Full text: Newspaper volume (1850)

Jahrgang. 
43fc 
Ren-sbnrger 
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Mittwoch, den 12. Juni 
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'st si" Interessenten, denen es hier am Orte zugebracht wird, 'vierteljährlich^ 19 ßl.,0„„dItra e« ebiüoÄÄn m ""si «beten. - D» Preis dieses Mattes 
amter» machen, ist der Preis vierteljährlich 1 Mark 4 ffl. - Kündigungen werden 14 Tage vor Ablauf elne^QuarlalS ttbettt"^ 17 Sut Auswärtige, welche Bestellungen bei den Post- 
Tagesgeschiehte. 
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D ä n c in ct t* k. 
Kopenhagen, den 5. Juni. Der Kriegs 
minister, General Hansen ist, wie „Flyveposten" mel 
det, zur Armee abgegangen. 
Aus dem „Fädrel." erfährt man, daß Harro- 
Harring am letzten Sonnabend aus der Kopenha- 
gener Rhede angekommen, jedoch nicht an's Land 
gekommen, sondern sofort an Bord eines nach Hull 
bestimmten Schiffs gegangen ist, vermuthlich, sagt 
„Fädr.," weil man ihm von hier den Wunsch zu er 
kennen gegeben hatte, er möge seinen Aufenthalt in 
einem fremden Lande nehmen, um nicht durch seine 
frühern Verhältnisse seinem Vaterlande diplomatische 
Schwierigkeiten zuzuzichn, welchen zu entgehen das 
selbe in dem gegenwärtigen Augenblick sich doppelt 
angelegen sein lassen müsse. Diese angedeuteten di 
plomatischen Schwierigkeiten kann Dänemark nur von 
Rußland erwarten. Eine solche Angst vor dem bloßen 
Aufenthalt eines der russischen Regierung etwa un 
angenehmen Mannes zeigt aber, bis zu welchem 
Grade Dänemark schon von Rußland abhängig ist 
und wir sehen, wie Rußland überall hin seine Arme 
ausstreckt. 
Kopenhagen, den 6. Juni. Im Volksthing 
war heute über das Pensionsgesetz verhandelt. „Fädr." 
sagt, an der Erzählung der „Börsenhalle," daß auf 
Rußlands ernstliche Vorstellung zwei Deligirte des 
dänischen Ministeriums mit Prehn und Heinzelmann 
mehrere Conferenzen gehalten hätten, sei nichts An 
deres wahr, als daß die Herren Madvig und Spon- 
ncck eine private Unterredung mit jenen beiden ge 
habt hätten. Die Ausbeute dieser Unterredung würde 
im, Wesentlichen das gewesen sein, was „Fädrelandet" 
vor Kurzem über die Vorschläge der Vertrauens 
männer mitgetheilt habe, und es werde erzählt, daß 
diese nach derselben sich endlich bequemt hätten, mit 
ihren Vorschlägen schriftlich hervorzukommen. 
Kopenhagen, den 6. Juni. Die „Berl. Ztg" 
enthält ein angebliches Schreiben aus Hamburg, 
worin gesagt wird, die preußische Regierung solle 
ihre Unzufriedenheit darüber geäußert haben, daß 
conservative englische Blätter bisweilen genaue und 
ausführliche Aufklärungen über den Stand der Ber 
liner Unterhandlungen brächten, deren Ursprung sie 
den dänischen Unterhändlern zuschreiben zu müssen 
glaube. Es heißt dann weiter, man könne nicht 
wissen, in wie weit diese Behauptung begründet sei, 
die preuß. Regierung sei aber durchaus nicht berech 
tigt, sich Über Jndiscredition zu beschweren, da sie 
selbst schon früher deutsche Zeitungen in den Stand 
gesetzt habe, häufige und nicht immer genaue Mit 
theilungen zu machen und da sie wiederholt und 
noch vor Kurzem (in Veranlassung der Reise Belows 
Nach Kopenhagen) ein englisches „avancirt demokrati 
sches" Blatt benutzt habe. Denn cs sei „auf das 
Bestimmteste und aus ganz zuverlässiger Quelle zu 
behaupten, daß die von den „Daily News" gegebe 
nen Mittheilungen direct von Hrn. v. Usedom ge 
kommen seien. Zu verwundern sei cs denn doch, 
daß eine Regierung, deren ganze Tendenz und (we 
nigstens innere) Politik entschieden conservativ sei, 
für ihre Veröffentlichungen ein Organ der Revolu 
tion und der rothen Republik" in England wähle. 
