Full text: Alter und neuer Geschichtsunterricht

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tionale Abhängigkeit geschärft werden: nebeneinander 
stehen die Probleme der wirtschaftlichen Entwicklung, 
der sozialen Zustände, des geistigen Lebens (Philosophie 
und Wissenschaft, Religion und Kirche, Wort- und Ton 
kunst, Flächen- und Raumkunst, Erziehung und Unter 
richt), der innerstaatlichen Organisation (Recht, Ver 
fassung, Verwaltung, Heer) und der auswärtigen Politik 
sowie der überstaatlichen Beziehungen. Die Beziehungen 
zwischen diesen Gebieten sollen von den jungen Men 
schen selber gefunden werden; dieser Stoff muß ihm also 
übersichtlich in die Hand gegeben werden. Dazu dienen 
die „Synoptischen Geschichtstabellen“ von etwa 1500 bis 
zur Gegenwart, herausgegeben vom Verfasser zusammen 
mit Ausländer, Reintjes und Wuessing 1 ), die aufgeschlagen, 
auch im Unterricht, vor den jungen Menschen liegen 
sollen, damit sie sich die Zusammenhänge erarbeiten 
können 2 ). 
Zu den Synoptischen Tabellen muß ein Geschichtsatlas 
dazu kommen, der ganz anders als bisher auch wirt 
schaftliche und soziologische Zusammenhänge illustriert. 
Als kulturhistorische Quellensammlung zur Unter 
stützung dieser Arbeit sei noch genannt das Werk „Ein 
Jahrtausend deutscher Kultur“ von J. Reichmann, 
J. Schneider und W. Hofstätter 3 ). Aber Freytags „Bilder 
aus der deutschen Vergangenheit“ bleiben immer noch 
unentbehrlich. Diese ganze Arbeit kann aufs intensivste 
unterstützt werden durch Heranziehung wertvoller sozio 
logischer Romane und Novellen, über die später genauer 
zu sprechen sein wird. 
! ) Franz Schneider Verlag, Berlin. 2. AufL 
s ) Nach dem Muster der „Synoptischen Qeschichtstabellen“ sind soeben 
erschienen: Vergleichende Zeittafeln zur Deutschen Geschichte, bearbeitet 
ira Zusammenhang mit 11 Mitarbeitern von Peters und Wetzel 
(Diesterweg, Frankfurt a. M., 1923). Dies Werk verfolgt die deutsche 
Geschichte vom Urbeginn an bis zur Gegenwart, streift nur die Schick 
sale der anderen Völker vom deutschen Blickpunkt aus. Die kultur 
historischen Partien sind zum Teil ganz ausgezeichnet, besonders fürs 
Mittelalter; die auswärtige Geschichte der neueren Zeit läßt dafür um 
so mehr zu wünschen übrig: sie bleibt auf dem Niveau des „Üblichen“. 
s ) Verlag Julius Klinkhardt, Leipzig. 2. Aufl.
	        
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