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Reņdsbnrger
Jahrgang.
M ZS.
Mittwoch, den 10. Juli
ÏS50.
Von diesem Blatte erscheint jeden Mittwoch und Sonnabend eine Nummer. .Passende Beiträge können entweder directe abgeliefert, o^er unter der Beretchnniia- «ln nie c^hTTT"
deS Wochenblatts in Rendsburg," entgegcngenomcn werden. Intelligenz-Anzeigen werden bis Dienstags und Freitags spätestens Mittags 12 Uhr erbeten. — Der Preis b J Cw
ist für Interessenten, denen es hier am Orte zugebracht wird, vierteljährlich 19 ßl., und wenn der Expedition abgeholt wird, 17 ßl. Für Auswärtige, welche Bestellunaen be de» m f
ämtern machen, ist der Preis vierteljährlich 1 Mark 4 ßl. - Kündigungen werden 14 Tage vor Ablauf eines Quartals erbeten. ö ' ’ ' “"8«« den Post-
Tagesgefchichte.
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Däiren» a v Î.
Kopenhagen, den 3. Juli. Die „Nyeste Post-
Esterredninger" bringen, daß der dänische Cabinets-
Courier, Kammerjunker Quaade, endlich mit dem
Dampfschiff Schleswig von Berlin zurückgekehrt sei,
„man kann mit ziemlicher Gewißheit annehmen,"
wird hinzugefügt, „daß er der Ueberbringer des mit
Preußen abgeschlossenen einfachen Friedens sei, wo
nach die geheimen Artikel des Waffenstillstandes zur
Aufführung kommen müssen." — Ueber die russische
Escadre berichtet „Möens Avis" aus Stege vom
28. Juni: „Eine Orlogsflotte, vermuthlich eine russi-
sche, bestehend aus 9 stolzen Orlogsschiffen, nämlich
8 Linienschiffen und Fregatten sammt einer Brigg,
traf gestern außen vor Hjelm in der Ostsee ein.
Um 9 Ubr Vormittags waren die Fahrzeuge unter
Möen in Sicht und um 2 Uhr Nachmittags hatten
sie sich in südöstlicher Richtung Hjelm genähert, wo
şîe bis zum Abend kreuzten und nock gegenwärtig
liegen. In diesem Augenblick (Morgens / iu>cj
kreuzen sie östlich aus. Abends 9 1 /* Uhr stieß von
Osten her ein Dampfschiff zur Flotte, bei der es
beilegte. Die Entfernung der Schiffe vom Lande
betrug etwa 3 Meilen. Nachmittags 2 Uhr kam
von Süden eine Orlogsbrigg, die bei Tolken vor
Anker ging." Die den 30. Juni vor Kopenhagen
eingetroffene rufst Fregatte ist, nach der „B. Z.," die
Zarcona; den 1. Juli Abends kam von Kronstadt
das russische Schrauben-Dampfschiff Archimedes. Diese
beiden Schiffe gehören nicht zu jener Escadre. Sonn
abend-Abend passirte nach „Helf. Avis" der Hekla
mit schwedischem Militair den Sund; er hatte einen
Schooner mit Militair im Schlepptau.
— Die „B. N." melden nach einer, allerdings
sehr richtigen, Privatmittheilung aus den Herzogthü-
mern, daß Dänemarks Geldmittel fast gänzlich er
schöpft seien, was auch der Grund zu seinem Drän
gen nach einem Friedens-Abschluß mit Preußen ge
wesen. „Ohne fremde Unterstützung" heißt es, dürste
Dänemark wohl nicht mehr lange im Stande sein,
seine Armee auf einen achtbaren Kriegsfuß zu er
halten. Wäre der Abschluß eines Friedens noch
einige Monate verzögert worden, so würde Däne
mark genöthigt gewesen sein, auf jeden beliebigen
Frieden einzugehen. Die Bewohner der Herzogthü-
mer, welche schon so viele Opfer gebracht haben,
sind entschlossen, auch noch das letzte, ihr Leben der
Erhaltung der Selbstständigkeit zu bringen.
Deutschland.
Dresden, den 3. Juli. Mehrmals hat die
hiesige Freie Gemeinde um Gestattung des Mitge
brauchs einer Kirche gebeten. Während ihr nun
diese Bitten wiederholt abgeschlagen worden sind,
geht ihr zugleich die obrigkeitliche Eröffnung zu,
daß, „so lange sie ihre Versammlungen nicht in
einem Gotteshause abhalte, sie auch nur als Verein
zu betrachten und nach der Verordnung vom 3. Juni
zu beurtheilen sei."
