Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Bauern berichten über ihre Erfahrungen 
/ Bo« Nîemôller-Haneran 
Von Niemöller, Hanerau. 
In Anbetracht der Tatsache, daß es wie in frü 
herer Zeit wohl nicht mehr möglich ist. die Schwei 
nemast hier auf der Geest unter Zuhilfenahme 
ausländischer Futtermittel zu betreiben, dieselbe 
aber wegen der geringen Fruchtbarkeit vieler Geest- 
gebiete immer darauf angewiesen sein wird, den 
Boden durch Erzeugung von möglichst viel Stall 
mist nicht in seiner Erzeugungsfahigkeit sinken zu 
lassen, wird man in Zukunft ohne die Kartoffel 
nicht mehr auskommen können. Die Einsicht, durch 
Wort und Schrift nachdrücklich unterstützt, ist wohl 
allen geläufig geworden. Sie bringt aber immerhin 
für die Betriebe eine Umstellung mit sich, die vor 
her überlegt und dann auch herzhaft beschritten wer 
den mutz. Wie nun einmal von alten erfahrenen 
Firmen selbst dem Zusammenschlutz zu Dämpf 
kolonnen der Vorzug gegeben wird vor Einzelan 
schaffung eines Kartoffeldämpfers und dieser rich 
tige Schluß gezogen ist auS der Erkenntnis, daß die 
Kartoffel in Sauergruben nicht an ihrem Wert ein 
büßt, so sollte man sich nur noch über den Weg klar 
sein, wie die Sache angegriffen werden soll. Wo ein 
Wille ist, findet sich auch irgend ein Weg. 
Unsere Dämpfkolonne wurde als eine der ersten 
gegründet. Nach langen Beratungen über den Weg 
der Anschaffung des Dämpfers zu 20 Anteilen fe 
100 MM, wurde er von einer Gemeinschaft von 
14 Bauern angeschafft. Natürlicherweise konnte der 
Dämpfer in diesem Jahre noch nicht so ausgenutzt 
werden, wie es in Zukunft der Fall sein wird, wenn 
die Kartoffelmast sich . erfolgreich eingeführt hat. 
Wenn man aber sieht, wie sauber die Kartoffel und 
wie tadellos gedämpft sie in den Silo gebracht wird 
und wie schnell und einfach die ganze Arbeit des 
Dämpfens vor sich geht, so wird jeder, der ein 
größeres Quantum Futterkartofseln zum Dämp 
fen angebaut hat, von dieser besten Methode des 
Dämpfens Gebrauch machen. Wenn ich allerdings 
höre, daß für das Dämpfen von 1 Ztr. Kartoffeln 
bis zu 80 Pfg. gefordert werden, dann kann man 
das allerdings als Wucher bezeichnen. Bei Bekö 
stigung des Heizers und eigener Lieferung von 
Brennmaterial (Kohle, Holz, Torf) ist ein Preis 
von 15 Pfg. ausreichend, wenn dafür gesorgt ist, 
daß ca. 4000 Ztr. Kartoffeln in einem Dämpfbezirk 
gedämpft werden. 
Das Dämpfen selbst geschieht möglichst in un 
unterbrochener Folge. Jedes Faß enthält 10 Ztr. 
und ist in ca. 14 Stunde gedämpft. Es werden der 
Reihe nach drei Fässer gedämpft, wobei immer eins 
ausgeschüttet und wieder gefüllt wird. Jugendwelche 
Schwierigkeiten sind nicht aufgetreten. Zur Erleich 
terung des Transportes 'ist es zweckmäßig, Gum 
miräder zu nehmen, zumal die Bedienung des 
Dänrpfers ihr volles Matz Arbeit hat, die ge 
dämpften Kartoffeln fortzuschaffen, zu waschen und 
einzufüllen. 
Wo auch unsere Kolonne gearbeitet hat, kann sie 
in kommenden Jahren wiederkommen, und es ist 
keiner, dem diese Arbeit nicht gefallen hat. Wenn 
andere Provinzen gelernt haben, aus der Kartoffel- 
mast Nutzen zu ziehen, warum nicht auch Schles 
wig-Holstein, wo die Anbaufähigkeit der Kartoffel 
und ihre Ertragsfähigkeit feststeht und der Kartof 
felbau oft in vielen Jahren, in denen Getreide ver 
regnete, einen Sicherheitsfaktor mehr darstellte, den 
Betrieb in sich zu festigen, den Acker rein zu hal 
ten und mit Humusstoffen zu bereichern. 
