Bauern berichten über ihre Erfahrungen
/ Bo« Nîemôller-Haneran
Von Niemöller, Hanerau.
In Anbetracht der Tatsache, daß es wie in frü
herer Zeit wohl nicht mehr möglich ist. die Schwei
nemast hier auf der Geest unter Zuhilfenahme
ausländischer Futtermittel zu betreiben, dieselbe
aber wegen der geringen Fruchtbarkeit vieler Geest-
gebiete immer darauf angewiesen sein wird, den
Boden durch Erzeugung von möglichst viel Stall
mist nicht in seiner Erzeugungsfahigkeit sinken zu
lassen, wird man in Zukunft ohne die Kartoffel
nicht mehr auskommen können. Die Einsicht, durch
Wort und Schrift nachdrücklich unterstützt, ist wohl
allen geläufig geworden. Sie bringt aber immerhin
für die Betriebe eine Umstellung mit sich, die vor
her überlegt und dann auch herzhaft beschritten wer
den mutz. Wie nun einmal von alten erfahrenen
Firmen selbst dem Zusammenschlutz zu Dämpf
kolonnen der Vorzug gegeben wird vor Einzelan
schaffung eines Kartoffeldämpfers und dieser rich
tige Schluß gezogen ist auS der Erkenntnis, daß die
Kartoffel in Sauergruben nicht an ihrem Wert ein
büßt, so sollte man sich nur noch über den Weg klar
sein, wie die Sache angegriffen werden soll. Wo ein
Wille ist, findet sich auch irgend ein Weg.
Unsere Dämpfkolonne wurde als eine der ersten
gegründet. Nach langen Beratungen über den Weg
der Anschaffung des Dämpfers zu 20 Anteilen fe
100 MM, wurde er von einer Gemeinschaft von
14 Bauern angeschafft. Natürlicherweise konnte der
Dämpfer in diesem Jahre noch nicht so ausgenutzt
werden, wie es in Zukunft der Fall sein wird, wenn
die Kartoffelmast sich . erfolgreich eingeführt hat.
Wenn man aber sieht, wie sauber die Kartoffel und
wie tadellos gedämpft sie in den Silo gebracht wird
und wie schnell und einfach die ganze Arbeit des
Dämpfens vor sich geht, so wird jeder, der ein
größeres Quantum Futterkartofseln zum Dämp
fen angebaut hat, von dieser besten Methode des
Dämpfens Gebrauch machen. Wenn ich allerdings
höre, daß für das Dämpfen von 1 Ztr. Kartoffeln
bis zu 80 Pfg. gefordert werden, dann kann man
das allerdings als Wucher bezeichnen. Bei Bekö
stigung des Heizers und eigener Lieferung von
Brennmaterial (Kohle, Holz, Torf) ist ein Preis
von 15 Pfg. ausreichend, wenn dafür gesorgt ist,
daß ca. 4000 Ztr. Kartoffeln in einem Dämpfbezirk
gedämpft werden.
Das Dämpfen selbst geschieht möglichst in un
unterbrochener Folge. Jedes Faß enthält 10 Ztr.
und ist in ca. 14 Stunde gedämpft. Es werden der
Reihe nach drei Fässer gedämpft, wobei immer eins
ausgeschüttet und wieder gefüllt wird. Jugendwelche
Schwierigkeiten sind nicht aufgetreten. Zur Erleich
terung des Transportes 'ist es zweckmäßig, Gum
miräder zu nehmen, zumal die Bedienung des
Dänrpfers ihr volles Matz Arbeit hat, die ge
dämpften Kartoffeln fortzuschaffen, zu waschen und
einzufüllen.
Wo auch unsere Kolonne gearbeitet hat, kann sie
in kommenden Jahren wiederkommen, und es ist
keiner, dem diese Arbeit nicht gefallen hat. Wenn
andere Provinzen gelernt haben, aus der Kartoffel-
mast Nutzen zu ziehen, warum nicht auch Schles
wig-Holstein, wo die Anbaufähigkeit der Kartoffel
und ihre Ertragsfähigkeit feststeht und der Kartof
felbau oft in vielen Jahren, in denen Getreide ver
regnete, einen Sicherheitsfaktor mehr darstellte, den
Betrieb in sich zu festigen, den Acker rein zu hal
ten und mit Humusstoffen zu bereichern.
