Full text: Summarium des Neuesten und Wissenswürdigsten aus der gesammten Medicin zum Gebrauche praktischer Aerzte und Wundärzte (Neueste Folge, Band 12 = 1839, No 17-No 24)

68 I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
hatte nun in Dresden 4 Wochen massig Neubrunnen und etwas 
Sp:udel getrunken und sich dabei vortrefflich befunden; das 
Fieber war nur am 1. Tage der Cur und dann nie wiederge* 
kommen. Leider hatte er einen grossen Aerger vor der Abreise 
von Carlsbad mit dem Kutscher. Schon den I. Tag kehrte 
sein Fieber zurück und den zweiten wieder in Teplitz und so 
war er verzweifelt nach Dresden gekommen. Seit seiner Rück 
kehr, Mitte August’s, hatte er während einer Reise des Verfs. 
w’enig Arznei genommen. K. fand ihn aber den 12. Sept. sonst 
munter und zufrieden, wiewohl sein Fieber sich immer wie zu 
vor eingestellt hatte. Pat. erhielt jetzt ein Decoct von 3 Drach 
men Quassia in 8 Unzen Colatur mit 1 Drachme weinigen Sal 
miakgeist, wovon er 3 Mal täglich einige Esslöffel voll nahin 
und der Verf. hoffte immer auf einen Gichtausbruch, da der 
Vater des Kranken an regulärem Podagra seit vielen Jahren 
gelitten hatte. Den 3. Oct. Das Fieber war nach 17 Tagen 
und jetzt 4 Tage nach einander wiedergekommen, ohne dass 
Pat. nachher Schwäche bemerkt hätte; Magen und überhaupt 
Verdauung waren besser, die Oelfnung trat täglich ein. Den 
2. war etwas Blut durch den Stuhl abgegangen; der Satz im 
Urin kam dies Mal 2 Tage nach Beendigung des Fiebers; Heis 
sen in den Füssen war dem Fieber wieder vorhergegangen. So 
bedenklich diese Umstände schienen, so konnte K. doch keine 
Spur eines Uebergangs in Zerstörung im Innern wahrnehmen 
und verordnete die Quassia mit 2 Drachmen Chinaextract. Vom 
13. bis IG. Oct. bekam Pat. wieder 4 Fieberanfälle ohne Nach 
folge von Schmerzen im Magen, Appetit und Stuhl blieben gut 
und wechselnd meldeten sich auch den arthritischen ganz ähn 
liche Schmerzen in den Füssen und auf der linken Seite der 
Brust, die manchmal das Ausgehen erschwerten. Jeder Gabe 
der Quassia wurden jetzt 40 Tropfen des Whytt’schen Elixirs 
zugesetzt. Den 27. bekam Pat. heftige Schmerzen im Rücken 
und Magen. Auf der Brust waren sie verschwunden; er hatte 
jetzt 6 sehr gute Tage verlebt, hatte täglich Oelfnung und sali 
munter aus, nur konnte er wenig essen und genoss nur gute 
Fleischbrühsuppe und etwas Huhn. Den 29. und 30. Oct. ka 
men 2 Fieberanfälle mit starkem Schweiss. Pat. trug nun Kis 
sen mit aromatischen Kräutern im Rücken. Doch verschlim 
merte sich von nun an sein Zustand, in so fern er auch ein 
mal verstopft wurde und selbst Klystiere keine Oelfnung be 
wirkten. Nach dem Essen trat Schwere im Magen ein, der 
Leib fühlte sich indess weich au, aber das frühere Brechen 
war auch 2 Mal wieder gekommen. Indess ging der November 
noch ohne besondere neue Zufälle hin. Pat. hatte Esslusf, 
konnte sie aber nur wenig befriedigen; die Verstopfung wurde 
am besten durch Schwefelpulver zu 15 Gran mit 5 Gran Senna 
etc. gehoben. Den 27. und 28. Nov. kam das Fieber wieder
	        
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