Full text: Newspaper volume (1926, Bd. 1)

Amor aus Schleichwegen. 
Ein heiterer Roman von Friede B i r k n e t. 
46) Nachdruck verboten. 
Er suchte sich in der Nähe des sogenannten 
Büfetts einen Platz, erstens in der Hoffnung, daß 
ihm ein kühner Griff etwas Eßbares einbringen 
würde, zweitens hoffte er, daß Lo Lung. der noch 
durch Abwesenheit glänzte, sich mit Tse Hai, der 
schon an dem Büfett saß, unterhalten würde und 
daß er da einiges aufschnappen könnte. 
Wenn die liebe Vorsehung ihn schon mit Hun 
ger plagte und ihm keinen kühnen Griff gelingen 
ließ, so entschädigte sie ihn doch auf anderem Ge 
biet in großzügigster Weise. 
Lo Lung kam aus den hinteren Räumen mit 
allen Zeichen der Aufgeregtheit und redete in gro 
ßer Hast auf Tse Hai ein,' und zwar in englischer 
Sprache, da er sich mit einem Blick überzeugt hatte, 
daß augenblicklich in den Räumen nur Eingeborene 
saßen. 
„Was sagst du dazu. Tse Hai, dieser deutsche 
Schuft behauptet, er sei gar nicht Mister Bredow, 
als ich von ihm verlangte, daß er mir einen Scheck 
ausstellen solle auf die'hiesige Bank!" 
„Was?! — Er sei nicht Mister Bredow? — 
Wer will er denn sein?" 
„Er behauptet, daß er der Sekretär sei von 
Mister Bredow." 
„So eine schlaue Kanaille! Damit will er sich 
nur um das Ausstellen des Schecks drücken! Wie 
will er denn beweisen, daß er nicht der richtige 
Mister Bredow ist?" 
„Er erklärte mir hohnlachend, daß ich einen 
Scheck mit seiner Unterschrift gar nicht bezahlt be 
käme, da fa die Unterschrift doch falsch sei!" 
„Verdammt! — Wo steckt denn dann der rich 
tige Mister Bredow^! Halt, ich habe es, das wird 
dann eben der andere sein, der setzt die Rolle des 
Sekretärs spielt, denn nur der ist doch mit ihm an 
Dord gegangen in Bremen." 
„Auch das kann nicht stimmen, denn er hat 
mir gesagt, daß Mister Bredow in Indien ge 
blieben ist und er hier nur die Geschäfte für Mister 
Bredow erledigen soll!" ; 
„So, und an Bord kannte ihn jeder als den 
Stahlkünig! Rein, nein, mir macht er das nicht 
weis, ich kann mir schon denken, daß er uns gerne 
an der Nase herumführen will, um hier aus die 
sem Loch zu kommen. Wer wäre dann der andere 
Deutsche, der immer mit ihm zusammen ist und der 
doch auch über die Geschäfte der Stahlwerke unter 
richtet ist? Und an Bord hat man mich doch zu 
ihm gewiesen, als zu dem Stahlkönig Bredow? 
Nein, ich gehe, nicht in seine Falle, er ist Mister 
Bredow und wird den Scheck unterschreiben, sonst 
werden wir ihn dazu, zwingen müssen!" 
Roy hörte atemlos zu. Was dem Chinesen 
nicht in den Kopf wollte, ihm erschien es sofort 
glaubhaft, daß die beiden Herren aus irgendeinem 
Grunde die Rollen vertauscht hatten. Vielleicht 
hing das mit der Sorge zusammen, die Bredow, — 
oder vielmehr Rex, oder nein, das war auch nicht 
richtig. Jedenfalls, wenn er sich jetzt auch noch 
nicht in dem Wirrwarr zurechtfand, er hielt es für 
durchaus möglich, daß Bredow Rex war und Rex 
Bredow. Was aber nun?! Seine Aufgabe wurde 
dadurch durchaus nicht einfacher, ob Bredow oder 
Rex, er mußte den Jüngling jedenfalls aus den 
Klauen dieser gelben Bestien befreien. Wie, das 
war ihm noch immer das große Rätsel. 
