Full text: T bis Z. Nachträge (Fünfter Band)

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Grüttröger — Halen 
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Menge Grützkörner aus der Grüttbank oder 
dem Grüttpaas herausgenommen wurde“ 
Ang. 
Grütt-röger (508) hieß im Kinderspiel 
„Fuchs und Gans“ der Junge, der auf die 
Gänse und zugleich auf die Grütze, die er 
rührt, passen muß und auch den Fuchs ver 
scheuchen soll; wenn er etwas dabei ver 
sieht, bekommt er vom Bauern Prügel 
(Fehm.). Genaue Beschreibung des Spiels s. 
Heim. 24, 221. 
*Gule, gule Lockruf für die Gans (Fehm.), 
s. Gusche. 
*Gummel m. „dicke Nase“, „Judennase“. 
wat hett he för ’n grate G.! Sdtm. kriggst 
en an de G. Ltjbg. 
*Gurren m. Bezeichnung für den der 
Küche gegenüberliegenden Teil des alten 
Bauernhauses (Groß-Flottbek u. Osdorf 
abst.). 
*gurren sw. v. lautmalend vom Girren 
der Tauben, de oi Duffer gurrt ja so Dtm. 
Gusche, gusche (511) s. Gule. 
günt (515) wird vereinz. auch zeitlich ge 
braucht: in günne Wgk „vorige Woche“ 
Ang. (veralt.); vereinz. auch güns „in letz 
ter Zeit“. — up den gürmersten Hof „auf 
dem letzten Hof drüben“. 
H 
Haaf 4 (520) Z. 6 v. o. lies Kükewieh 
III, 381. 
Haar (521). dat hett sik in de H. trocken 
„ist aufgehoben worden“ Sdtm. Haar um, 
Floss is ’n good Eten, de ’t ni mag, kann ’t 
werr ruit slgpen wird dem zugerufen, der 
ein langes Haar (eine Flachsfaser) aus 
dem Essen hervorzieht (FL.). Aber 
glaube: Wenn Kinder stark behaarte Arme 
haben, werden sie später reich heiraten 
(Fehm.). Von Menschen mit roten Haaren 
sagt man im Scherz: he hett tovgl Hitten 
kragen oder sien Mudder hett den Mgrs 
io neeg bi ’n Backaben holen Sdtm. 
Haas (530). se hebbt Hasen maakt „sind 
davongelaufen“ Fehm. 
Haashack (537) vgl. Spitzhack IV, 764. 
Haat (537) „Haß“; zu haten s. das Kom 
positum verhaten V, 388. Eine Präsensform 
ik hed’ findet sich in einem Gedicht von 
1745 (Nd. Jb. 53, 126); vgl. mnd. heter 
„Hasser“, hetesch „gehässig“. 
Hach (539). man hett hier ja nich Hach 
or Prach „man ist hier ja nur geduldet“ 
Sdtm. 
Hack 1 (540). Man unterscheidet zwischen 
Hack und Hacker (II, 549); jene dient zum 
Koden von Bäumen und Steinen, sie ist groß 
und schwer; dieser dient zum Auf lockern 
von Gartenbeeten und zur Beseitigung von 
Unkraut, er ist leicht und breit. Vgl. Krat- 
scher III, 304. 
Hackeis (545) auch scherzhaft für das be 
liebte Gericht Sniisch (XV, 666) Ang. — 
Hackels snieden eine Art des Gldtschens 
auf dem Eis (mit Holzpantoffeln); der Vor 
gesetzte Fuß gleitet auf der ganzen Sohle, 
während die Hacke dies anderen Fußes ab 
wechselnd gehoben und gesenkt wird, so- 
daß ein dem Häckselschneiden ähnliches 
Geräusch entsteht (Hus.). Vgl. Hackelslaad 
II, 545. 
hacken 1 (548). Die Geschichte vom fau 
len Knecht steht ähnlich schon bei Schütze 
4, 319 (1800). 
hackern (549). Synonyme (außer glit 
schen) auch schurren V, 430; sleistem 
V, 587; sliddern V, 548; slärten V, 664; vgl. 
Hackels (Nachtrag). Zum Anruf beim Glit 
schen s. Palür III, 956; Pielatz III, 1010. 
Haff 3 (551). en H. um de Maand, dat 
kann vergahn; en H. üm de Sunn bringt 
mennigen Schipper to Grunn Ang. 1870. 
Hagen 1 (555) in Nordfr. auch der mit 
starken Pfählen und Planken umgebene 
Raum, in dem das auf fremder Weide oder 
im Kornfeld betroffene Vieh eingesperrt 
wurde; s. schütten IV, 440. 
Hahn (555). Als Peter Witt sien H. wird 
der Kuckuck bezeichnet Löwenstedt (Hus.). 
Hahnbeer (561). In Sdtm. (bes. in und 
bei Burg) wurde früher (vereinz. bis 1910) 
eine Belustigung unter dem Namen Hahn 
’n Kopp afhaun viel geü/bt. Ein toter Hahn 
wurde (meist um die Fastnachtszeit) an 
einem über den Weg gespannten Seil oder 
einem Galgen bei den Beinen auf gehängt; 
junge Leute, auch jung Verheiratete, denen 
die Augen verbunden waren, schlugen mit 
einem Säbel nach dem Hahn; wer den Kopf 
abschlug, war König und bekam das Tier; 
hinterher wurde getanzt. An einigen Orten 
war der Hahn aus Holz; die Spieler liefen 
an ihm mit Knüppeln vorbei und suchten 
den Kopf abzuschlagen; der König bekam 
eine lange Pfeife. Vgl. Heim. 41, 184 ff. 
*Hahnig n. „Hahn am Bierfaß“ Geg. v. 
Flensb. 
*Hakelwark n. „Hakenwerk zum Aufhän 
gen und Aufziehen der Hecht- und Aal- 
körbe“ Fischersprache. 
Haken (568). du kämmst je ggmi wedder 
an de Haak „kommst ja garnicht wieder 
nach Hause“ Wm. — da ’s ’n schönen Hook 
„ein toller Bursche“ Wm. 
hakenrein (570) von Menschen: he is nich 
h. „liederlich“ Ltjbg. 
Halen (572) vgl. Pull HI, 1135; Toll 3 
V, 105.
	        
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