Materia meilica und Toxicologie.
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lieh die Periodicität des Uehels darauf hin, dass der sensible
Lebensfactor ursprünglich ergriffen ist, da, sollte das Leiden
im irritablen oder reproductiven Systeme wurzeln, ganz andere
Erscheinungen zugleich zugegen sein müssten. Was endlich
noch das Agens anlangt, durch welches diese eigcnthümliche
Krankheit hervorgernfen wird, so sucht diess der Verfasser
in einem Contagium und cs ist ihm wahrscheinlich, dass das
selbe in dev ausgehauchten leuchten Luft der am Keuchhusten
Erkrankten und im Schleime, der nach den Hustenanfällen
ausgeleert wird, wie in einem Vehikel enthalten ist und dass
das Keuchhustencontagium in der Schleimhaut der Luftwege
eine ähnliche Metamorphose hervorbringt, wie das Masern-
contagium die Masernflecke auf der äusseru Haut bedingt, was
denn auch der Yerf. sehr genau nachgewiesen hat. — In Be
zug auf die Behandlung dieser Krankheit hat der Arzt, wie
der Verf. überzeugt ist, folgende Aufgaben: er muss sich eine
genaue Kenntniss vom normalen Verlaufe des Keuchhustens in
seiner einfachen Gestalt zu verschaffen suchen und die epide
mische Constitution nebst der Individualität des Erkrankten ge
nau studiren, damit er ermessen könne ji) ob die Krankheit
einfach, oder mit andern krankhaften Zuständen complicirt ist,
wodurch der Verlauf unregelmässig wird, oder Ji) ob sonstige
Unordnungen, durch individuelle oder epidemische Constitutio
nen bedingt, stattfinden, welche die Krankheit verschlimmern
und sie in ihrem Verlaufe stören und dann __c) muss er der
Natur in Ansehung ihres Verlaufes in den verschiedenen Sta
dien beobachtend folgen, damit diese sich nicht mehr, als nö-
thig ist, verlängere und die Gesundheit in möglichst kürzester
Frist herbeigeführt werde. Nach den Grundsätzen der allge
meinen Therapie war der Verfasser daher stets bemüht, die
Hindernisse, die sich sowohl durch Fehler der Diät, als des
sonstigen Verhaltens aufdrangen, zu beseitigen; die Unregel
mässigkeiten, die schon gleich beim Anfänge des Uehels vor
handen waren, berücksichtigte S. ganz besonders. So sah er
a) vorzüglich darauf, ob die am Keuchhusten Erkrankten be
reits vor Aulfassen dieses Contagiums an andern krankhaften
Zuständen, als Scropheln, Rhachitis, Wurm - Schleimkrank-
heiten u. s. w. gelitten hatten, die beseitigt oder doch un
schädlich gemacht werden mussten und dann beachtete der
Verfasser b) Anomalien, durch stattfindende individuelle oder
epidemische Constitutionen',, Constitutio annua oder slatio-
naria bedingt. Was nun die Behandlung der Keuchhusten-
jkrankheit selbst, wenn sie ursprünglich normal, oder durch
' das KunstbemUheu auf ihre einfache Form gebracht wordeu
war, aulaugt, so stellte sich S. c) die nicht minder wichtige