Full text: Walhall

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Wann diese Natursymbolik aufgekommen ist, wird sich nicht sagen 
lassen. Es scheint aber, als wurzelte in ihr auch die Ragnarökmythe 
der Fäfn. Die Insel, auf der die Asen den Kampf mit Surtr aus- 
fechten, ist der letzte Rest Land, der noch eine Grenze zwischen 
Götter- und Helreich andeutet. Vielleicht hat auch dem Eirikdichter 
dunkel vorgeschwebt: am jenseitigen Ende der Zitterbrücke sei die 
Hel. Eine andere Vorstellung, die in den Grimn. auftaucht, ist 
die, daß auch das Walhall gegenüberliegende Ufer des Himmels- 
flusses noch zum Götterlande gehört, und daß dort die Weltesche 
steht, zu der die Asen täglich über die ‘Asenbrücke’ reiten, um Thing 
zu halten. 
XI. 
1 (S. 56). Denn daß Odin je eine chthonische Gottheit’ 
gewesen wäre, dafür finde ich keinerlei Anhaltspunkt. S. auch 
v.d,Leyen ZfaAPh. 44, 484. 
2(8.58). Belegt bei Viga-GlümrB 114, A 119 und, wahr- 
scheinlich sekundär, bei Guthormr sindri A 63. 
3 (85.58). Daß hier das Ritzen des Blutaars gemeint sei und Cauts 
tafn die Lunge als Sitz der Seele bezeichne (Mo g k Menschen- 
opfer 9), ist nicht nur unbeweisbar und unwahrscheinlich, weil ohne 
jeden Anhalt in den Quellen, es wird m. E. durch stilistische 
Gründe widerlegt (vgl. z. B. Vellekla 32 und 36). Dieselben Gründe 
sprechen gegen die ältere Auffassung, die in Gauts tafn das Blut 
sah (so noch Weinhold Berl. Sitz-.Ber. 1891, 565). 
4(S.59 Z.6). Der erörterte Zusammenhang stellt auch Odins 
Namen GagnräöÖdr ins rechte Licht. Bugges Übersetzung ‘den 
som raader for seier’ (zu Vafpr. 8, 1) ist einwandfrei; aber sie bedarf 
der Präzisierung: gagn bezeichnet den Sieg, insofern er Gewinn, 
und zwar vorzüglich Beutegewinn ist (hrusti giwinnan, rauba bira- 
hanen Hild.) — eine Nuance, die übrigens aus etymologischen und 
kulturgeschichtlichen Gründen auch für den ursprünglichen Sinn 
des Wortes Sieg selbst anzunehmen ist. Der Gott entscheidet
	        
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