Stellungnahme der Landwirtschaftsschule
Hohenwestedt zum Artikel „Tämpfkolonnen"
von Niemöller-Hanerau.
Die Hademarscher Dämpfkolonne Hat, wie auch
aus anderen Gegenden berichtet wird, in ihrem Be
zirk vorbildlich gewirkt. Trotzdem im Frühjahr
1985 noch nicht feststand, daß im Herbst eine Dämps-
kolonne im Bezirk vorhanden sein würde, haben
so viele landwirtschaftliche Betriebe von der Mög
lichkeit, durch die Dämpfkolonne Futterkartoffeln
zu dämpfen und in behelfsmäßigen Gruben einzu
säuern, Gebrauch gemacht, daß rund 5000 Ztr. im
ersten Herbst gedämpft worden sind. Auch die Er
folge mit der Kartoffelmast sind in den verschiede
nen Betrieben zufriedenstellend. Anläßlich einer
Hofbegehung bzw. einer anderen Besichtigung wurde
uns sowohl von der Bauernfrau wie auch von dem
Bauern besonders versichert, daß das Verfüttern
von Sauerkartoffeln an die Mastschweine eine ganz
vorzügliche Sache sei und kaum eine Mehrarbeit
bedeute.
Meine Erfahrung in der KartoffelschweirrerMst
Von H. D. Hadenfeldt-Beringstedt
Es ist allgemein bekannt, daß eine Mast mit
käuflichen Futtermitteln bzw. reinem Getreide-
schrot für heute und ja wahrscheinlich auch für die
nächste Zukunft vollkommen unwirtschaftlich ist.
Ich bin daher schon vor reichlich einem Jahr dazu
übergegangen, in vermehrtem Maße gedämpfte
und eingesäuerte Kartoffeln und Zuckerrunkeln zu
verfüttern an Mastschweine. Im allgemeinen habe
ich mich an die Richtlinien der Fvrschungsanstalt
gehalten.
Da ich Mangel an Zuckerrunkeln habe, verwende
ich auch Runkelrüben und gebe dementsprechend
weniger Trinkwasser bzw. Wasser. Im Sommer
verfüttere ich anstatt Rüben Gras und Klee. Fehl
schlüge, d. h. steife Schweine gibt eS nur. wenn nicht
genügend Eiweiß beigefüttert wird und unter Um
ständen nicht die entsprechende Menge Rohfaser im
Futter enthalten ist.
Will ich nur Milch als Eiweißfutter reichen, dann
darf ich nur auf je 3 Liter anfallende Magermilch
1 Schwein halten. Da meine Magermilch für die
Kälber fast verbraucht wird, verabreiche ich statt
dessen Fischmehl, und zwar je Schwein, einerlei ob
klein oder groß, 300 Gramm. An Kraftfutter gebe
ich pro Schwein bis zu einer Gewichtsgröße von
zirka 75 Kg. je Tag nur 'A Kg. Mengkornschrot.
Schon die Absatzferkel im Geivicht von 15 Kg. er
halten in einem zweiten Trog je eine Handvoll
gedämpfte Kartoffeln, geschnitzelte Zuckerrüben und
Runkelrüben und Haferkaff, 1 bis 2 Liter Spül
milch und 100 bis 200 Gramm Fischmehl. Nach vier
Wochen verfiittere ich bereits 800 Gramm Fisch
mehl und steigere die Runkel- und Kartoffelgabe
bis auf je 2 Kg. pro Schwein und Tag neben der
gleichen Raummenge Kaff. Nach 100 Tagen ver
zehrt jedes Schwein schon zirka 4 Kg. Zuckerrunkeln
und die gleiche Menge gedämpfte oder gesäuerte
Kartoffeln. Es hat bis dahin je 50 Kg. Mengkorn
verzehrt und wiegt jetzt zirka 75 Kg.
Habe ich nun nicht genügend Kartoffeln in der
Wirtschaft zur Verfügung, dann kann ich jetzt auch
1A Kg. Roggenschrot hinzugeben, darf in diesem
Falle aber die Kafsgabe nicht weglassen, denn Kar
toffeln, Rüben und Roggen sind alle drei Futter
mittel mit ungenügendem Rohfascrgchalt gegen
über Gerste.
