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zeigte sich der günstige Einfluss des „in statu nascendi“ zur
Verwendung kommenden Sauerstoffs auf den Keimvorgang. Denn
nicht nur dieselbe gute Einwirkung auf Keimungsenergie und Keim
zahl. wie bei continuirlicher Durchlüftung, wurde beobachtet, son
dern ein Wasserstoffsuperoxydzusatz wirkte noch intensiver (cf.
Buchweizen). Im Allgemeinen zeigte sich bei Wasserstoffsuper
oxydkulturen, dass die Einwirkung auf den Spross eine günsti
gere ist, als auf die Wurzel, da letztere insbesondere die Wurzel
spitze meist krankhaft gelblich erschien. Ein Uebelstand bei der
Benutzung von H2O2 ist der, dass dasselbe zugleich auch das
Wachsthum der Pilze fördert, sodass diese bei einzelnen Ver
suchen die Keimlinge überwucherten und so die Fortentwick
lung hemmten. Es wurden daher die Samen sorgfältig sterilisirt,
wodurch eine Zeit hindurch die Versuchsobjekte frei von niederen
Organismen blieben.
Zum Beleg des Gesagten sei folgender Versuch angeführt:
Am 12. VII. 00 wurden 100 Kleesamen in eine 100 ccm grosse
luftdicht verschlossene Glasflasche, die mit luftleerem, sterilisirten,
destillirten Wasser gefüllt war, gebracht:
Nach 6 Tagen hatten die Samen nicht im geringsten ge
keimt. Alsdann wurden 10 Tropfen Wasserstoffsuperoxydlösung
zugesetzt. Nach einem weiteren Tage hatten 50 am darauf
folgenden 75 °/° der Samen gekeimt.
Es fragt sich weiter, ob in der Keimfähigkeit resp. Wachs-
thnmsschnelligkeit ein Unterschied wahrzunehmen ist, wenn das
Licht direkten Zutritt zur Wasserstoffsuperoxydlösung hat, oder
wenn ein Teil der Lichtstrahlen durch dunkelgelbes Glas ab
gehalten wird. Mit andern Worten, ob die Zersetzung des Il 2 0 2
durch das Licht herbeigeführt werden muss. Zur Beantwortung
dieser Frage wurde Buchweizen zu je 30 Körnern teils in ein
weisses, teils in ein duukelgelbes verschlossenes Glasgefäss von
x ) Vergl. Vogel, A. Ueber den Einfluss des Ozons auf die Keimung.
Zeitschr. d. landw. Vers. Bayerns 1886, Jabrg. 76, Märzheft. Dem Verf.
nur bekannt durch Kef. Bot., Jahrg. 86, Bd. I., p. 133. „Vogel stellte
Untersuchungen an, welche ergaben, dass Ozon auf den Keimvorgang durch
aus keinen nachteiligen Einfluss ausübe, vielleicht sogar einen günstigen, was
aber Verf. noch nicht mit Bestimmtheit behaupten möchte.“