Stuttgart. Der „S. M." meldet von einem
nicht unbedeutenden Konflikte der am 29sten Juni
zwischen würtembergischcn Unterthanen und preußischen
Soldaten bei Langeneslingen stattgefunden hat.
Curhessen Aus zuverlässiger Quelle heißt
es in der „A. A. Z.", ist zu vernehmen, daß zwi
schen beiden Hessen eine besondere Uebereinkunst ge
troffen worden, sich wechselseitig im Falle von revo
lutionären Bewegungen im Innern beizustehen.
Beide Staaten haben sich i0,000 Mann Truppen
^gesagt.
Hannover, den 6. Juli. In der heutigen
Sitzung der Stände-Kammer richtete Lang !l an
den Minister des Innern die Frage; Ist es wahr,
daß die preußische Regierung unserer Regierung zu-
gemuthet habe, den Frieden mit Dänemark Namens
des Bundes, Namens des Königreichs und Namens
unseres Königs, der so hoch geachtet ist, ihre Zu
stimmung zu ertheilen? Strive erwiderte, daß von
der preuß. Regierung eine Mittheilung noch nicht
erfolgt sei. Lang behielt sich weitere Anträge bevor.
Frankfurt, den 4. Juli. Noch zwei bei der
Ermordung Auerswalds und Lichnowskys Betheilig
ten, Louis Zeh und Aug. Escherich, sind in London
von der Polizei aufgefunden. Es soll aber noch in
Zweifel stehen, ob sie von der englischen Regierung
ausgeliefert werben.
Oldenburg, den 4. Juli Der Graf Adalbert
v. Baudissin hatte gestern eine Audienz beim Groß
herzoge in Rastede. Seine Sendung Seitens der
schleswig-holsteinischen Statthalterschaft bezog sich
ohn* Zweifel auf he», w ch-abüchtiaten
und wehe schor, ^.geschloffenen Frieden mit Däne
mark. Die Art und Weise, wie dieses Friedens-
Werk den öffentlichen Nachrichten zufolge zu Stande
kommen soll, bat hier aufs Neue eine lebhafte Theil
nahme für das deutsche Bruderlanb erregt. Hier
schlugen den Schleswig-Holsteinern stets treue Herzen
entgegen, und unsere Regierung war eine der ersten,
die. ungeachtet der nähere» Beziehungen unseres
Fürstenhauses zur dänischen Königsfamilie und un
geachtet der dadurch erwachsenen Opfer, ihr Truppen
corps dem Kampfplatze zueilen ließ, als cs galt die
deutsche Ehre zu vertheidigen. Wir wissen, daß un
sere Truppen dort nicht minder brav sich bewiesen,
als diejenigen, welche dem Adler folgten. Um so
schmerzlicher trifft uns der Gedanke des vergeblich
geflossenen Bluts.
ÄNamcheim, den 28. Juni. Die vielfach er
hobene Klage über das Daniederliegen unsers Han
dels und Verkehrs ist leider nur zff begründet. Der
jetzige Zustand der Schwebe in den politischen Ver
hältnissen übt noch einen schlimmeren Einfluß, als
die Unruhen des vergangenen Jahres. In dem
hiesigen Freihafen wurden im Verhältniß zum Jahr
1849 bis Dato 80,000 Etnr. weniger verladen.
Der Import geschieht hauptsächlich nur gegen Baar-
zahlung, Kreditkäufe sind außer Cours; so ereignete
sich denn auch kürzlich der unerhörte Fall, baß in
Amsteroam während 3 Tagen nicht ein Colli hier
her verladen wurde. Vaback geht viel abwärts, um
später wieder als überseeisches Product von Holland
aus zu uns zurückzukehren. Von den vier Remor-
queuren der Stadt Mannheim ijt einer im Dienst.
Die Dampfschiffe sind gezwungen, in der Frachttaxe
mit den Segeljchiffen, welche jetzt meist nur Steine
verladen, zu konkurriren, und sino in ihrem Personen-
transport größtentheils nur auf Auswanderer be-
schränkt.
Schleswig-Holstein.
Folgende Proclamation wurde von der Statthal
terschaft erlassen:
Schleswig-Holsteiner!
In Berlin ist ein Friede von der Krone Preußen
mit Dänemark geschlossen worden. Wir bringen dies
zu Eurer Kunde. Der Friedensvertrag enthält die
Anerkennung der Rechte unseres Landes und über
läßt es den Herzogthümer» selbst, diese Rechte unbe
hindert zu schützen.
