Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein (Bd. 2)

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Kr. Oldenburg. I. Grube. Güldenstein. Hansühn. 
Epitaphe ganz verdorben, Nie. Stricker f 1617, Bild: Stifterfamilie am 
Kreuz. Bild des Joh. Wulf 1660, in üppigem schön bemaltem Barockrahmen. 
Pastorenbild Ende des 17. J. 
Oüldenstein, Gut, 9 km s.s.w., Ksp. Hansühn. 
Das Wohnhaus — Abb. Alb. O. 13 — des erst vor gut 300 Jahren ent 
standenen Gutes, 1728 gebaut, 1787 verbessert, mit 2 Flügeln in der gewöhn 
lichen Art angelegt, gehört zu den stattlicheren des Landes. 
Hansühn, 10 km w.s.w. S. Nessendorf. Testorf. Güldenstein. 
Kirche. Göttig, Jahrb. f. L.-K. 5. Das Lübecker St. Johanniskloster 
(gest. 1177) erwarb zuerst 1197 von Adolf III. in dieser Gegend Besitzungen. 
Als ihm 1210, wo es sich darum gehandelt zu haben scheint, hier ein neues 
Kloster zu gründen, das Dorf Kükelühn geschenkt ward, nahm in der Urkunde 
der Graf (Albert von Orlamünde) die 3 mansi, welche der »neuen Kirche« be 
stimmt oder zugelegt waren, aus. Diese Kirche ist also eine der um jene Zeit 
planmässig gemachten Gründungen (s. oben S. 1). Sie gehörte jedoch dem Kloster 
und führt dessen Zeichen (ein Kreuz, dessen Enden Kreuze bilden) im Siegel so 
wie auf dem Ostgiebel. Sie ist wichtig als gut datierter Bau. Restauriert um 1840. 
Spätromanisch vom einfachsten Grundriss (Schiff 17,75 • 10,20, Bogen 1,10: 
4,40, Chor 7,10: etwa 7,10, jetzt 14,05), einst mit oder ohne Apsis, besteht 
die Kirche aus ganz rohem Feldsteingemäuer. In demselben sind mehrfach an 
den Rändern von Oeffnungen Ziegel gebraucht, von denen nicht mit Gewisheit 
gesagt werden kann, ob sie ursprünglich sind. Die Fenster im Chor, mit sehr 
schräger Sohlbank, etwas schrägen Gewänden, br 0,90 h 2 m, und nach un 
zweifelhafter Andeutung auch die im Schiffe, waren gepaart, rundbogig. Gewölbt 
war nur der Chor, und zwar ohne Schildbogen, mit rippenlosem Kreuzgewölbe. 
Der Mörtel reiner Gips, so auch selbst an jüngeren Bauteilen. Die Turmtreppe 
beginnt wie in Warder (Seg.), und es ist, wenn auch der jetzige Turm (aussen 
br 11 1 10 m) im Wesentlichen aus gotischer Zeit ist, wahrscheinlich, dass schon 
zuerst ein Turmbau vorhanden oder beabsichtigt war. Darauf deutende Ansätze 
an der Mauer befinden sich auf der Westseite, im nördlichen Winkel (wie in 
Malente bei Eutin). Die Westwand ist Feldstein, so auch der Giebel über dem 
Chorbogen. Im letzteren ist ein Durchgang, mit Dreiecksbogen in Granit ge 
deckt; der Turmbogen (stark 2,40 weit 5,15) ist dagegen in Ziegeln gotisch, 
mit Resten eines gleichzeitigen Kämpfergesimses aus Stuck (Fig. 864 a); der 
gleichfalls spitze Chorbogen hat einen hohl profilierten Kämpfer (Fig. 864 b). 
Der Chor ist in ebenso rohem niederem Mauerwerk östlich spätgotisch in 
5 Achteckseiten verlängert, die Fenster (in Ziegeln) mit tiefen Spitzbogenblenden, 
die Wand darunter mit Stichbogenblenden gegliedert, rohe Strebepfeiler sind an 
ihm (meist erneuert). Der Turm, jetzt wie der in Lehnsahn, war einst hoch; die 
schöne Treppe, die, zuerst gradläufig, mehrmals umsetzt ehe sie zur Wendel 
treppe wird, ist ganz in Ziegeln.
	        
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