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Doch diese Schwierigkeiten wird der geübte Chirurg von
Fach leicht überwinden. Von grösserem Belang sind die Unsicher
heiten und Mängel der Methode selbst. Vielen Patienten hat die
ausserordentlich lange Zeitdauer der Operation das Leben ge
kostet. Madelung, ein doch gewiss in diesem Spezialfache äusserst
erfahrener Operateur und Experimentator sagt: „Jeder, der ein
mal eine circulare Darmnaht am lebendigen Menschen oder Tiere
angelegt hat, weiss, dass, wenn dieselbe in der jetzt als absolut
notwendig erkannten Exaktheit gemacht werden soll, eine ganz
geraume Zeit (wohl nicht unter einer Stunde) forde'rnde Arbeit
notwendig ist. Die quere Darmnaht wird aber in den meisten
Fällen, wie dies in der Art der betreffenden Krankheiten liegt,
bei äusserst elenden und heruntergekommenen Patienten aus
geführt, die Operationen von sehr langer Dauer überhaupt nicht
vertragen. Und so spielt denn auch der „Collaps“ bei den Todes
ursachen Darmresecierter eine grosse Rolle. Mit Recht wird deshalb
die äusserste Beschleunigung der Operation als höchst wichtig
von vielen Chirurgen in den Vordergrund gestellt; einzelne gehen
darin so weit, dass sie bei schwachen Patienten sogar bei der
Exstirpation von Darmgeschwülsten trotz zweifellos gesunder
Darmstümpfe zunächst den künstlichen After anlegen und später
die Naht ausführen, um den Kranken nicht auf einmal zu viel
zuzumuten. Byrd 1 ) giebt denselben Rat für Schusswunden des
Darms. Und schliesslich hat man nicht einmal günstige Wund
verhältnisse, denn die wunden Flächen tauchen direct in den von
Entzündungserregern wimmelnden Darminhalt.
Diese Mängel sind allgemein anerkannt. Und so hat es
denn an zahlreichen Versuchen die Technik, der Darmnaht bei
querer Durchtrennung zu verbessern, nicht gefehlt. Um Nähte
zu sparen, ein ringförmiges Einschneiden der Gewebsteile zu ver
hüten und eine mehr flächenhafte Aneinanderlagerung der Serösen
zu bewirken, gab Madelung für die äussere Reihe der Czerny’schen
Etagennaht seine „Knorpelplattennaht“ an, die nach Art der Blei
plattennaht zur flächenhaften Vereinigung äusserer Wunden an
gewandt wird. Madelung 2 ) beschreibt die Naht in folgender
■j Referat in Virch.-Hirsch 1885.
2 ) 1. c. pagina 321.