„Was hast du nun mit dem Kerl gemacht?" 
„Auf alle Fälle hab' ich ihn erst mal wieder 
ein wenig gebunden, denn er wurde frech, und da 
tun ihm so ein paar Stunden Regungslosigkeit 
ganz gut." 
„Vorsicht, Lo. keine unnütze Gewalt, ehe wir 
nicht von Kin Lung aus Duisburg Nachricht ha 
ben! Wie kommen wir aber zu Geld, wenn er sich 
weigert, den Scheck zu unterschreiben?" 
„Da du keine Gewalt anwenden willst, so weiß 
ich auch keinen Rat." 
„Ob man nicht an sein Gepäck im Hotel könnte. 
vielleicht, daß sich da etwas findet, was wir zu 
Geld machen könnten?" 
„Von uns kann keiner in das Hotel, denn uns 
kennen sie dort genau. Auch könnten wir da »ein 
anderen in die Hände laufen. Es ist mir im übri 
gen unverständlich, daß der noch noch nicht bei ans 
war und sich nach feinem Freund erkundigt hat, 
denn wir hatten ihm doch gesagt, daß sein Freund 
für ihn hierher Botschaft geschickt hat." 
„Es will mir überhaupt nicht gefallen, daß 
man von dem Konsulat aus so gar keine Ermitte 
lungen nach Bredow anstellt." 
„Aber du hast doch den Klatsch gehört, den uns 
der junge Lasse, dieser Master Harr, gestern er 
zählte? Bredow soll doch mit einer Chinesin durch 
gegangen sein!" 
Der junge „Lasse" hörte sich dies alles mit 
sichtlichem Behagen an und kam, trotz immer hef 
tiger werdenden Hungers, doch auf einen Einfall. 
Er nahm von dem Büfett ein Stück schmutziges 
Papier und malte mit einem abgegriffenen Blei 
deutsche, englische und chinesische Buchstaben dar 
auf. Dann legte er mit einem schlauen Lächeln 
den Zettel unmittelbar unter Lo Lungs Nase und 
sagte: 
„Hat der Mister nichts für mich zu tun? Ich 
kann drei Sprachen schreiben, kann Handschriften 
nachmachen, Unterschriften fälschen, Briefe über 
setzen?" 
Lo Lung und Tse Hai sahen Roy einen Augen 
blick prüfend an. Ohne mit der Wimper zu zucken, 
hielt er den Bl'ck aus, lächelte nur unterwürfig 
und stand, möglichst gegen das Licht, bescheiden vor 
den beiden. 
Tse Hai sah sich die Schriftproben an, sah Lo 
Lung an und sagte zu Roy: „Sprichst du auch die 
Spracben''" 
„Rein, Master, ich kann nur das nachschreiben, 
was man mir vorlegt." 
„Der Bursche könnte uns aus der Verlegenheit 
helfen, er soll uns eine Unterschrift von Bredow 
machen," sagte Tse Hai nun wieder englisch zu Lo. 
„Dann müssen wir ihm aber doch erst eine 
Unterschrift zeigen." 
„Wir nehmen den Burschen mit zu Bredow. 
Geh' du voran und binde ihn los, damit der Bur- 
iche nicht unnötigen Verdacht schöpft, richte alles in 
dem Zimmer Vredows möglichst unverdächtig ein, 
so daß der Bursche an die völlige Harmlosigkeit 
glaubt! Halte dich dazu, je eher die Sache erledigt 
ist, um so eher kommen wir zum Ziel!" 
„Ich auch, und außerdem kommen wir dann 
noch zum Essen in „Villa Hartung" zurecht," gab 
Roy seine stumme Ergänzung dazu. 
Lo Lung wackelte auf seinen unförmigen Bei 
nen geschäftig davon, und Tse Hai sprach indessen 
mit Roy. 
