühmt
die Absicht des Königs, die Einkünfte der Universität zu heben und fährt dann fort: Hinc illud
consilium, quo rex clementissimus hereditatem quandam allodialem sibi delatam insigni dementia
aerario academico donavit. Similiter ut parsimoniam suain voluit esse partem vectigalis academici,
ita constituit novum vectigal, quod sine cujusque molestia est uberrimum, dum pecunias, quae vel
coercendis vitiis populorum, vel adjuvandis virtutibus solvantur, subinde fisco nostro solvi provida
benignitate pronunciavit. Harum autem fisci nostri locupletandi rationum finem constituit utilitatem
publicam, quam non in in ipsius pecuniae copia posuit, sed in optimo ejus usu ad partes reipublicae
literariae juvandas. Aliud ex alio occurrit, auditores, et ego abruor rerum copia. Propensissima in
litteras et doctrinas voluntate statuit Augustus noster, ut augeretur splendor suppellectilis pretiosae
litterariae nostrae —. Voluit porro, ut professores doctrina et judicio instructi non Germaniam solum sed
et Hollandiam, Britanniam peragrarent, ut in itinere in usum patriae perlustrarent bibliothecas,
instituta politica, scholastica, oeconomica, mercatoria.
Die erste Bemerkung über die Allodialerbschaft bezieht sich, wie ich glaube nachweisen zu
können, **) auf eine Erbschaft von Ostfriesischen Geldern, die der König allergnädigst der Kieler
*) Ueber Christian Joh. Berger vergl. C. E Levy, Indbydelsskrift til Kjübenh. Univers. Aarfest til Erindr. oin Kirkens
Reformation. Kjöbenh. 1856. 4. Berger war in Kopenhagen Professor der Majeutik, ward 1770 Leibmedikus. Nach Struensee’s
Starz ward Berger am 17. Januar 1 772 arretirt. (Zuverlässige Nachricht von der am 17. Januar 1772 vorgefallenen Staats
veränderung. 2te Auti. Halle 1772, S. 53.) Am 18. Mai 1772 ward B. nach Aalborg mit einer Pension von 300 Rthlr.
verwiesen, 1774 am 27. Juli zum Professor der Medicin und Chirurgie in Kiel ernannt und hielt hier bis 1779 Vorlesungen.
Levy hat dankbarst die Mittheilungen von Kiel über Berger erwähnt; erst nach diesem Programm habe ich gesehen, dass B.
17 79 um Bctreiuug von allen akademischen Geschäften angesucht und dieselbe erhalten hatte. Das akademische Consistorium
erlicss am 28. Mai 1779 ein sehr anerkennendes Schreiben au B., es bedauert, dass es aus der engern Verbindung treten solle,
m welcher es mit dem scharfsichtigen, rechtschaffenen, patriotischen Gelehrten, mit dem Manne für die Welt und für die Ge
schäfte und was jedem Mitgliede des Consistorii am schätzbarsten sein musste, mit dem immer gleichmiithigen Freunde seiner
Collegen gewesen. Berger's Antwort vom 12. Juni 1779 ist eine sehr freundliche, er sagt: „Keine Begebenheit hat mich
jemals so gerührt, kein angenehmer Vorfall so erfreut, als die ausnehmend gütige Erklärung, welche das akadein. Consist, bei
Gelegenheit der mir allcrgnädigst erthcilten Befreiung in einem besondern Schreiben an mich gelangen zu lassen beliebt hat.
Wenn ich Ubngcns bei dieser meinen Umständen angemessenen und gewünschten Veränderung der hiesigen Akademie meine
ganze Ergebenheit durch eine nach meinen Kräften gemessene Gabe zu zeigen mich entschlossen habe; so habe ich dabei
die Absicht gehabt, thcils eine alte schon vor Jahren anderwärts mir selbst aufgelegte Schuld nun zu tilgen, theils hier den
Wissenschaften wenigstens künftig auf diejenige Art doch einigen Dienst zu leisten, dio allein in meinem Vermögen steht.“ Den
Grund, warum Beuger um Befreiuug gebeten, sieht man weder aus dem Schreiben des Consistorii, noch aus der Antwort; in
der letztem erbietet B. sich sogar zur Uebernahme von Geschäften, die das Consistorium ihm übertragen wolle. Berger starb
1789. Nach seinem Tode schrieb Professor Christiani die Einladung zu einer Gedächtnisrede auf //., welche am 18. Juli
1789 gehalten wurde. Berger vermachte dem akademischen Fiscus 4000 Rthlr. und der Universitätsbibliothek seine Bücher
sammlung, woran ein diesem verdienten Mann errichtetes Denkmal auf der Universitätsbibliothek erinnert. Auch in den Schl.-
Holst. Provinzialber. 1789, H. 3. S. 272 steht eine kurze Nachricht über Berger, wobei das Vermäclitniss seiner ansehnlichen
Büchersammlung und des Capitals von 4000 Rthlr. dankbarst genannt wird.
**) Vergl. Archiv für Staats- und Kirchengeschiclite der Herzogthümer, B. 5, S. 560.