Mit fünf Monaten wiegen meine Schweine 100
bis über 125 Kg., wenn sie gesund sind.
für den Master liegt weniger in der Mast selber
als in der Masseuerzeugung von Hackfrüchten. Die
Verwertung stärkereicher Kartoffeln beträgt minde
stens 2,58 MM pro Ztr., wenn sie in richtiger Zu
sammenstellung verfüttert werden. Fast jeder Be
trieb hat irgendwo minderwertige Wiesen oder
Weiden, durch deren Umbruch die Hacksruchtfläche
vergrößert werden kann, ohne die Getreidefläche zu
drücken. Anzuraten ist dann aber die regelrechte
Fruchtwechselwirtschaft.
Stellungnahme
der LandwirtschastSschule Hohenwestedt zum Artikel
„Meine Erfahrungen in der Kartosfclschwcinemast"
von Bauer Hadenfeldt-Beringstedt.
Die Erfahrungen des Bauern Hadcnfelöt bestä
tigen das, was an den Sprechabenden und an den
sonstigen Versammlungen für die Erzeugungs
schlacht schon immer betont worden ist. Mit Hilfe
einer Grün- bzw. Rübenfütterung, Kohlblattfütte
rung, im Sommer und genügend Sauerkartoffeln
wird es für die Zukunft möglich sein, die Schweine-
mast in Schleswig-Holstein wieder bodenständig zu
machen und wirtschaftlich zu gestalten.
Aeder Waldbau mb Anzucht
von WalhHanpMnzUngen
Bon Niemöller-Hanerau
Wenn der Sommer kommt, füttere ich viel Gras
an alle Schweine und daneben Sauerkartoffeln und,
da dann reichlich Milch vorhanden ist, wenig Fisch
mehl. In Zukunft werde ich auch Süßlnpinenschrot
statt Fischmehl verwenden, weil dasselbe sich hier
gut bewährt hat. Leider muß ich tit diesem Jahre
noch meinen ganzen Anbau zur Saat verwenden.
Gegen Ende der Mast gebe ich statt Fischmehl auch
gerne Milch oder andere Eiweißfuttermittel. Un
bedingt zu verwerfen ist jede Tranfütterung in den
letzten Monaten vor der Schlachtung. Das Geschäft
Wer kein Verständnis für den Wald besitzt, wem
die alten knorrigen Eichen um seinen Hofplatz
herum nicht ein Heiligtum sind, wer meint, der
Waldgrund wäre nur dazu da, ein paar Tannen
bäume herauszuschlagen, um ihn dann jahrelang
verkommen zu lassen, so daß Heide und Unkraut
darauf wachsen, wer einen noch nicht reifen Holz
bestand nicht schnell genug zu Geld machen kann,
dem ist nicht zu raten und zu helfen, und es wäre
besser, er hätte nie Waldgrund besessen. Der Wald
erfordert Geduld und Verständnis von Vater auf
Sohn und Enkel. Der Wille des Vaters, einen gu
ten und wuchsfreudigen Wald heranzuziehen, muß
von seinem Sohn geehrt werden, wider alle Ver
suchungen, sich von gewissenlosen Holzhänblern
?ür eine hübsche Summe Geldes sein Holz ab
schneiden zu lassen, für die seine Tochter vielleicht
ein Sofa mehr in die Aussteuer bekommt. Der
Enkel ist derjenige, der den reife» Bestand ernten
wird. Der größte Fehler und darum der Grund,
weshalb heute so viele Bauernwalöungen so trost
los aussehen, ist dadurch gemacht, daß man im
Walde zu einseitig gewirtschaftet hat. Man zerstörte,
nachdem um 1870 herum die Fichte als der „ren
tabelste" Baum in den höchsten Tönen gepriesen
wurde, den Rest der schönen Laubholzbestände und
baute auf großen Flächen die Fichte an. Erst heißt
es, das Laubholz wächst zu langsam, schließlich
konnte man es bei der Fichte auch nicht mehr ab
warten. Kein Wunder, wenn dann geklagt wird, der
Wald bringt nichts ein. Er kann das eben mit 80
oder 40 Jahren nicht. Das lasse man sich endlich
gesagt sein. Der Wald soll also nicht einseitig ge
nützt werden. Weder als Laubwald noch als Nadel
holzwald. Aber eine bestimmte Holzart soll vor
herrschend sein, und zwar die, die sich auf dem Bo
den am besten bewährt. Es gibt schnell und langsam
wachsende Holzarten, alle können am gegebenen
Platz die richtigen sein, wenn man sich über das
Ziel, über den Holzwirtschaftsplan klar ist, ivelcher
als Endziel haben muß, die wüchsigsten Stammfor
men für den Altbestand zu ziehen, der dann die
Mühe lohnen wird durch wertvolles Nutzholz.