Groß und ehrenvoll ist un ere Aufgabe. Die
Herzogthümer werben sich derselben würdig zeigen;
der wackere und einmüthige Sinn des Landes bürgt
şş dafür! Das hartbedrängte Schleswig wird unseres
Schutzes nicht entbehren!
Wir sind sriedlicher Ausgleichung des Streites
nicht entgegen; wiederholt haben wir sie angeboten -
will Dänemark dennoch den Kampf, wir sind bereit'
Jedem dänischen Einbruch in Schleswig, unter wel
chen Versicherungen derselbe auch geschehe, folgt die
Gegenwehr, denn wohlgerüstet steht unsere Armee
Eingedenk der ruhmvollen Siege unserer Vorväter
für das altbeschworne Recht des Landes, wird sie
freudig kämpfen!
Die Statthalterschaft hält fest und treu am Rechte
des Landes und seines angestammten Landesherrn
Kiel, den 8. Juli 1850.
Die Statthalterschaft der Herzogthümer Schleswig.
Holstein. *
Reventlou. Befeler.
BoyM. Francke. Krohn. Rchhoff.
Ein Extrablatt der „Hamb. Nachr." vom 6. Juli
bringt folgende telegraphische Depesche:
Berlin, den 6. Juli, 7 Uhr Abends. Das
Protocol!. welches den Waffenstillstand aufhebt und
den Marsch der Truppen ordnet, ist von Dänemark
und Preußen ratisieirt. In 5 Tagen treten die
Preußen ihren Marsch an. Bis zum 17. haben die
neutralen Truppen Schleswig verlassen. Vorher
dürfen die Dänen nicht den schleswigschen Continent
betreten, es sei denn, daß Schleswig-Holsteiner ein
fallen. Aber auch in diesem Falle dürfen die Dänen
nicht die Demarkations-Linie überschreiten. DieS
Alles ist aus authentischer Quelle. Man fürchtet,
die Dänen mögten zur See diesseits der Demarca-
tions-Linie Posto fassen.
Berlin, den 4. Juli. Der Friede mit Däne
mark ist mit Vorbehalt der beiderseitigen Rechte ge
schlossen worden. Der Friedensschluß ist zwischen
Dänemark und Preußen Namens des deutschen Bun-
des («lo la conlediiratiou allemande) geschlossen
also kein Separatfrieden. Außer diesem Friedens
schluß ist aber noch mit Preußen speciell ein Proto-
coll vereinbart worden über die allein von diesem
Staate zu erfüllenden Bedingungen (wie die Const.
Ztg. jagt, sollen 3 Verträge existiren.) Dieses Pro-
tocoll muß in spätestens 8 Tagen ratisieirt sein- für
das über den Friedensschluß selbst ausgefertigte'Do-
kument ist eure drerwöchentliche Ratificationsfcist
ausbeoungen. Eilf Tage nach Ratification des er-
wähnten ersten Protocolls ziehen die preußischen und
schwedischen Truppen aus den Herzogthümer,, (also
aitch aus Holstein) ab, und die dänischen sofort in
Schleswig ein. Sollte aber, heißt es dann weiter,
während des Ausrückens dieser Truppen oder un
mittelbar darauf die schleswig-holsteinische Armee das
Gebiet des Herzogthums Schleswig betreten, so soll
es dem Könige von Dänemark zwar gestattet sein,
alle zur Bekäurpfung und Betreibung derselben ihm
geeignet scheinenden und in seiner Macht befindlichen
Mittel zur Anwendung zu bringen, doch verpflichtet
sich derselbe in diesem Falle nicht zu der bewaffneten
Intervention einer fremden Macht seine Zuflucht zu
nehmen, (die Feststellung dieses Punktes soll noch
bis zum letzten Augenblick die heftigsten Kämpfe
zwischen den Unterhändlern gekostet haben, ist aber
schließlich durch das unverrückte Festhalten preußischer
Seits durchgesetzt worden) auch die dann nöthig wer
denden militärischen Operationen nicht über die Grenze
hinaus auszudehnen, welche das Herzogthum Schles
wig von dem Herzogthum Holstein trennt. Ueber
die definitive Regelung der innern Verhältnisse der
Herzogthümer ist noch von den ursprünglichen, von
uns bereits mitgetherlten Festsetzungen abgewichen
und bestimmt worden, daß darüber das Fernere in
einer Berathung von Vertrauensmännern, die aus
jedem der Herzogthümer und aus Dänemark in glei
cher Zahl gewählt werden sollen, vereinbart werde.