Stellungnahme der Landwirtschaftsschule 
Hohenwestedt zum Artikel „Tämpfkolonnen" 
von Niemöller-Hanerau. 
Die Hademarscher Dämpfkolonne Hat, wie auch 
aus anderen Gegenden berichtet wird, in ihrem Be 
zirk vorbildlich gewirkt. Trotzdem im Frühjahr 
1985 noch nicht feststand, daß im Herbst eine Dämps- 
kolonne im Bezirk vorhanden sein würde, haben 
so viele landwirtschaftliche Betriebe von der Mög 
lichkeit, durch die Dämpfkolonne Futterkartoffeln 
zu dämpfen und in behelfsmäßigen Gruben einzu 
säuern, Gebrauch gemacht, daß rund 5000 Ztr. im 
ersten Herbst gedämpft worden sind. Auch die Er 
folge mit der Kartoffelmast sind in den verschiede 
nen Betrieben zufriedenstellend. Anläßlich einer 
Hofbegehung bzw. einer anderen Besichtigung wurde 
uns sowohl von der Bauernfrau wie auch von dem 
Bauern besonders versichert, daß das Verfüttern 
von Sauerkartoffeln an die Mastschweine eine ganz 
vorzügliche Sache sei und kaum eine Mehrarbeit 
bedeute. 
Meine Erfahrung in der KartoffelschweirrerMst 
Von H. D. Hadenfeldt-Beringstedt 
Es ist allgemein bekannt, daß eine Mast mit 
käuflichen Futtermitteln bzw. reinem Getreide- 
schrot für heute und ja wahrscheinlich auch für die 
nächste Zukunft vollkommen unwirtschaftlich ist. 
Ich bin daher schon vor reichlich einem Jahr dazu 
übergegangen, in vermehrtem Maße gedämpfte 
und eingesäuerte Kartoffeln und Zuckerrunkeln zu 
verfüttern an Mastschweine. Im allgemeinen habe 
ich mich an die Richtlinien der Fvrschungsanstalt 
gehalten. 
Da ich Mangel an Zuckerrunkeln habe, verwende 
ich auch Runkelrüben und gebe dementsprechend 
weniger Trinkwasser bzw. Wasser. Im Sommer 
verfüttere ich anstatt Rüben Gras und Klee. Fehl 
schlüge, d. h. steife Schweine gibt eS nur. wenn nicht 
genügend Eiweiß beigefüttert wird und unter Um 
ständen nicht die entsprechende Menge Rohfaser im 
Futter enthalten ist. 
Will ich nur Milch als Eiweißfutter reichen, dann 
darf ich nur auf je 3 Liter anfallende Magermilch 
1 Schwein halten. Da meine Magermilch für die 
Kälber fast verbraucht wird, verabreiche ich statt 
dessen Fischmehl, und zwar je Schwein, einerlei ob 
klein oder groß, 300 Gramm. An Kraftfutter gebe 
ich pro Schwein bis zu einer Gewichtsgröße von 
zirka 75 Kg. je Tag nur 'A Kg. Mengkornschrot. 
Schon die Absatzferkel im Geivicht von 15 Kg. er 
halten in einem zweiten Trog je eine Handvoll 
gedämpfte Kartoffeln, geschnitzelte Zuckerrüben und 
Runkelrüben und Haferkaff, 1 bis 2 Liter Spül 
milch und 100 bis 200 Gramm Fischmehl. Nach vier 
Wochen verfiittere ich bereits 800 Gramm Fisch 
mehl und steigere die Runkel- und Kartoffelgabe 
bis auf je 2 Kg. pro Schwein und Tag neben der 
gleichen Raummenge Kaff. Nach 100 Tagen ver 
zehrt jedes Schwein schon zirka 4 Kg. Zuckerrunkeln 
und die gleiche Menge gedämpfte oder gesäuerte 
Kartoffeln. Es hat bis dahin je 50 Kg. Mengkorn 
verzehrt und wiegt jetzt zirka 75 Kg. 
Habe ich nun nicht genügend Kartoffeln in der 
Wirtschaft zur Verfügung, dann kann ich jetzt auch 
1A Kg. Roggenschrot hinzugeben, darf in diesem 
Falle aber die Kafsgabe nicht weglassen, denn Kar 
toffeln, Rüben und Roggen sind alle drei Futter 
mittel mit ungenügendem Rohfascrgchalt gegen 
über Gerste. 