„Du hast Glück, Bursche, wir können gerade 
Arbeit dieser Art gebrauchen. Doch hüte dich und 
mache nicht anderweitig Gebrauch von der Unter 
schrift, die du uns nachschreiben sollst. Du weißt, 
Lo Lungs Arm reicht weit in Schanghai!" 
„Was denkst du von mir Master, ich bin dir 
dankbar, wenn ich etwas verdienen kann! Soll ich 
heute noch arbeiten?" 
»Ja, jetzt sofort!" 
lFoitsetzung folgt.) 
, Dücherlifch. 
— Ottomir E"kina: „Der WafserMed'rus von 
Schaddeby." Eine Er?äblnng aus dem 18. jatzrbun- 
dert. 828 Seiten in Ganzleinen nach einem Entwurf 
von Prokesior Sieincr-Pran aebunden M 7.—. Dieser 
neueste Roman Ottomar Enkings be'äcktet in wechsel- 
voller und bannender öanAunq den seltsamen Lebens 
lauf eines Menschen. Dreier llakob Töndersen ist eine 
der edelsten Figuren des Menschenbildners Enkina, ist 
ein Mann, bei dem alles van innen derails ge'chiebt, 
der berufen ist ru einem großen Helfer der Menschheit, 
b'er diesem Berufe allen Anfechtungen »um Trotz äeu 
bleibt und stck darum sieghaft durchseht. Die Ausstat 
tung des Buches.ist entfnrecknmd dem Namen Steiner- 
Prag würdig und geschmackvoll. — V 
Zweites Slats 
26. mätļ 
Schleswig-Holstein. 
Weiter« provinziell« Nachricht«« sieh« 1. Blatt f. Leit» 
Die Sieöen-Harden-Veliebung in 
St. Nikolai auf Föhr. 
mu. Insel Föhr, 25. März. Auf der 
Sieben-Harden-Veliebung vom 17. Juni 1426 in 
der St. Rilolaikirche auf Föhr, deren 500jährige 
Wiederkehr in diesem Jahr gefeiert wird, waren 
vertreten, die Osterharde Föhr, Sylt, Hoisbüll- 
harde, DAingharde, Wiedrichsharde, Deltrings- 
harde und Pellwormharde. Dazu „warnn ok et- 
like frame Lüde uth Edonsharde unde Lunden- 
bergerharde". Die Westerharde Föhr, zu der auch 
Amrum gehörte, stand damals unter der dänischen 
Königsherrschaft. Die dänischen Ritter, die als 
Zwingherren wahrscheinlich auf der Burgsumburg 
saßen, hielten den unabhängigen Geist dieser Frie 
sen mit Gewalt nieder und hinderten sie daran, 
an der Versammlung teilzunehmen. Diese Burg 
sumburg — Lembecksburg — lag nördlich von dem 
Dorf Burgfum. Die Ueberreste sind noch jetzt zu 
sehen und bilden ein beliebtes Wanderziel der 
Kurgäste. Die geographische Lage der Siebenv 
Harden war folgende: Tie Osterharde Föhr ent 
sprach ungefähr dem heutigen Amtsbezirk Lster- 
land-Föhr. Das Torf Nieblum wird in allen 
Kirchenlisten unter der Westerharde aufgeführt. 
