Full text: Welche Hindernisse stehen der weiteren Verbreitung der wechselseitigen Schuleinrichtung entgegen, und wie sind dieselben zweckmäßig zu beseitigen?

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noch immer , vorzüglich in dm eben bezeichneten armen Com - münen , der Einführung der w . Sch . ein schwer mendes Hinderniß entgegen setzen . So wie Gottlob die Zeit für unser Land vorüber ist , wo Schneider , Weber , Schuh - macher und dergleichen Handwerksleute , welche nothdürstig lesen und schreiben gelernt und mit Bibel , Gesangbuch und EatechiSmuS eine oberflächliche Bekanntschaft gemacht hatten , alS Lehrer und Erzieher fungirten , so haben auch die Pflanz - statten der Jugendbildung an vielen Orten eine ganz andere Gestalt und Außenseite gewonnen . Statt der engen , niedri - gen und dunklen Schulzimmer , wo ein dumpfes Hinbrüten , ein gedankenloses Geplärr , eine stumpfsinnige Nachbeter« , ein maschinenmäßiges Getriebe herrschten , wo die Kinder nicht aus ihrem Geistesschlummer geweckt wurden , weil die Lehrer eS nicht verstanden ihre Aufmerksamkeit zu beleben und ihre Anlagen und Kräfte auszubilden , erheben sich jetzt in den fruchtbarsten und bevölkertsten Gegenden unseres Landes zweckmäßig , dauerhaft , doch und geräumig erbaute Schul - Häuser , schöne , würdigt Tempel der Volksbildung , der Stolz und die Zierde der Schulcommünen . Man wird sich nicht leicht irren , wenn man in einem Dorfe das schönste Gebäude für das SchulhauS hält . Unser Vaterland hat hierin einen großen Lorzug vor dem ganzen Deutschland , wo die Zahl der engen und niedrigen Schulstuben noch immer groß ist ; waS auch fremde Pädagogen , die unser Land besuchten , sehr oft geäußert haben . Einen großen und sehr nachhaltigen Anstoß hat zu dieser heilsamen Veränderung ohne Zweifel die Einführung der w . Sch . gegeben , da zum Behufe der - selben die engen Schulstuben erweitert werden mußten . Und selbst wenn auch diese Einrichtung nie inS Leben getreten wäre , so hätten die alten Schulzimmer doch den Fortschritten und Anforderungen unfrer Zeit nimmermehr genügen können . Bei einer allseitigen Verbesserung des Schulwesens mußte die bessernde Hand zuerst an diese gelegt werden ; der Ort , wo die heranwachsende Generation für die Erde und den Himmel erzogen werden soll , durste nicht langer «16 eine
	        
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