Full text: Summarium des Neuesten und Wissenswürdigsten aus der gesammten Medicin zum Gebrauche für practische Aerzte und Wundärzte (Neueste Folge, Band 18 = 1841, No 17-No 24)

Materia meilica und Toxicologie. 
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lieh die Periodicität des Uehels darauf hin, dass der sensible 
Lebensfactor ursprünglich ergriffen ist, da, sollte das Leiden 
im irritablen oder reproductiven Systeme wurzeln, ganz andere 
Erscheinungen zugleich zugegen sein müssten. Was endlich 
noch das Agens anlangt, durch welches diese eigcnthümliche 
Krankheit hervorgernfen wird, so sucht diess der Verfasser 
in einem Contagium und cs ist ihm wahrscheinlich, dass das 
selbe in dev ausgehauchten leuchten Luft der am Keuchhusten 
Erkrankten und im Schleime, der nach den Hustenanfällen 
ausgeleert wird, wie in einem Vehikel enthalten ist und dass 
das Keuchhustencontagium in der Schleimhaut der Luftwege 
eine ähnliche Metamorphose hervorbringt, wie das Masern- 
contagium die Masernflecke auf der äusseru Haut bedingt, was 
denn auch der Yerf. sehr genau nachgewiesen hat. — In Be 
zug auf die Behandlung dieser Krankheit hat der Arzt, wie 
der Verf. überzeugt ist, folgende Aufgaben: er muss sich eine 
genaue Kenntniss vom normalen Verlaufe des Keuchhustens in 
seiner einfachen Gestalt zu verschaffen suchen und die epide 
mische Constitution nebst der Individualität des Erkrankten ge 
nau studiren, damit er ermessen könne ji) ob die Krankheit 
einfach, oder mit andern krankhaften Zuständen complicirt ist, 
wodurch der Verlauf unregelmässig wird, oder Ji) ob sonstige 
Unordnungen, durch individuelle oder epidemische Constitutio 
nen bedingt, stattfinden, welche die Krankheit verschlimmern 
und sie in ihrem Verlaufe stören und dann __c) muss er der 
Natur in Ansehung ihres Verlaufes in den verschiedenen Sta 
dien beobachtend folgen, damit diese sich nicht mehr, als nö- 
thig ist, verlängere und die Gesundheit in möglichst kürzester 
Frist herbeigeführt werde. Nach den Grundsätzen der allge 
meinen Therapie war der Verfasser daher stets bemüht, die 
Hindernisse, die sich sowohl durch Fehler der Diät, als des 
sonstigen Verhaltens aufdrangen, zu beseitigen; die Unregel 
mässigkeiten, die schon gleich beim Anfänge des Uehels vor 
handen waren, berücksichtigte S. ganz besonders. So sah er 
a) vorzüglich darauf, ob die am Keuchhusten Erkrankten be 
reits vor Aulfassen dieses Contagiums an andern krankhaften 
Zuständen, als Scropheln, Rhachitis, Wurm - Schleimkrank- 
heiten u. s. w. gelitten hatten, die beseitigt oder doch un 
schädlich gemacht werden mussten und dann beachtete der 
Verfasser b) Anomalien, durch stattfindende individuelle oder 
epidemische Constitutionen',, Constitutio annua oder slatio- 
naria bedingt. Was nun die Behandlung der Keuchhusten- 
jkrankheit selbst, wenn sie ursprünglich normal, oder durch 
' das KunstbemUheu auf ihre einfache Form gebracht wordeu 
war, aulaugt, so stellte sich S. c) die nicht minder wichtige
	        
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