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Chirurgie und Ophthalmologie.
man wohl vermuthen, dass die rothe Partie, die sich so auf
fallend durch ihre abgegränzte Gestalt von allen übrigen Cy-
stengruppen in der Geschwulst anszeichnete, der Sitz des llo- /
dens gewesen sei, dass derselbe später dem krankhaften Pro-
cesse unterworfen wurde, als seine Umgebung, da in derselben
die Cystenbildung schon viel vollkommener war, während man
die kleinen Cysten der rothen Partie noch in so engem Zu
sammenhänge mit ihrer Zwischensubstanz fand. Auch scheinen
die reichlichem Blutgefässe anzudeuten, dass hier derselbe
krankhafte Process erst vor sich ging, der an andern Stellen
schon sein Ende erreicht hatte. Interessant ist auch, dass die
Epididymis manchmal allein au Cystenbildung leidet, während
der Hode das normale Gewebe beibehält. — Mikrosco-
pische Untersuchung. Die Flüssigkeit, die in allen Cy
sten von derselben Beschaffenheit gefunden wurde, wie sie oben
angeführt ist, enthielt bei 290maligcr Vcrgrösserung Körper
chen von sehr unregelmässig runder Form, so dass sie mehr
Vielecken glichen und grob granulirt aussahen. In einzelnen
entdeckte man deutlich einen Kern, der ebenfalls ungleiche
Ränder hatte und manchmal "im Centrum, meist aber mehr ge
gen den Rand des Körperchens hin gelagert war. Das Gewebe
erschien unter dem Mikroscop eben so homogen, wie man es
schon mit der Lonpe entdeckte. Bei 60 — 70maliger Vergrös-
sernng glich es einer körnigen Masse, ohne alle Faserung, da
gegen bei 290maliger entdeckte man man sehr feine Fasern
parallel neben einander verlaufend, zwischen denen je undeut
liche Körnchen eingestreut waren. Eine kleine Ausnahme
machte das rothe Gewebe. Man sah hier nämlich ausser dem
faserig körnigen Gewebe viele Blutkügelchen und schwarze Kü
gelchen, fast von derselben Grösse wie die Blutkügelchen mit
ungleichen Rändern vereinzelt in ziemlicher Anzahl zerstreut.
Vielleicht waren diess nur zersetzte Blutkügelchen. Um etwas
Genaueres über den Zusammenhang der ganz kleinen Cysten unter
einander zu ermitteln, präparirte der Vf. 2 derselben frei und
brachte sie dann unter das Mikroscop bei 70maliger Vergrösse-
rung, da die Masse für eine stärkere zu gross war, konnte da
aber nicht die geringste Verschiedenheit zwischen Vcrbindnngsge-
webe und Cystenwänden wahrnehmen, sondern es verhielt sich bei
des ganz so, wie schon erwähnt und das, was zu den Cysten ge
hörte, liess sich nur dadurch vom Zwischengewebe unterschei
den, dass es sich dort breiter und halbkugelförmig ausdehnte. —
Kurz mau durfte das Gewebe untersuchen, von welchem Theile
der Geschwulst man wollte, von den Cysten, vom Zwischenge-
webe, von den scheinbar Scheidewände bildenden Membranen,
es war immer dasselbe und der Vf. kann es nicht besser be-