Die Harde Sylt glich an Form und Größe der 
heutigen Insel. Zu der Wiedrichsharde gehörten 
Oland, Langeneß und Nordmarsch. Von der Velt- 
ringsharde sind hellte nur noch Reste vorhanden, 
wie Erode, Habel, Apelland, Hamburgerhallig 
und Rordstrandischmoor. während sie früher den 
größten Teil der fruchtbaren Marschinsel Alt- 
Nordstrand ausmachte. Auch das Kirchspiel Ock- 
holm, das damals eine Insel bildete, gehörte zur 
Beltringsharde. Das heutige Pellworm, Hooge, 
Norderoog und Süderoog bilden Ueberreste der 
Pellwormharde. Die Horsbüllharde lag damals 
als Insel der Küste vorgelagert. Die wichtigsten 
Ortschaften waren Rickesbüll, Rodenäs, Klanxbüll, 
Neukirchen, Horsbüll und Emmelsbüll. Das Ge 
biet zwischen der Geestküste und der Insel war 
ausgefüllt von niedrigen Ländereien, Wasserflä 
chen und Meeresarme, von denen als Reste der 
Gotteskoog-See und der Aventofter-Cee heute vor 
handen sind. Die Bökingharde war früher eben 
falls viel kleiner und zerrissener. NieLüll, Deez- 
büll und Risum bildeten den Küstensaum. Lind 
holm, auch dazu gehörig, lag schon etwas tiefer 
ins Land hinein. Galmsbüll. Dagebüll und Fah, 
retoft dagegen stellten Inseln dar, die durch breite 
Meeresarme vom Festlands getrennt lagen. Ver 
gegenwärtigen wir uns die damalige geographische 
Beschaffenheit der Sieben-Harden, so sahen wir, 
daß sie in der St. Nikolaikirche auf Föhr sich ei 
nen gemeinsamen Treffpunkt erwählt hatten, der 
nach Norden, Süden und Osten ungefähr den 
Mittelpunkt darstellte. 
. * ş . 
Itzehoe, 24. März. Etatberatung. Zu einer 
sehr lebhaften Aussprache in den Städtischen Kol 
legien gab die erste Beratung des Etats für das 
Jahr 1926 Veranlassung. Bei allen Titeln wur 
den erhebliche Abstriche gemacht, z. B. für Gehälter 
der städtischen Beamten 18 000 dl, für Tagegelder 
2000 dl, für die Stadtbllcherei 800 dl. Der An 
trag der Kommunisten, den Ehrensold an Vetera 
nen von 1870-71 zu streichen, wurde abgelehnt. 
Ebenfalls abgelehnt wurde ein Antrag für In 
standsetzung von Privatwohnungen und Neubau 
ten 30 000 dl auszuwerfen. Bei Beratung des 
Schuletats wurde beschlossen, die einmaligen und 
laufenden Kosten für die Gabelung dar Oberstufe 
des Reformrealgymnasiums zum Zwecke der An 
gliedsrung der Oberrealschule zu übernehmen« Vom 
Minister war diese Erklärung rechtsverbindlich 
verlangt worden. 
Meldorf, 24. März. Der gefährdete Dom. Der 
Eingang und der Vorplatz zu dem im 12. Jahr 
hundert erbauten altehrwürdigen Dom sind poli 
zeilich gesperrt worden, weil durch herabfallende 
Steine vom Turm die Vorübergehenden gefährdet 
sind. Eine gründliche Ausbesserung, die recht hohe 
Kosten erfordern wird, ist in aller Kürze unbedingt 
geboten. — Die Mittel für den Vau eines Finanz- 
amtsgeMudes find bewilligt.. Mit dem Bau wird 
in aller Kürze begonnen werden. 
fp. Heide, 23. März. Steuern. Die Gemein 
degewerbesteuer in Heide wurde auf 250 Proz., die 
Erundvermögenssteuer auf 165 Proz. festgesetzt. — 
Zum Bürgermeisterksnflikt. Die Lösung dieser 
unerquicklichen Angelegenheit scheint in nicht all. 
zuweiter Ferne zu liegen. Dir Stadt Heide ist be. 
reit, 1000 Jl Umzugskosten nach Delmenhorst und 
eine einmalig« Entschädigung von 3000 dl zu zah. 
len, der juristisch« Vertreter des Bürgermeisters 
Pleus beansprucht für seinen Klienten Umzugs- 
kosten von 1008 À, eine einmalig« Entschädigung 
von 6000 dl und Tragung der Anwaltskosten. Die 
Stadt ist außerdem noch verpflichtet, dem abgehen- 
den Bürgermeister die gesetzliche Pension zu zahlen. 
