Full text: Summarium des Neuesten und Wissenswürdigsten aus der gesammten Medicin zum Gebrauche für practische Aerzte und Wundärzte (Neueste Folge, Band 22/24 (Jahrgang 1843), No 1-No 96)

1384 Materia medica und Toxikologie. 
eher aus dem Pulver desselben mit kaltem Wasser bercilet 
worden war, erzeugte bei Anwendung auf die Haut keine 
Rölhung; 5 Gran des Pulvers aber, in einen Esslöffel Wasser 
gerührt, eingenommen, brachten sogleich Brennen und Stechen 
auf der Zunge und im Schlunde, Verringerung des Tastsinns 
der erstem und Gefühl von Trockenheit in der Mundhöhle zu 
Wege. Diese Wirkung wahrte, obgleich der Vf. (5 Unzen 
Wasser nachgetrunken halte, eine Viertelstunde an und wurde 
von Sehleimausräuspern begleitet. Die folgenden Gaben wur 
den zur Vermeidung der Schmerzen mit Wasser in Bolusform 
gebracht, eingenommen. An einem Tage wurden in der ersten 
Stunde 10 Gran, in der zweiten ein Scrupel, in der drillen 
2 Scrupel, am andern Tage 2 Drachmen auf einmal, aber ohne 
dass man irgend eine Wirkung wahrnahm , genommen ; selbst 
jene Schmerzen blieben aus. Dieser wie alle folgenden Ver 
suche wurden übrigens nach derselben Methode, wie die mit 
Evonymus angeslellt und der ausgeräusperte Schleim war da, 
wo das Arum in Bolusform genommen worden war, nicht 
vermehrt. — Ad IV. Die Wurzel des Asarum Eurnpacum 
war im Oetobcr um München gesammelt und bereits 5 Monate 
aufgehoben worden, ohne dass ihr pfelferkamphorarliger Ge 
ruch und bitterlich gewiirzhafter Geschmack verloren gegangen 
war. Man stieg von 2 Gran die Gabe stündlich verdoppelnd 
bis 8 Gran , ohne irgend eine Wirkung wahrzunehmen. Erst 
nachdem 8 Gran genommen waren, spürte der Vf. Nausea 
und einige Magenwinde. Um die vierte Stunde waren 1(5 Gr. 
genommen, v. G. verspürte darauf Bewegungen in den Där 
men und gelinde Hitze im Gesichte, wobei letzteres etwas 
geröthet und turgescirend war, der Puls aber weder in Fre 
quenz, noch Beschaffenheit eine Veränderung ergab. Als 16 
Gran genommen waren, war es 8 Uhr Morgens. Um ItJ Uhr 
erfolgte nun plötzlich Erbrechen von Magensaft und Schleim, 
wobei letzterem Spuren von hellem Blute beigemischt waren. 
Um 10 Uhr wiederholte sich das Erbrechen. Dem Schleime 
und Magensäfte war Galle beigemischt. Um lO.j Uhr war 
jede Uebelkeit vorbei, als plötzlich eine, Viertelstunde später 
aufs Neue Erbrechen eintrat. Selbst beim Erbrechen waren 
Radialpuls und Respiration nicht verändert. Sluhlentleerungeu 
erfolgten nicht und in 5 Stunden wurden nur 9 Unzen Harn 
ausgeleert. — Ad IV. und V. Colchicum autummüe wurde 
gleichfalls im Oetober gesammelt. Man hatte 2 Unzen der 
frischen Zwiebel geschält, zerquetscht und mit einem Gemenge 
aus 3 Unzen Wasser und einer Unze Alkohol einige Tage 
digerirt. Von dieser Tinclur nahm der Vf. an dem einen Tage 
stündlich 30 Tropfen und beschloss den Versuch mit (50 Tropfen,
	        
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