Full text: Summarium des Neuesten und Wissenswürdigsten aus der gesammten Medicin zum Gebrauche für practische Aerzte und Wundärzte (Neueste Folge, Band 18 = 1841, No 17-No 24)

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Chirurgie und Ophthalmologie. 
man wohl vermuthen, dass die rothe Partie, die sich so auf 
fallend durch ihre abgegränzte Gestalt von allen übrigen Cy- 
stengruppen in der Geschwulst anszeichnete, der Sitz des llo- / 
dens gewesen sei, dass derselbe später dem krankhaften Pro- 
cesse unterworfen wurde, als seine Umgebung, da in derselben 
die Cystenbildung schon viel vollkommener war, während man 
die kleinen Cysten der rothen Partie noch in so engem Zu 
sammenhänge mit ihrer Zwischensubstanz fand. Auch scheinen 
die reichlichem Blutgefässe anzudeuten, dass hier derselbe 
krankhafte Process erst vor sich ging, der an andern Stellen 
schon sein Ende erreicht hatte. Interessant ist auch, dass die 
Epididymis manchmal allein au Cystenbildung leidet, während 
der Hode das normale Gewebe beibehält. — Mikrosco- 
pische Untersuchung. Die Flüssigkeit, die in allen Cy 
sten von derselben Beschaffenheit gefunden wurde, wie sie oben 
angeführt ist, enthielt bei 290maligcr Vcrgrösserung Körper 
chen von sehr unregelmässig runder Form, so dass sie mehr 
Vielecken glichen und grob granulirt aussahen. In einzelnen 
entdeckte man deutlich einen Kern, der ebenfalls ungleiche 
Ränder hatte und manchmal "im Centrum, meist aber mehr ge 
gen den Rand des Körperchens hin gelagert war. Das Gewebe 
erschien unter dem Mikroscop eben so homogen, wie man es 
schon mit der Lonpe entdeckte. Bei 60 — 70maliger Vergrös- 
sernng glich es einer körnigen Masse, ohne alle Faserung, da 
gegen bei 290maliger entdeckte man man sehr feine Fasern 
parallel neben einander verlaufend, zwischen denen je undeut 
liche Körnchen eingestreut waren. Eine kleine Ausnahme 
machte das rothe Gewebe. Man sah hier nämlich ausser dem 
faserig körnigen Gewebe viele Blutkügelchen und schwarze Kü 
gelchen, fast von derselben Grösse wie die Blutkügelchen mit 
ungleichen Rändern vereinzelt in ziemlicher Anzahl zerstreut. 
Vielleicht waren diess nur zersetzte Blutkügelchen. Um etwas 
Genaueres über den Zusammenhang der ganz kleinen Cysten unter 
einander zu ermitteln, präparirte der Vf. 2 derselben frei und 
brachte sie dann unter das Mikroscop bei 70maliger Vergrösse- 
rung, da die Masse für eine stärkere zu gross war, konnte da 
aber nicht die geringste Verschiedenheit zwischen Vcrbindnngsge- 
webe und Cystenwänden wahrnehmen, sondern es verhielt sich bei 
des ganz so, wie schon erwähnt und das, was zu den Cysten ge 
hörte, liess sich nur dadurch vom Zwischengewebe unterschei 
den, dass es sich dort breiter und halbkugelförmig ausdehnte. — 
Kurz mau durfte das Gewebe untersuchen, von welchem Theile 
der Geschwulst man wollte, von den Cysten, vom Zwischenge- 
webe, von den scheinbar Scheidewände bildenden Membranen, 
es war immer dasselbe und der Vf. kann es nicht besser be-
	        
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