In Dürgerkreisen hofft man, daß die Bürgermei 
sterangelegenheit. die nun schon iy 2 Jahre die Ge 
müter beschäftigt, schleunigst aus der Welt ge 
schafft wird. 
fp. Heide, 22. März. Kollegiensitzung. Vor 
Beginn der Sitzung wies der Vorsitzende, stellv. 
Bürgermeister Schmidt auf die Vorgänge in der 
letzten Sitzung hin und erklärte, in Zukunft 
strengstens von feinem Recht Gebrauch machen zu 
wollen. Zur Förderung des Wohnungsbaues 
stehen dem Magistrat Gelder aus der Hauszins- 
steuer zur Verfügung. Es soll dahingestrebt wer 
den, die Bautätigkeit zu heben und Neubauten er 
stehen zu lassen. Für Bauplätze an der Harmonie 
straße wurde der Preis auf 2,20 dl pro Quadrat 
meter festgesetzt. Das Gelände soll an Kriegsbe 
schädigte abgegeben werden. Ein Antrag der so 
zialdemokratischen Fraktion vom 10. Januar über 
Fürstenabfindung war verlorengegangen und ge 
langte erst jetzt auf die Tagesordnung. Weil zweck 
los, gelangte der Punkt nicht zur Verhandlung. 
Sodann wurde in die Vorberatung des Haushalts 
plan 1926 eingetreten, der einen großen Raum der 
Besprechungen einnahm. Der Haushaltsplan für 
1925 schloß in Einnahme und Ausgabe mit 814 384 
Mark ab. 
fp. Hennftedt, 24. März. Todesfall. Eine im 
westlichen Holstein sehr bekannte Persönlichkeit, de- 
frühere Gastwirt und Besitzer des zwischen Henn- 
stedt und Heide liegenden Easthofes Aukrug, El. 
Harbeck, verstarb im hohen Alter von 86 Jahren. 
Der Verstorbene war Kampfgenosse von 1870-71 
und eine allgemein beliebte Persönlichkeit. 
rg. Wesselburen, 23. März. Aus der Kirchcn- 
oerwaltung. Die Kirchenrechuung für 1925 ist ab 
geschlossen. Sie weist in Einnahme und Ausgabe 
63 448 dl auf. Der Kirchenvorstand beriet den 
Voranschlag für 1926. Obgleich ein Zuschuß von 
der Landeskirchenkasse von etwa 10 000 dl erwor 
ben wird, müssen doch 30 000 dl Kirchensteuern 
aufgebracht werden. Voraussichtlich werden 40 
Proz. der Einkommensteuer und 12 Proz. de, 
Grundsteuer gehoben werden müssen. -. 
is. Gettorf» 22. Mörz. Der vergeblich erwar 
tete Tanzlehrer. In Felm tauchte am Montag 
morgen, dem 15. März, ein Mann auf, der sich 
für einen Tanzlehrer ausgab und wie einige Leute 
aus dem Ort wissen wollen, auch wirklich ist. Dieser 
versprach einer Anzahl junger Leute und dem dor 
tigen Gastwirt, am Abend desselben Tages einen 
Tanzkursus in Köpkes Gasthaus abzuhalten und 
zwar handelt es sich um Einstudierung nur eines 
Tanzes, des sog. „Holsteinischen Nationaltanzes": 
„Wo der Grünkohl stärkt die Glieder, wo man 
Krabben fängt am Strand". Don mehreren In 
teressenten kassierte er sein Honorar im voraus 
ein. Glücklicherweise war die Mehrzahl so vorsich 
tig, sich die Zahlung bis zum Abend vorzubehalten. 
Es hatte sich eine ganze Schar von Tanzlustigen 
eingefunden, um — vergeblich zu warten auf das 
Erscheinen des Herrn Tanzlehrers. Sie warten 
heute noch. Vielleicht hat er fein Versprechen ver 
gessen, wie er auch vergaß, beim Wirt seine Zeche 
zu bezahlen. Der Mann gab an, ,om Abend vor 
her auch in Molfsee mit seinem Kursus großen Er 
folg gehabt zu haben. 