Mit fünf Monaten wiegen meine Schweine 100 
bis über 125 Kg., wenn sie gesund sind. 
für den Master liegt weniger in der Mast selber 
als in der Masseuerzeugung von Hackfrüchten. Die 
Verwertung stärkereicher Kartoffeln beträgt minde 
stens 2,58 MM pro Ztr., wenn sie in richtiger Zu 
sammenstellung verfüttert werden. Fast jeder Be 
trieb hat irgendwo minderwertige Wiesen oder 
Weiden, durch deren Umbruch die Hacksruchtfläche 
vergrößert werden kann, ohne die Getreidefläche zu 
drücken. Anzuraten ist dann aber die regelrechte 
Fruchtwechselwirtschaft. 
Stellungnahme 
der LandwirtschastSschule Hohenwestedt zum Artikel 
„Meine Erfahrungen in der Kartosfclschwcinemast" 
von Bauer Hadenfeldt-Beringstedt. 
Die Erfahrungen des Bauern Hadcnfelöt bestä 
tigen das, was an den Sprechabenden und an den 
sonstigen Versammlungen für die Erzeugungs 
schlacht schon immer betont worden ist. Mit Hilfe 
einer Grün- bzw. Rübenfütterung, Kohlblattfütte 
rung, im Sommer und genügend Sauerkartoffeln 
wird es für die Zukunft möglich sein, die Schweine- 
mast in Schleswig-Holstein wieder bodenständig zu 
machen und wirtschaftlich zu gestalten. 
Aeder Waldbau mb Anzucht 
von WalhHanpMnzUngen 
Bon Niemöller-Hanerau 
Wenn der Sommer kommt, füttere ich viel Gras 
an alle Schweine und daneben Sauerkartoffeln und, 
da dann reichlich Milch vorhanden ist, wenig Fisch 
mehl. In Zukunft werde ich auch Süßlnpinenschrot 
statt Fischmehl verwenden, weil dasselbe sich hier 
gut bewährt hat. Leider muß ich tit diesem Jahre 
noch meinen ganzen Anbau zur Saat verwenden. 
Gegen Ende der Mast gebe ich statt Fischmehl auch 
gerne Milch oder andere Eiweißfuttermittel. Un 
bedingt zu verwerfen ist jede Tranfütterung in den 
letzten Monaten vor der Schlachtung. Das Geschäft 
Wer kein Verständnis für den Wald besitzt, wem 
die alten knorrigen Eichen um seinen Hofplatz 
herum nicht ein Heiligtum sind, wer meint, der 
Waldgrund wäre nur dazu da, ein paar Tannen 
bäume herauszuschlagen, um ihn dann jahrelang 
verkommen zu lassen, so daß Heide und Unkraut 
darauf wachsen, wer einen noch nicht reifen Holz 
bestand nicht schnell genug zu Geld machen kann, 
dem ist nicht zu raten und zu helfen, und es wäre 
besser, er hätte nie Waldgrund besessen. Der Wald 
erfordert Geduld und Verständnis von Vater auf 
Sohn und Enkel. Der Wille des Vaters, einen gu 
ten und wuchsfreudigen Wald heranzuziehen, muß 
von seinem Sohn geehrt werden, wider alle Ver 
suchungen, sich von gewissenlosen Holzhänblern 
?ür eine hübsche Summe Geldes sein Holz ab 
schneiden zu lassen, für die seine Tochter vielleicht 
ein Sofa mehr in die Aussteuer bekommt. Der 
Enkel ist derjenige, der den reife» Bestand ernten 
wird. Der größte Fehler und darum der Grund, 
weshalb heute so viele Bauernwalöungen so trost 
los aussehen, ist dadurch gemacht, daß man im 
Walde zu einseitig gewirtschaftet hat. Man zerstörte, 
nachdem um 1870 herum die Fichte als der „ren 
tabelste" Baum in den höchsten Tönen gepriesen 
wurde, den Rest der schönen Laubholzbestände und 
baute auf großen Flächen die Fichte an. Erst heißt 
es, das Laubholz wächst zu langsam, schließlich 
konnte man es bei der Fichte auch nicht mehr ab 
warten. Kein Wunder, wenn dann geklagt wird, der 
Wald bringt nichts ein. Er kann das eben mit 80 
oder 40 Jahren nicht. Das lasse man sich endlich 
gesagt sein. Der Wald soll also nicht einseitig ge 
nützt werden. Weder als Laubwald noch als Nadel 
holzwald. Aber eine bestimmte Holzart soll vor 
herrschend sein, und zwar die, die sich auf dem Bo 
den am besten bewährt. Es gibt schnell und langsam 
wachsende Holzarten, alle können am gegebenen 
Platz die richtigen sein, wenn man sich über das 
Ziel, über den Holzwirtschaftsplan klar ist, ivelcher 
als Endziel haben muß, die wüchsigsten Stammfor 
men für den Altbestand zu ziehen, der dann die 
Mühe lohnen wird durch wertvolles Nutzholz. 
