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grön — Grönigkeit
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g. un geef (s. d.). Hierher gehört vielleicht
auch die Wendung: he snackt gel (s. d.) mit
grüne Pricken „er spricht hochdeutsch mit
einzelnen plattdeutschen Ausdrücken“ Ang.
he snackt gel un g. „ein Gemisch vou
Hochd. u. Plattdeutsch“ Edsbg. Aber auch
(wohl durch Verwechslung mit gel): he
spricht g. „spricht hochdeutsch“ (obwohl
Plattd. seine Muttersprache ist) Eid. Dw.
— 3. „jung“, „kindlich“, „unverständig“.
en g—e Dqrn Dtm. 1755. he is noch wat g.
de Knaken sünd noch to g. dgrto „zu
schwach“ Nordfr. se hebbt g. Holt wassen
„haben Kinder“, grüne Jan „Grünschnabel“
Holst. 1800 (Sch. 2, 73). — 4. wie im Hochd.
als Rest der Blumensprache des Mittel
alters, in der Grün die Farbe der begin
nenden glücklichen Liebe ist: sett di man
an mien g. Sied („Herzensseite“), dor is
noch keener (noch keen Holtschoh Stap.j
an verdrögt Holst. 1800. he is mi ni g. (Sch.
2, 74). — Vgl. noch arfengrön I, 165, Mai
grün, Weesengrön. — Oft in Ortsbezeich
nungen: grünen Esel Kate Güldenstein
(Oldbg.), g—en Jäger mehrfach vorkom
mender Wirtshausname, g—en Born Flurn.
Schulau (Pbg.), g—en Weg Flurn. Damp
(Schw.), Osdorf (Pbg.), g. Heck Stelle im
Grebensholz (Plön). Orün-dal kleines Dorf
zwischen Heide und Hanerau im Kehsp.
Albersdorf (Sdtm.); wenn Kinder davon
sprechen, daß sie Pastor werden wollen,
sagt man: du schasst Preester warm in 0.
Dtm. Grön-holt adeliges Gut im Dw.; nach
der Sage soll im Grünholzer Holz vor Zei
ten ein großes Schloß gestanden haben;
eine Frau in schwarzem Gewände geht dort
nachts um (vgl. Mhff. 5 Nr. 532). Grün
hude Landgemeinde (Pbg.), —sichten
Flurn. Besdorf (Rdsbg.), —sieh Gehöft 01-
derup (Hus.), —statt Flurn. Besdorf
(Rdsbg.), —wold Gutsbezirk Sgbg.
Zsstzgen: Grön-bittern (grdnbvdan) m.
„Magenbittern“, für den Hausgebrauch
aus Wrümp (s. d.) hergestellt, enerlei is G.
Abweisung auf den Satz dat is mi enerlei,
— dunnerdag (—dwna—), Formen s.
I, 916; „Gründonnerstag“. Beliebtes Ge
richt: Grünkohl mit Schweinskopf. Aber
glaube: Eier, die am G. gelegt sind, brin
gen lauter Hühnerküchlein (Dtm.) oder
bunte Küken (Pellw.) oder Hühner, die all
jährlich die Farbe wechseln (Hohenw.);
anderes bei Ei I, 1023. — e r i ts e h s.
—iritsch. —foder (grün—) n. „Grün
futter“; scherzh. auch von Kohl, Salat u.
dgi. gesagt. —hgker(sch) (gro-n—) m.
(f.) „Gemüsehändler(in)“. — iritsch
(—iridü) m. „Grünfink“, Fringilla chloris.
-—kohl (grü-n—) m. „Grünkohl“, Brassica
oleracea. G. un Swienskopp beliebtes Fast
nachtsessen, vgl. Fastelabend II, 32 u.
Fleeschfatt II, 140. Aberglaube: Eine
Pflanze mit weißem Kopf unter dem G.
deutet auf den Tod eines Hausbewohners
(Wm.). Um Kuhkälber zu erhalten, muß
die Hausfrau am Altjahrsabend nach dem
Abendessen jeder Kuh schweigend 3 Kopf
G. geben (FL.). Gibt man der Kuh nach
dem Kalben 3 Kopf G., so kommt die
Nachgeburt schnell (FL.). Liebesorakel:
Man pflanzt am Johannistage 2 Grünkohl
pflanzen und denkt dabei an ein Braut
paar; wachsen die Pflanzen zusammen, so
wird ein Ehepaar daraus; andernfalls nicht
(Dtm.). Oder man spaltet einen Grünkohl
stengel und zieht durch den Spalt eine an
dere Grünkohlpflanze; wenn beide zusam
menwachsen, so ist das ein günstiges Zei
chen für die Liebenden, die man sich unter
den Pflanzen gedacht hat (Has.). Spruch:
achteinhunnert un Wittkohl, morgen kriegt
wi G„ öwermorgen Kantüffelsupp, denn de
Hag (d. i. „Tag nach übermorgen“) is ’t no
ni op Pellw.; vgl. I, 23. — kraam (grü n—)
m. Suppenkraut, Petersilie u. dgl.; auch
grünes Laub zum Schmücken. — 1 a n d
(grü n—), auch G r o 1 a n d (s. d.) „Grön
land“. Früher bildeten Grönland=fahrten
(dat G—fahren) zum Robben- und Walfisch
fang einen wichtigen Erwerbszweig man
cher Städte (z. B. Elmshorn, Eckernförde,
Glückstadt), op Mord un Doodslag in Q.
lautete ein beliebter Trinkspruch der Grön-
landfahrer. Holst. 1800 (Sch. 4, 106 aus
Altona u. Glückstadt). Schipper, Schipper
schitt in de Stör, haali sren Frau nun G.
her rufen die Kinder neckend den vorüber
fahrenden Störschiffern zu. Wewelsfleth
(Wm.). ’n Grünlänner oder Grolanner
„Schiff der Grönlandfahrer“. Grönländer
Duuf „Seetaube“, „Stechente“, Uria Grylle.
— rockt (grönragd) adj. „mit grünem
Rock bekleidet“ (wie die Jäger). Der Fuchs
sagt: de Nordenwind un de Südensünn
schafft uns Herrgott, awer de spitzohrte
Hunn un de grönröckte Kerls schafft de
Düwel Ramstedt (Schwabstedt). — s n a -
bei (grün—) m. „Grünschnabel“ wie im
Hochd. — s w a r t f. „grüne Schwarte“,
„der mit Gras bedeckte Teil des Deiches“,
mnd. grönswarde. Neok. 1, 375 wat van
schipbrokigen an ehre Grönswarde sleit;
vgl. 2, 448. Prov. Ber. 5, 269 (1791): „zu
Grünschwadt oder Maifeld bringen“ Stap.
— tüch (grü-n—) n. „Entenflott“, auch
„Gemüse“. —waar (grün—) f. , Gemüse“-
— wark(s) (grün—) n. „Grünigkeitcn“.
Grönigkeit (grü-nikaid) f. „Suppen
kraut“, „Gemüse“, „Grünwaren“ (Sch. 2,
72 f.).