(Die „Daily News", ein Organ der Revolution und 
der rothen Republik!) Die „Kjöhenhavnsposten" be 
klagt sich über die Langsamkeit der Reichstagsver- 
handlungen, und weist darauf hin, daß das Zwei 
kammersystem die Schuld trage. Gestern war der 
Jahrestag der Verfassung. Die Festlichkeiten zu 
Ehren desselben haben sich, wie dasselbe Blatt sagt, 
in der Hauptstadt nur bis zu einem Mittagsessen 
entwickelt, welches die Mitglieder des Reichstags sich 
einander in der Schießbahn gaben. — Im Ver aa 
von C. A. Reitzel ist hier eine Karte von Schleswig 
zur Zeit der Waldemare herausgekominen. Die Flyve- 
post läßt sich aus Sundewitt schreiben, daß sich die 
Parteimänner mehr und mehr in Gravenstein sam 
melten. und aus Flensburg, daß die schleswiq-hol- 
stemischen Soldaten dir nothwendigsten Lebensbe- 
müffc lehren, und sogar förmlich Hunger leiden 
Schwede n. 
Malmö, den 5. Juni. Ordres sind hieselbfl 
eingegangen zur Bereithaltung von Truppen, die 
unsere in Schleswig stativnirten Landsleute ablösen 
sollen; es bleibt also noch Alles beim Alten. Von 
den schon,,chen Regimentern werden dahin abgehen: 
1 Escadron vom Husarenregiment des Kronprinzen 
7 von den schonischen Dragonern und 1 Feldbataillon 
vom sud-schonischeu Infanterieregiment. Von ande 
ren Regimentern werden die beiden sinnländischen Jn- 
santerieregliuenter ausrücken. Die Kavallerie geht 
über Helsingborg, die Infanterie über Malmö. 
(Fr. Pr.) 
fe 
Deutschland. 
Frankfurt, den 4. Juni. Vorgestern und 
/stern sind theils in Boruheim, theils in Frankfurt 
,elbst heftige Soldatenschlägereien vorgefallen. Gestern 
arteten dieselben zu einein förmlichen Straßengefecht 
mit blanker Waffe aus, das sich über mehrere Straßen 
ausdehnte und eine Stunde dauerte. Die Preußen 
standen auf der einen, die Oesterreicher und Frank 
furter auf der andern Seite. Viele Verwundungen 
sind vorgekommen. 
Frankfurt, den 5. Juni. Die bedauerlichen 
Ņsie, welche unter der hiesigen Garnison sowohl 
am Sonntag als auch am Montag Abend vorfielen 
deren Grund in der Behauptung der Preußen liegt,' 
die Frankfurter hätten bei dem Manöver an, Sonn 
abend mit scharfen Patronen gefeuert, und deren 
Folgen mehrere, worunter einige nicht unbedeutende 
Verwundungen sind, haben das hiesige Militairkom- 
mando veranlaßt, eine aus verschiedenen Truppen 
teilen zusammengesetzte llntersuchungskommis- 
jlon unter dem Vorsitz eines österreichischen Stabs- 
osficiers niederzusetzen und zugleich mehrere andere 
Anordnungen zu treffen, durch welche der Wiederho 
lung solcher Auftritte vorgebeugt werden soll 
Erfurt den 3. Juni. Die Nachricht, daß 
zwischen Erfurt und Torgau zwei Armee-Corps auf- 
kverden sollen, scheint >ich zu bestätigen, denn 
Ņffen bereits zwischen den beiden Endpunkten 
allenthalben Quartiermacher ein, um dem kommenden 
Militair ein Unterkommen zu verschaffen. Wie wir 
Horen ist Prinz Carl zum Ober-Commandeur über 
diese 60,000 Mann Truppen depgnirt. — Nachdem 
gestern die Fortisieationsarbeiten ausgesetzt worden 
sind, werden sie heute wieder eifrig weiter geführt. 
ihrer Vollendung ist eine bestimmte Frist' gesetzt. 