Die gebräuchlichste Form der Begründung eines
Bestandes ist die Pflanzung. Sie gedeiht am besten
dort, wo einmal genügend Winöruhe vorhanden ist,
und darauf gehalten wird, daß kein Unkraut über
wuchert und Fehlstellen unerbittlich nachgepflanzt
werden. Man kann die Pflanzen entweder selbst in
Saatbeeten heranziehen und sie nach zwei Jahren
verschulen oder, was ebenso empfehlenswert ist,
man läßt sich Pflänzlinge aus den Halstenbeker
Baumschulen schicken und zieht sie sich in weiteren
zwei Jahren heran, damit man gut bewurzelte
Pflanzware hat, die den Erfolg der Pflanzung we
sentlich begünstigt und einen baldigen Schluß der
Pflanzung gewährleistet, der das Wesentlichste ist,
sonst gehen viele Jahre durch das Kümmern der
Pflanzen verloren. Aus einem guten Wurzelwerk
erhalten sie ja ganz andere Wuchsfreubigkeit.
Aber so verschieden und mannigfaltig die Holz
arten sind, die man anbauen kann, so kann das oft
auch sehr verkehrt geschehen. Die Pappel, von der
jetzt so oft die Rede ist, ist einer der schnellwüchsig
sten Bäume. Ist sie in einen Bestand gemischt, so
wirkt sie wie die Distel im Kornfeld. Sie zieht
mit ihrem Wurzelnetz 50 Meter weit und sucht alles
zu unterdrücken, was in ihrer Nähe steht. Zur
Einmischung wenig geeignet, leistet die Pappel das
Beste freistehend an Rändern und zur Ausfüllung
von Bestandslücken. Die Sitkafichte übertrifft die
Rotfichte an Wuchs, wurzelt tiefer und bietet guten
Windschutz. Die japanische Lerche wächst schnelle»«
gedeiht hier fast überall und treibt zu schnelleres
Höhenwuchs im Mischbestände an. Die Eiche »»»^
langt besonders im Rotbuchenbestand, daß ihr
Licht nicht fortgenommen wird. Kennt man alle
diese Eigenarten der einzelnen Bäume nicht, so n>i»°
aus einem Bestand, so gut er auch gepflanzt f elIt
kann, nicht das, was er sein sollte. Wie man als»
in Ackerbau und Viehzucht ohne Kenntnisse bşş
seinen Hof ruiniert haben würde, so liegt der R»i"
des Waldes ebenfalls cm Mangel an Kenntnisse»-
Und wenn heute der Staat dazu übergeht, a»» 1
Nutzen der Volkswirtschaft durch Kreisförster ode»
dergleichen die walöbesitzenöen Bauern anzureg»»
und nach bestem Können und Wissen in allen F»»,'
gen zu beraten, so ist hier etwas angefaßt, W 1 »'
unseren ganzen Dank und tätige Mitarbeit hervor'
rufen muß.
Stellungnahme
der Landwirtschaftsschule Hohenwestedt zum Artik»
„Ueber Waldbau und Anzucht von Waldbanpslä»^
lingen" von Niemöller-Hanerau.