Die gebräuchlichste Form der Begründung eines 
Bestandes ist die Pflanzung. Sie gedeiht am besten 
dort, wo einmal genügend Winöruhe vorhanden ist, 
und darauf gehalten wird, daß kein Unkraut über 
wuchert und Fehlstellen unerbittlich nachgepflanzt 
werden. Man kann die Pflanzen entweder selbst in 
Saatbeeten heranziehen und sie nach zwei Jahren 
verschulen oder, was ebenso empfehlenswert ist, 
man läßt sich Pflänzlinge aus den Halstenbeker 
Baumschulen schicken und zieht sie sich in weiteren 
zwei Jahren heran, damit man gut bewurzelte 
Pflanzware hat, die den Erfolg der Pflanzung we 
sentlich begünstigt und einen baldigen Schluß der 
Pflanzung gewährleistet, der das Wesentlichste ist, 
sonst gehen viele Jahre durch das Kümmern der 
Pflanzen verloren. Aus einem guten Wurzelwerk 
erhalten sie ja ganz andere Wuchsfreubigkeit. 
Aber so verschieden und mannigfaltig die Holz 
arten sind, die man anbauen kann, so kann das oft 
auch sehr verkehrt geschehen. Die Pappel, von der 
jetzt so oft die Rede ist, ist einer der schnellwüchsig 
sten Bäume. Ist sie in einen Bestand gemischt, so 
wirkt sie wie die Distel im Kornfeld. Sie zieht 
mit ihrem Wurzelnetz 50 Meter weit und sucht alles 
zu unterdrücken, was in ihrer Nähe steht. Zur 
Einmischung wenig geeignet, leistet die Pappel das 
Beste freistehend an Rändern und zur Ausfüllung 
von Bestandslücken. Die Sitkafichte übertrifft die 
Rotfichte an Wuchs, wurzelt tiefer und bietet guten 
Windschutz. Die japanische Lerche wächst schnelle»« 
gedeiht hier fast überall und treibt zu schnelleres 
Höhenwuchs im Mischbestände an. Die Eiche »»»^ 
langt besonders im Rotbuchenbestand, daß ihr 
Licht nicht fortgenommen wird. Kennt man alle 
diese Eigenarten der einzelnen Bäume nicht, so n>i»° 
aus einem Bestand, so gut er auch gepflanzt f elIt 
kann, nicht das, was er sein sollte. Wie man als» 
in Ackerbau und Viehzucht ohne Kenntnisse bşş 
seinen Hof ruiniert haben würde, so liegt der R»i" 
des Waldes ebenfalls cm Mangel an Kenntnisse»- 
Und wenn heute der Staat dazu übergeht, a»» 1 
Nutzen der Volkswirtschaft durch Kreisförster ode» 
dergleichen die walöbesitzenöen Bauern anzureg»» 
und nach bestem Können und Wissen in allen F»»,' 
gen zu beraten, so ist hier etwas angefaßt, W 1 »' 
unseren ganzen Dank und tätige Mitarbeit hervor' 
rufen muß. 
Stellungnahme 
der Landwirtschaftsschule Hohenwestedt zum Artik» 
„Ueber Waldbau und Anzucht von Waldbanpslä»^ 
lingen" von Niemöller-Hanerau. 
Da der Waldbau im Kreise Rendsburg doch »»" 
einer gewissen Bedeutung ist, haben wir Herr» 
Niemöller, der selbst einen großen Waldbesitz be' 
wirtschaftet, veranlaßt, seine Erfahrungen niederz»' 
schreiben. Wir glauben, daß die Anregungen t» f 
manchen Wald besitzenden Bauern von Wichtigkeil 
sein werden. — In diesem Zusammenhang sei da' 
rauf hingewiesen, daß die Landwirtschaftsschule 
henmestedt über einen „ Proherba"-Spritzappar»i 
verfügt, der an Walöbesitzer ausgeliehen werde» 
kann, wenn es sich darum handelt, junge Schon»»' 
gen vor Wildverbiß zu schützen und zu bewahre»- 
Das „Proherba"-Spritzmittel ist von sicherer Wi»' 
kung gegen den Wildverbiß, der oft großen Schade» 
unter den jungen Bestünden anrichten kann. 
