Full text: Summarium des Neuesten und Wissenswürdigsten aus der gesammten Medicin zum Gebrauche für practische Aerzte und Wundärzte (Neueste Folge, Band 22/24 (Jahrgang 1843), No 1-No 96)

103 
Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
man oft nur zu gern den gesunkenen Kräflczuslaud auf die 
benutzten Heilmittel. Man vergisst aber dabei sehr oft, welche 
Summe von Kräften der Sturm des Fiebers wegnahm und noch 
mehr, welche Anstrengungen die Natur machen musste, um 
entweder einer Krankheit Grenzen zu setzen , oder siegreich 
aus dem Kampfe mit ihr hervorzugehen und wie dadurch allge 
meine Schwäche entstanden sei. Beobachtet man nur einiger* 
manssen sorgsam, so kann es nicht entgehen, wie ausseror 
dentlich oft Menschen herunterkommen, die nach typhoider 
Ansteckung es dahin bringen , dass diese nur als Typhus mi- 
tior die Constitution gewissermaassen streife und wie eben so 
auch oft schnell manche kräftige Natur darnieder liege, wenn 
auch gar kein eingreifendes antiphlogistisches Verfahren netthig 
wurde. Der Vf. will dies nur beiläufig bemerken, weil die 
Gegner eines jeden entschiedenen Verfahrens mehr als zu oft 
mit ihrem durch die Behandlung bedingt sein sollenden Siech- 
Ihum etc. kommen, um ihre Anklage gegen jedes rüstigere 
Handeln zu begründen, wobei sie denn nicht selten nur Ein 
zelheiten aufführen können, welche durch die Künstler, wahr 
lich aber nicht durch die Kunst verschuldet wurden und daher 
auch von den bessern Praktikern gewiss nicht in Schutz ge 
nommen werden. Denn diesen entging es nicht, dass man 
allerdings auch durch Uebertreibungen Menschen arzneikrank 
machen könne, und dass es daher Zustände und Zeilpuncte, 
besonders bei chronischen Krankheiten gebe, unter denen man 
besser thue, den Körper ruhen zu lassen, als ihn mit Mitteln 
zu bestürmen. [Uolscher’s Uunnuv. Annalen 1642. Septem 
ber und October. J 
51. Latente Syphilis; vom ür. Alli, zweitem 
Stadtphysikus in Brünn. Ein 30jähriger, kräftiger Mann batte 
nur einmal, und zwar vor 10 Jahren, einen Schanker, der 
ärztlich mit Quecksilber behandelt wurde und bald vergangen 
war. Seil dieser Zeit war das Befinden immer das Beste, der 
Mann machte 1631 den polnischen Feldzug als Cavallerist mit, 
heiralhete bald darnach und erzeugte einige sehr gesunde Kin 
der. 1630 bekam er plötzlich heftige Kopf- und überurm- 
sehmerzen, die ein berühmter Wiener Arzt für syphilitische 
Knochenschmerzen erklärte und mit der grossen Schmiercur 
zu beseitigen rieth, welche letztere auch in Wien mit so 
gutem Erfolge überstanden wurde, dass der Mann sich über 
ein Jahr ganz gesund fühlte. Im August 1637 reiste er aus 
Polen nach Brünn und bekam unterwegs eine Augenentzün- 
dung, die A. sogleich als Iritis syphilitica erkannte. Der zu 
-J- Gran zweimal des Tags genommene Sublimat rief, schon
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.