Da der Waldbau im Kreise Rendsburg doch »»"
einer gewissen Bedeutung ist, haben wir Herr»
Niemöller, der selbst einen großen Waldbesitz be'
wirtschaftet, veranlaßt, seine Erfahrungen niederz»'
schreiben. Wir glauben, daß die Anregungen t» f
manchen Wald besitzenden Bauern von Wichtigkeil
sein werden. — In diesem Zusammenhang sei da'
rauf hingewiesen, daß die Landwirtschaftsschule
henmestedt über einen „ Proherba"-Spritzappar»i
verfügt, der an Walöbesitzer ausgeliehen werde»
kann, wenn es sich darum handelt, junge Schon»»'
gen vor Wildverbiß zu schützen und zu bewahre»-
Das „Proherba"-Spritzmittel ist von sicherer Wi»'
kung gegen den Wildverbiß, der oft großen Schade»
unter den jungen Bestünden anrichten kann.
Ueber alle waldbaulichen Fragen gibt auch die
Forststelle bei der Landesbauernschaft in Kiel a»!
Wunsch die notwendige Auskunft.
Der Umsatz des Handwerks 1834/33
Zunahme von 9 (, / 0 im Jahre 1935 gegenüber 1934
Der Reichsstanö des Deutschen Handwerks hat sich
schon seit längerer Zeit mit der Beschaffung brauch
baren Zahlenmaterials aus der Hanöwerkswirt-
schast beschäftigt und bekanntlich mit dem Statisti
schen Reichsamt eine laufende monatliche Konjunk
turstatistik eingeleitet. In der neuen Folge des
„Deutschen Hanöwerksülattes", das als Beilage zu
der Zeitschrift „Deutsches Handwerk" erscheint, wird
jetzt eine Schätzung der Umsätze von 1934 und 1935
veröffentlicht, die den Ausgangspunkt für die künf
tige Berichterstattung darstellen soll. Danach ergibt
sich für diese Zeit folgende Umsatzentwicklung (die
Verhältniszahlen für 1934 beziehen sich auf den
durchschnittlichen Monatsumsatz des Jahres 1934):
Monat
1934
1935
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
78,2
73.4
97,0
98.5
101,8
99,4
101,6
101,0
103.7
113,3
107,6
129.8
89,1
79,0
95,4
105,0
110.7
105,0
112,1
115,5
111.7
128,9
120.7
000,0
Die Meldungen der 1840 berichtenden Betriebe
liegen für die Monate Januar bis November 1935
geschlossen vor, für Dezember 1935 weisen sie dage
gen Lücken auf. Dieser Monat mußte daher aus
dem Jahresvergleich 1935 zu 1934 ausgeschaltet
werden, der sich infolgedessen auf die 11 Monate
Januar bis November beschränkt. Die unter den
Meßziffern des Jahres 1935 wieöergegebenen Zah
len bedeuten die jeweilige Zu- und Abnahme gegen
über dem entsprechenden Monat 1934.
Eine Betrachtung der sachlichen Gliederung zeigt
bei 18 Handwerkszweigen eine Umsatzzunahme, bei
den restlichen 5 eine Abnahme. Die Umsatzzunahme
ltzegt bei den Schuhmachern, Bäckern, Töpfern und
Ofensetzern, Friseuren, Dachdeckern, Glasern, Da
menschneidern, Konditoren und Müllern zwischen
0,9 und 6 vH: bei den Klempnern und Installa
teuren, Schmieden, Stellmachern, Fleischern und
Tischlern liegt die Zunahme zwischen 11,7 und 16,1
vH: bei den Steinmetzen bei 22,0 vH und im Bau
gewerk, bei den Zimmerern und den Schlossern
zwischen 29,0 und 30,8 vH. Abwärts bewegten sich
die Umsätze bei den Malern, Elektroinstallateuren
und Mechanikern: am größten war der Umsatzrück
gang bei den Sattlern und im Herrenschneiderhand
werk l— 5,2 und — 6,1 vH).
Im ganzen ergibt sich für das Handwerk eine
Umsatzsteigerung von 9 vH im Jahre 1935 gegen
über 1934. Allerdings handelt es sich hierbei um
keinen gewogenen, sondern nur um einen rechne
rischen Durchschnitt. Die Umsatzsteigerung macht
also mengenmäßig ungefähr einen Monatsumsatz
aus.