Ueber alle waldbaulichen Fragen gibt auch die 
Forststelle bei der Landesbauernschaft in Kiel a»! 
Wunsch die notwendige Auskunft. 
Der Umsatz des Handwerks 1834/33 
Zunahme von 9 (, / 0 im Jahre 1935 gegenüber 1934 
Der Reichsstanö des Deutschen Handwerks hat sich 
schon seit längerer Zeit mit der Beschaffung brauch 
baren Zahlenmaterials aus der Hanöwerkswirt- 
schast beschäftigt und bekanntlich mit dem Statisti 
schen Reichsamt eine laufende monatliche Konjunk 
turstatistik eingeleitet. In der neuen Folge des 
„Deutschen Hanöwerksülattes", das als Beilage zu 
der Zeitschrift „Deutsches Handwerk" erscheint, wird 
jetzt eine Schätzung der Umsätze von 1934 und 1935 
veröffentlicht, die den Ausgangspunkt für die künf 
tige Berichterstattung darstellen soll. Danach ergibt 
sich für diese Zeit folgende Umsatzentwicklung (die 
Verhältniszahlen für 1934 beziehen sich auf den 
durchschnittlichen Monatsumsatz des Jahres 1934): 
Monat 
1934 
1935 
Februar 
März 
April 
Mai 
Juni 
Juli 
August 
September 
Oktober 
November 
Dezember 
78,2 
73.4 
97,0 
98.5 
101,8 
99,4 
101,6 
101,0 
103.7 
113,3 
107,6 
129.8 
89,1 
79,0 
95,4 
105,0 
110.7 
105,0 
112,1 
115,5 
111.7 
128,9 
120.7 
000,0 
Die Meldungen der 1840 berichtenden Betriebe 
liegen für die Monate Januar bis November 1935 
geschlossen vor, für Dezember 1935 weisen sie dage 
gen Lücken auf. Dieser Monat mußte daher aus 
dem Jahresvergleich 1935 zu 1934 ausgeschaltet 
werden, der sich infolgedessen auf die 11 Monate 
Januar bis November beschränkt. Die unter den 
Meßziffern des Jahres 1935 wieöergegebenen Zah 
len bedeuten die jeweilige Zu- und Abnahme gegen 
über dem entsprechenden Monat 1934. 
Eine Betrachtung der sachlichen Gliederung zeigt 
bei 18 Handwerkszweigen eine Umsatzzunahme, bei 
den restlichen 5 eine Abnahme. Die Umsatzzunahme 
ltzegt bei den Schuhmachern, Bäckern, Töpfern und 
Ofensetzern, Friseuren, Dachdeckern, Glasern, Da 
menschneidern, Konditoren und Müllern zwischen 
0,9 und 6 vH: bei den Klempnern und Installa 
teuren, Schmieden, Stellmachern, Fleischern und 
Tischlern liegt die Zunahme zwischen 11,7 und 16,1 
vH: bei den Steinmetzen bei 22,0 vH und im Bau 
gewerk, bei den Zimmerern und den Schlossern 
zwischen 29,0 und 30,8 vH. Abwärts bewegten sich 
die Umsätze bei den Malern, Elektroinstallateuren 
und Mechanikern: am größten war der Umsatzrück 
gang bei den Sattlern und im Herrenschneiderhand 
werk l— 5,2 und — 6,1 vH). 
Im ganzen ergibt sich für das Handwerk eine 
Umsatzsteigerung von 9 vH im Jahre 1935 gegen 
über 1934. Allerdings handelt es sich hierbei um 
keinen gewogenen, sondern nur um einen rechne 
rischen Durchschnitt. Die Umsatzsteigerung macht 
also mengenmäßig ungefähr einen Monatsumsatz 
aus. 
