f, Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 341
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das Erbrechen und der Singultus waren heftiger und häufiger,
der Leib vollständig verschlossen und so die Ausbildung eines
vollständigen Heus nahe. H. in der Meinung, von dem Merc,
vivus sei vielleicht noch Hülfe möglich, gab jetzt Merc. vivt
3vj.s alle zwei Stunden 3ij., liess jedes Mal sechs Tropfen Lau-
davsum darauf nehmen und alle Stunden ein Klystier von eis-
kaltem Wasser geben; Abends besuchte er den Kranken wie-
der. Dieser hatte ohne Beschwerde die Portion Quecksilber ge-
nummen und beklagte sich nicht darüber. KEr sagte, dass er es
in dem Darme ganz kalt fortfliessen fühle bis an die schmerz-
hafte Stelle, wo es nicht mehr weiter könne. Die kalten Kly-
stiere waren ihm angenehm, das Erbrechen hatte ganz aufge-
hört, ‘der Singultus kam selten und der Bauchschmerz war er-
träglich. H. verordnete noch ein Mal 3ivß, Merc. vivus, wie
die vorige Portion zu nehmen und da der Kranke von dem Lau-
dauum bereits schlummersüchtig war, so wurden allemal einige
Tropfen Liq. ammon. anis. darauf gereicht. Der Kranke nahm
auch diese Portion pünctlich, das Erbrechen kehrte nicht wie-
der, aber Nachts 1 Uhr erfolgte der Tod sanft und bei vollem
Bewusstsein. — Bei der Section ergoss sich aus Mund und
Nase eine bräunliche Flüssigkeit; der Bauch war hoch aufgetrie-
ben, bläulich, das Scrotum ebenfalls bläulich und emphysema-
tisch aufgelaufen, Bei der Oeffnung der Bauchhöhle floss viel
purulentes Wasser aus, die ganze Oberfläche des Peritonäums
war mit dicken Schichten flockigen Eiters bedeckt, die Ge-
därme sehr aufzetrieben, dunkelblau, mit dunkelrothen, injicir-
ten Streifen überzogen. Die purulente Flüssigkeit hatte sich
besonders in der Beckenhüöhle angesammelt; der Magen und die
Leber waren weit nach der Brusthöhle hinaufgedrängt, ünter
sich und mit dem Diaphragma stark verklebt. Eben so lau-
den sich starke Adhäsionen zwischen den verschiedenen Par«
tieen des Darmkanals, des Netzes und Gekröses, Der Magen
war ungemein ausgedehnt und ganz mit grüngelber Fäcalmaterie
angefüllt, im Vebrigen aber blassroth und gesund. Ganz nor-
mal in seiner Structur, aber sehr entzündet auf der Peritoneval-
fläche war das Duodenum und Jejunum und von derselben koth-
artigen Materie angefüllt, wie der Magen. Beim Veberganz
des Jejunums in das Ileum aber fand plötzlich eine merkwür-
dive Veränderung statt, Diese Darmpartie war nämlich in ihrer
ganze Länge gleichmässig dunkelroth gefärbt und so enge, wie
der Dünndarm eines neugebornen Kindes, so dass man kaum
den kleinen Finger einbringen konnte, So war die Verenge-
rung des Darmes nach seiner ganzen Länge, aber 4’ vor sei-
nem Uebergang in das Cöcum war er von einer, etwa linger-
breiten und 1‘ dicken Aufwulstung des Netzes dergestalt ein-
geschnürt, dass er nur wie ein schmales hänutiges Band aussah
und man kaum einen Federkiel hätte einbringen können, Die-