Bei einem Vergleich der Entwicklung in den ver
schiedenen Bezirken schneidet Ostpreußen mit einer
Umsatzsteigerung von 16,2 vH am besten ab. Ä»ş
der mittleren Linie liegen Mitteldeutschland »»*
12.8 vH, Niedersachsen mit 11,1 vH, Bayern «0*
10.9 vH, Berlin-Brandenburg-Grenzmark mit 9
vH, Süöwestdeutschland mit 8,9 vH und Schlesie»
mit 7,2 vH. In weiterem Abstand folgen dann erst
Sachsen mit 3,6 vH, Westfalen mit 2,1 vH und Hesse»
mit 1,7 vH. Einen leichten Umsatzrückgang hat daZ
Gebiet Saarpfalz mit — 1,7 vH zu verzeichnen, n>»
sich die allgemeine Wirtschaftsbelebung 1935 ii»
Handwerk noch nicht voll auswirken konnte.
Die Umsatzentwicklung allein ist natürlich nichi
maßgebend für die wirtschaftliche Lage des Hand'
werks. Hierfür sind vielmehr noch verschiedene a»'
dere Faktoren von Bedeutung, so namentlich daê
Verhältnis der Gestehungskosten zu den Preise»
für handwerkliche Leistungen und Lieferung»»'
Hier sind leider zur Zeit bestimmte Gesahrenpunkt»
zu verzeichnen, über wiche der Reichsstand in die'
sen Tagen durch eine Broschüre „Die Preisentwich
lung des Handwerks im Jahre 1935" berichtet ha»
— Im ganzen sind die angegebeneir Zahlen übe»
die Umsatzveränderungen naturgemäß mit alle»
Vorsicht aufzunehmen, denn 1840 Betriebe sind b»i
einem Gesamtbestand von rd. 1.5 Millionen imm»»'
hin verhältnismäßig ivenig, wenn mau sie vielleicht
auch als ausgesprochen typische Betriebe bezeichn»"
kann. Es zeigt sich aber auch bei Berücksichtig»»^
dieses Umstandes, daß die Umsätze des Handwerk
in seiner Gesamtheit parallel zu dem allgemein»»
Wirtschaftsaufstieg steigen. Andererseits wird di»
Fortführung der hiermit eingeleiteten Konjunkt»»'
statistic zeigen, welche Handwerkszweige automatic
an der allgemeinen Belebung einen Anteil hab»»
und welche Zweige noch einer gewissen Hilfsstellu»^
bedürfen.
Was beim Sommrrschlntzvek-
tanf nicht verkauft werben ban
In den Sominerschlnßverkäusen des Jahres
dürfen nach einer im Reichsanzeiger vom 3. I»»
veröffentlichten Anordnung des Reichswirtschaşi^
Ministers die nachstehend aufgeführten Waren d»^
Textilfachgebiets nicht zum Verkauf gestellt w»»^
den: Glatte lungemusterte) weiße Wäschestoffe i c '
der Art einschließlich Rohnessel, Inletts jeder Ä»/
Handtücher einschließlich Küchenhandtücher (a uö<y
lassen sind jedoch Frottierhandtücher), Küchen^
schirrtücher, Erstlingswäsche, glatte (ungemuste»^
ungarnierte Bettwäsche, auch wenn sie mit gari«»^
ter Bettwäsche zu einer Garnitur zusammengest»^
wird, Vettfedern, Kapok und sonstiges Betterif»
material, Matratzen, Matratzenschoner, Reform^
ten, Bettstellen, blaue Mützen aller Art, schlvä
rz»-
steife Herrenhüte, schwarze, weiche Herrenhüte, 70
rufskleidung (zugelassen sind jedoch Livreen
Chauffeuranzüge), Pelze, pelzgefütterte M»n
äntel«
Ļt
Teppiche, Brücken und Verbindungsstücke jeder
(zugelassen sind jedoch Läufer und Vorlagen),
nen und Fahnenstoffe jeder Art, Herrenschirme u (
-stücke, glatte schwarze Damenschirme, Kinderschi»»'
ņ-hin
Ş'ttlic
àei
, " a
ôiDecfģ
^setzt
S u
| Ie .f
seife
wtte
S*Hfl
Arich
mitten
e Uiejit
ļittt ej
-lt, ô
Ģ H.
Wortes
eil
»rase
Seich j
Segey
friste
Seiriini
und Gartenschirme.