Brügge, 24. März. Feuer. In der Nacht 
zum Dienstag entstand in dem Treibhaus des 
Handelsgärtners Vehnfeld ein Brand. Die Ent 
stehungsursache wird auf eine schadhafte Heizungs 
stelle zurückgeführt. Außer einigen Zentnern 
Saatkartoffeln ist die ganze geleistete Winterar 
beit zerstört worden. 
wk. Kiel, 24. März. Die heutige Erhebungs- 
fcier fand so starke Teilnahme, wie wohl kauni 
zuvor, abgesehen von den Iubiläumsjahren. Vor 
mittags fand, wie üblich, auf dem Jürgensfriedhof 
an den Gräbern der alten Kampfgenossen eine 
Feier statt, bei der Rektor a. D. Hoff Worte des 
Gedenkens sprach. Nach Niederlsgung von Krän 
zen zogen die Teilnehmer in zwei stattlichen Zügen 
nach der Nikolaikirche bezw. nach der Iohannis- 
kirche im Stadtteil Gaarden. Besonders zahlreich 
war die Studentenschaft vertreten. Die Chargier 
ten erschienen in vollem Wichs. Dem Zuge voran 
wurde die alte Fahne des Kieler Männerturnver- 
eins von 1844 getragen, die der Turner- und Stu- 
denschar im Treffen von Bau voranflatterte. In 
den Straßen stand das Publikum in dichten 
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Mil soldi einer prachtvoll schmeckenden Torte möchte ich auch 
meiner Familie zum nächsten Sonntag eine Freude machen, 
wenn Sie mir das Geheimnis verraten wollen. - Aber bitte, 
das ist kein Geheimnis, Sie finden das Rezept zu dieser guten 
Mokka - Schokoladen - Cremetoiie 
hiemeben und euberdem nebst vielen anderen Rezepten nach 
denen jede Hausfrau billig die schönsten Toden und Kuchen 
backen kann in Dr. Oetker’s Rezeptbuch, das Sie kosten- 
los in jedem Laden erhalten. - Wenn es ver 
griffen ist, so schreiben Sie direkt an 
Dr. A. Oetlier, 
Bielefeld. 
Teig; 200 g Zucker, 3 Eier, 4 Eßlöff. 
Wasser, 100 g Weizenmehl, 100 g Dr. * 
Oetker*» Gustin, */2 Packch Dr Oetker s 
ßackp. „Backin'*. 1 Päckch. Dr. Oetker’s Vanillin* 
Zucker. — Creme; */• Itr Milch, ļ Päckch Dr. 
Oetker's Schokoladenspeisc • Pulver, 1/4 Pfund 
Zucker, >/4 Itr.Wasser, 50 g Kaffee, 1 /4 Pfd Butter, 
25 g Palmin — Zubereitung; Die 3 Eigelb 
werden mit Wasser, Zucker und Vanillinzucker 
schaumig gerührt und das mit dem Backin ge 
mischte Mehl u. Gustin nach und nach hinzugefügt 
Zuletzt zieht man den Eierschnee unter die Masse 
und backt bei gelind Hitze in einer Springform. 
Creme; Von ein viertel Itr Wasser u.dem gemahl. 
Kaffee macht man einen Kaffeeaufguß o. bereitet 
aus diesem, der Milch, Zucker u. d. Schokoladen 
speise-Pulver ein Pudding, den man bis zum Er 
kalten rührt. Unterdessen rührt man ein viertel 
Pfd. Butter und '25 g Palmin schaumig, ungefähr 
eine halbe Std. lang, gibt löffelw. die erkaltete 
Schokoladenspeise darunter. Den erkalt. Torten 
boden schneidet man in 3 gleiche Teile u. gibt 
die Creme dazwischen. Die Oberfläche u. 
Seiten bestreicht man ebenfalls mit Creme^ jk 
und verziert mit dem Spntzbeutel 
die Oberfläche
	        
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