Bei einem Vergleich der Entwicklung in den ver 
schiedenen Bezirken schneidet Ostpreußen mit einer 
Umsatzsteigerung von 16,2 vH am besten ab. Ä»ş 
der mittleren Linie liegen Mitteldeutschland »»* 
12.8 vH, Niedersachsen mit 11,1 vH, Bayern «0* 
10.9 vH, Berlin-Brandenburg-Grenzmark mit 9 
vH, Süöwestdeutschland mit 8,9 vH und Schlesie» 
mit 7,2 vH. In weiterem Abstand folgen dann erst 
Sachsen mit 3,6 vH, Westfalen mit 2,1 vH und Hesse» 
mit 1,7 vH. Einen leichten Umsatzrückgang hat daZ 
Gebiet Saarpfalz mit — 1,7 vH zu verzeichnen, n>» 
sich die allgemeine Wirtschaftsbelebung 1935 ii» 
Handwerk noch nicht voll auswirken konnte. 
Die Umsatzentwicklung allein ist natürlich nichi 
maßgebend für die wirtschaftliche Lage des Hand' 
werks. Hierfür sind vielmehr noch verschiedene a»' 
dere Faktoren von Bedeutung, so namentlich daê 
Verhältnis der Gestehungskosten zu den Preise» 
für handwerkliche Leistungen und Lieferung»»' 
Hier sind leider zur Zeit bestimmte Gesahrenpunkt» 
zu verzeichnen, über wiche der Reichsstand in die' 
sen Tagen durch eine Broschüre „Die Preisentwich 
lung des Handwerks im Jahre 1935" berichtet ha» 
— Im ganzen sind die angegebeneir Zahlen übe» 
die Umsatzveränderungen naturgemäß mit alle» 
Vorsicht aufzunehmen, denn 1840 Betriebe sind b»i 
einem Gesamtbestand von rd. 1.5 Millionen imm»»' 
hin verhältnismäßig ivenig, wenn mau sie vielleicht 
auch als ausgesprochen typische Betriebe bezeichn»" 
kann. Es zeigt sich aber auch bei Berücksichtig»»^ 
dieses Umstandes, daß die Umsätze des Handwerk 
in seiner Gesamtheit parallel zu dem allgemein»» 
Wirtschaftsaufstieg steigen. Andererseits wird di» 
Fortführung der hiermit eingeleiteten Konjunkt»»' 
statistic zeigen, welche Handwerkszweige automatic 
an der allgemeinen Belebung einen Anteil hab»» 
und welche Zweige noch einer gewissen Hilfsstellu»^ 
bedürfen. 
Was beim Sommrrschlntzvek- 
tanf nicht verkauft werben ban 
In den Sominerschlnßverkäusen des Jahres 
dürfen nach einer im Reichsanzeiger vom 3. I»» 
veröffentlichten Anordnung des Reichswirtschaşi^ 
Ministers die nachstehend aufgeführten Waren d»^ 
Textilfachgebiets nicht zum Verkauf gestellt w»»^ 
den: Glatte lungemusterte) weiße Wäschestoffe i c ' 
der Art einschließlich Rohnessel, Inletts jeder Ä»/ 
Handtücher einschließlich Küchenhandtücher (a uö<y 
lassen sind jedoch Frottierhandtücher), Küchen^ 
schirrtücher, Erstlingswäsche, glatte (ungemuste»^ 
ungarnierte Bettwäsche, auch wenn sie mit gari«»^ 
ter Bettwäsche zu einer Garnitur zusammengest»^ 
wird, Vettfedern, Kapok und sonstiges Betterif» 
material, Matratzen, Matratzenschoner, Reform^ 
ten, Bettstellen, blaue Mützen aller Art, schlvä 
rz»- 
steife Herrenhüte, schwarze, weiche Herrenhüte, 70 
rufskleidung (zugelassen sind jedoch Livreen 
Chauffeuranzüge), Pelze, pelzgefütterte M»n 
äntel« 
Ļt 
Teppiche, Brücken und Verbindungsstücke jeder 
(zugelassen sind jedoch Läufer und Vorlagen), 
nen und Fahnenstoffe jeder Art, Herrenschirme u ( 
-stücke, glatte schwarze Damenschirme, Kinderschi»»' 
ņ-hin 
Ş'ttlic 
àei 
, " a 
ôiDecfģ 
^setzt 
S u 
| Ie .f 
seife 
wtte 
S*Hfl 
Arich 
mitten 
e Uiejit 
ļittt ej 
-lt, ô 
Ģ H. 
Wortes 
eil 
»rase 
Seich j 
Segey 
friste 
Seiriini 
und Gartenschirme.
	        
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