Dies veranlaßt auch die Militairbehörde, neben dem 
Mil,tail so viele Civilarbeiter zu beschäftigen, als 
sich nur immer melden. Die Verpallisadirung der 
Stadt, oder bester, unserer sämmtlichen 8 Thore, ist 
bereits so wett fertig, welche Arbeit deswegen so 
lchnell ausgeführt werden konnte, weil die Pfähle j 
dazu schon von früher her bereit lagen. Es werden 
nun weiter die Wälle gereinigt und unmittelbar vor 
denjenigen Thoren Blockhäuser gebaut, wo solche oder 
doch sie ersitzende starke Wachthäuser noch nicht vor- 
hgnden sind. Die Bohlen der Eisenbahnbrücken, die 
über die Festungsgräben führen, sind, wenn auch 
gerade noch nicht aufgehoben, doch so beweglich ge- 
«Äm Lk ,rttm »<MW» 
Zweibrücken, den 30. Mai. Die hiesigen 
Burger hatten letzten Sonntag einen Bürqerball 
arrangirt und nicht für nöthig gefunden, das Mili 
tair dazu einzuladen. Dies war die Ursache daß 
gegen hundert Chevauxlegers in den Saal eindrangen, 
die Gesellschaft mit gezogenen Säbeln auseinander- 
trieben, wobei viele Verwundungen vorkamen und 
Alles: Fenster, Gläser, Geschirr u. s. w., theils zer- 
trummerten theils zum Fenster hinausstürzten. Der 
Schaden belauft sich auf 1000 Gulden. Die Speisen 
welche sich in der Küche befanden, Braten rc., wur 
den auf die Säbel gesteckt und im Triumphe davon 
getragen. Viele anwesende Notabilitäten, worunter 
einige Advocaten, die Staatsprocuratoren Hilqard 
und Schmidt, Bürgermeister Stengel, Richter Büh- 
ler rc. waren, flüchteten in ein Zimmer, worin sie 
sich förmlich mit Tischen und Bänken verbarricadirten 
und gegen die eindringenden Pflastersteine Stühle 
über die Kopfe hielten. Einige der Herren sind durch 
Stemwurfe verwundet worden. Notar Schüler und 
einige Andere sprangen durch die Fenster auf die 
Straße und entkamen so der Gefahr, niedergehauen 
A * eï w; ,?\ Zàmer, wo die Wirthin im 
Wo^nbette liegt, wurde mit Kegelkugeln geworfen. 
Mewe, den 2. Juni. Heute ist hier ein Grausen 
erregendes Unglück gcjchehen. Morgens um 8'/»Uhr 
sollte die große Prozession von hier ab nach Lork 
einem ein wunderthätiges Marienbild enthaltenden 
Kloster in der Gegend von Neumark, gehen, und 
waren eben Altar und Bilder im Begriff, zum Ueber- 
gange über die Weichsel eingeschifft zu werden, als 
ein wenige Minuten vorher abgegangener, mit viel 
leicht 120 bis 130 Wallfahrern bemannter Spitz 
prahm, 40 Schritte vom Lande, versank! Wenige 
Melischen sind gerettet; 24 Leichen, (22 Frauen und 
2 Manner) liegen bereits hier im Lazarett), 19 sind 
du Ostrowo, V 4 Meile unterhalb der Stadt, au ge 
fischt. Man nimmt die Zahl der verunglückten Wall 
fahrer auf mindestens 100 an. Die Prozession ist 
unterblieben wenigstens sind Priester, Altar und 
Fahnen zurückgeblieben. 
. Mannheim, den 1. Juni. (Verschwinden 
eines österreichischen Offfciers.) Vor einigen Tagen 
kam ein österreichischer Osficier, von einem ländlichen 
Urlaube zurückkehrend, auf der Reise nach Mainz, 
etm Garnison hier an. Er ging aus, um sich die 
Stadt zu besehen, und ist seitdem in das Gasthaus, 
wo er eingekehrt war und wo seine Effecten sich noch 
befinden, nicht mehr zurückgekehrt. Natürlich, daß 
ich über dieses räthsclhafte Ausbleiben die seltsamsten 
Gerüchte verbreiten. Die Polizei ist eifrig bemüht 
des Vermißten Spur aufzufinden. M. Z.)' 
r r-Muuşhen, den 3. Juni. Der vorgestern seiner 
Haft entlassene deutsch-katholische Prediger Professor 
Schell hat heute die Weisung erhalten, binnen drei 
Tagen Stadt und Land zu verlassen. 
— In Nürnberg ist der Turnverein aufgelöst 
— In Ansbach sind vier Sträflinge, darunter 
ein zum Tode verurtheilter, aus der Frohnfeste ent 
wichen. 
Wesel, den 4 Juni. Es sieht hier sehr krie 
gerisch aus denn es liegt eine Masse Militair hier. 
Gestern sind die Tramsvldaten eingekleidet worden, 
und heute kommen die Pferde für die mobilen Co- 
tonnen an. Wohin der Marsch gehen wird, weiß 
man noch nicht. Seit zwei Tagen ist Generalmuste- 
rung, und fast Alles wird genommen und theilweise 
direct hier behalten. Die ganze Münstersche Artillerie 
wird mobil gemacht und vor einer Stunde ist Befehl 
gekommen, außer einer Colonne auch hier noch eine 
Batterie mobil zu machen, -
	        
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