26
Kr. Oldenburg. I. Grube. Güldenstein. Hansühn.
Epitaphe ganz verdorben, Nie. Stricker f 1617, Bild: Stifterfamilie am
Kreuz. Bild des Joh. Wulf 1660, in üppigem schön bemaltem Barockrahmen.
Pastorenbild Ende des 17. J.
Oüldenstein, Gut, 9 km s.s.w., Ksp. Hansühn.
Das Wohnhaus — Abb. Alb. O. 13 — des erst vor gut 300 Jahren ent
standenen Gutes, 1728 gebaut, 1787 verbessert, mit 2 Flügeln in der gewöhn
lichen Art angelegt, gehört zu den stattlicheren des Landes.
Hansühn, 10 km w.s.w. S. Nessendorf. Testorf. Güldenstein.
Kirche. Göttig, Jahrb. f. L.-K. 5. Das Lübecker St. Johanniskloster
(gest. 1177) erwarb zuerst 1197 von Adolf III. in dieser Gegend Besitzungen.
Als ihm 1210, wo es sich darum gehandelt zu haben scheint, hier ein neues
Kloster zu gründen, das Dorf Kükelühn geschenkt ward, nahm in der Urkunde
der Graf (Albert von Orlamünde) die 3 mansi, welche der »neuen Kirche« be
stimmt oder zugelegt waren, aus. Diese Kirche ist also eine der um jene Zeit
planmässig gemachten Gründungen (s. oben S. 1). Sie gehörte jedoch dem Kloster
und führt dessen Zeichen (ein Kreuz, dessen Enden Kreuze bilden) im Siegel so
wie auf dem Ostgiebel. Sie ist wichtig als gut datierter Bau. Restauriert um 1840.
Spätromanisch vom einfachsten Grundriss (Schiff 17,75 • 10,20, Bogen 1,10:
4,40, Chor 7,10: etwa 7,10, jetzt 14,05), einst mit oder ohne Apsis, besteht
die Kirche aus ganz rohem Feldsteingemäuer. In demselben sind mehrfach an
den Rändern von Oeffnungen Ziegel gebraucht, von denen nicht mit Gewisheit
gesagt werden kann, ob sie ursprünglich sind. Die Fenster im Chor, mit sehr
schräger Sohlbank, etwas schrägen Gewänden, br 0,90 h 2 m, und nach un
zweifelhafter Andeutung auch die im Schiffe, waren gepaart, rundbogig. Gewölbt
war nur der Chor, und zwar ohne Schildbogen, mit rippenlosem Kreuzgewölbe.
Der Mörtel reiner Gips, so auch selbst an jüngeren Bauteilen. Die Turmtreppe
beginnt wie in Warder (Seg.), und es ist, wenn auch der jetzige Turm (aussen
br 11 1 10 m) im Wesentlichen aus gotischer Zeit ist, wahrscheinlich, dass schon
zuerst ein Turmbau vorhanden oder beabsichtigt war. Darauf deutende Ansätze
an der Mauer befinden sich auf der Westseite, im nördlichen Winkel (wie in
Malente bei Eutin). Die Westwand ist Feldstein, so auch der Giebel über dem
Chorbogen. Im letzteren ist ein Durchgang, mit Dreiecksbogen in Granit ge
deckt; der Turmbogen (stark 2,40 weit 5,15) ist dagegen in Ziegeln gotisch,
mit Resten eines gleichzeitigen Kämpfergesimses aus Stuck (Fig. 864 a); der
gleichfalls spitze Chorbogen hat einen hohl profilierten Kämpfer (Fig. 864 b).
Der Chor ist in ebenso rohem niederem Mauerwerk östlich spätgotisch in
5 Achteckseiten verlängert, die Fenster (in Ziegeln) mit tiefen Spitzbogenblenden,
die Wand darunter mit Stichbogenblenden gegliedert, rohe Strebepfeiler sind an
ihm (meist erneuert). Der Turm, jetzt wie der in Lehnsahn, war einst hoch; die
schöne Treppe, die, zuerst gradläufig, mehrmals umsetzt ehe sie zur Wendel
treppe wird, ist ganz in Ziegeln.