Full text: Summarium des Neuesten und Wissenswürdigsten aus der gesammten Medicin zum Gebrauche für praktische Aerzte und Wundärzte (Neueste Folge, Band 19/21 (Jahrgang 1842), No 1-No 104)

356 Chirurgie und Ophthalmologie. 
zen und bei fortgesetzter orthopädischer Nachbehandlung konnten 
nicht nur die Hand, sondern auch die Finger besser gebeugt 
werden und die Ulnarhältte der Beuger zeigte in ihrer ganzen 
Länge Contraction. Jetzt haben sich die Beuger so erholt, dass 
der Mann rohere Gegenstände fassen und festhalten , auch schon 
zröbere Arbeiten verrichten kann, daher sich noch bedeutende 
Besserung hoffen lässt. [Oesterreichische medic, Hochenschrift, 
1542. No. 13.1 
259. Ueber die radicale Heilung freier Lei- 
stenbrüche; nach Beobachtungen im k, k. n. 6. Provinzial- 
Strafhause in Wien; vom Primararzte Dr. HaıLer. Die Bemü- 
hungen eines Belmas, Bonnet, Gerdy u. A. zur Radikalcur 
freier Leistenbrüche, so wie Signoroni’s eben so sinnreiche 
Methode , haben auch in Wien die Anerkennung gefunden, die 
sie so sehr verdienen, und besonders v. Patruban hat in 
einer interessanten Schrift (über die Radicalcur der Vorlage- 
rungen in der Leistengegend. Wıen, 1539) nebst geschichtli- 
chem Ueberblicke der bisherigen Heilmethoden, die auf v. Watt- 
mann’s Klinik gemachten Erfahrungen und Verbesserungen der 
neuen Öperationsmethode bekannt gemacht und zu weitern 
Versuchen aufgefordert. Hierauf hat Primarwundarzt Prof. Dr. 
Schub Gerdy’s Verfahren, dem wohl vor Allen übrigen der 
Vorzug gebührt, wesentlich verbessert. Nach dieser Methode 
hat der Vf. die nachstehenden Operationen freier Leistenbrüche 
vorgenommen und indem er dieselben bekannt macht, wünscht 
er, dass sie dazu beitragen möchten , hier und da laut gewor- 
dene Zweitel und Bedenken zu heben und andere Aerzte zur 
Bekanntmachung ihrer Erfahrungen zu bestimmen. Einzelne 
misslungene Fälle berechtigen noch nicht zu einem absprechen- 
den Urtheile, so wenig als einige gelungene zu den sanguini- 
schen Hoffnungen, denen man sich bei jeder neu auftauchen- 
den Sache so leicht hingieht. Nur eine grosse Menge mit 
strenger Wahrheit beschriebener Curen, und besonders viele 
Beobachtungen lange Zeit nach der Operation werden ein völlig 
begründetes Urtheil feststellen und die Kranken sicher auswäh- 
len lassen, bei denen man auf Radicalheilung durch diese ganz 
gefahrlose Operation rechnen darf. Die Beobachtungen des 
Vfs. sind folgende: Erste Beobachtung. Ein 23jähriger 
gesunder Mann hatte sich 1537 während seines Aufenthaltes 
im Strafhause durch einen Sprung von seiner Schlafstelle einen 
rechiseitigen äusseren Leistenbruch vonder Grösse eines Tau- 
beneies zugezogen, welcher beim Liegen völlig zurücktrat, 
und obgleich Pat. kein Bruchband Irug, sich nur unbedeutend 
vergrösserte, Zu Ende des Jahres 35 wurde der Mann aus
	        
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