Full text: Newspaper volume (1853)

I? 89. 
46 per 
"EĶĢ' Sonnabend, den 5. November. @^ v 
Jahrgang. 
Bon diesem Blatte erscheint jeden Mittwoch und Sonnabend eine Nummer. Passende Beiträge können entweder direkte abgeliefert, oder unter der Bezeichnung r „An die 
Lrvediiion des Wochenblattes in Rendsburg" eingesandt werden. Jntelligenz-Anzeigen werden bis Dienstags und Freitags spätestens Mittags 12 Uhr erbeten. - Der Preis dieses Mattes 
ist für Interessenten, denen es hier am Orte zugebracht wird, vierteljährlich 19 /3, und wenn es von der Expedit,on abgeholt wird, 17 /3. Fur Auswärtige, welche Bestellungen bet den 
Postämtern machen, ist der Preis vierteljährlich 1 ķ 4 ß. - Kündigungen werden 14 Tage vor Ablauf eines Quartals erbeten. 
Amtliches. 
Patent. 
betreffend 
die Ausschreibung des Magazinkorns, imgleichen des 
Hen's und Stroh's in dein Herzogthum Holstein für 
das Jahr 1854, wie auch die Bestimmung der Preise 
für die im Jahre 1853 i» natura nkcht requirirten 
Quantitäten desselben. 
Wir Frederik der Siebente, von Gottes 
Gnaden König zu Dänemark, der Wenden und 
Gothen. Herzog zu Schleswig. Holstein, Stormarn, 
der Dithmarschen und zu Lauenburg, wie auch zu 
Oldenburg rc. re. 
Thun kund hiemit: 
daß Wir die jährliche Ausschreibung des Magazin- 
korns wie auch des Heu's und Stroh in denjenigen 
Aemtern, Landschaften. Vogteien und Districten Un 
seres Herzogthums Holstein, welche bisher dazu Bei 
trag geleistet haben, auch für das nächste bevorstehende 
Jahr 1854 auf die gewöhnliche Weise mit Einer 
Tonne Roggen und Einer Tonne Hafer von jedem 
Pfluge, imgleichen mit zwei Fudern Heu und zwei 
Fudern Stroh von jedem Marschpfluge, und Einem 
und einem halben Fuder Heu nebst Einem und einem 
halben Fuder Stroh von jedem Geestpfluge, das 
Fuder Heu 600 A und das Fuder Stroh 480 % 
schwer, durchgehend nach dänischem Gewichte, zwar 
beschlossen haben, jedoch dergestalt, daß der Roggen, 
der Hafer, sowie das Heu und Stroh in natura nicht 
aufbewahrt und event, geliefert zu werden braucht, 
sondern nach den zu seiner Zeit von Uns näher zu 
bestimmenden Preisen bezahlt werden soll. Die von 
der Ausschreibung pro 1853 an Roggen, Hafer, Heu 
und Stroh nicht gelieferten Quantitäten sind mit 
folgenden Preisen: 
die Ton.Roggen mit 6 Rbt. 38% ßl. oder 4 Rth. v.Ct. 
die Ton. Hafer mit 3 „ 38% ßl. oder 2 „ 6 ßl. „ 
100 M Heu mit — „ 80 „ oder —„25 „ „ 
100 N Stroh mit — „ 57% „ oder — „ 18 „ „ 
vor Ausgang dieses Jahres bei jeglichen Orts 
Amts- oder Hebungsstube und Landschreiberei, bei 
Vermeidung ordnungsmäßiger Zwangsmittel, zu 
bezahlen. 
Wornach sich allerunterthänigst zu achten. 
Urkundlich unter Unserm König!. Handzeichen und 
vorgedrucktcn Jnsiegel. 
Gegeben aus Unserem Schlosse Christiansborg, 
den 27. Oct. 1853. 
Frederik lî. 
(I-. 8.) 
tit e v e n t l o w - C r i m i n i l. 
Unterm 19. October d. I. haben Se. Majestät 
der König den bisher constttuirten Amtsverwalter 
für die Geestharden des Amtes Tendern I. Lassen 
zum Amtsverwalter für die gedachten Harden aller- 
gnädigst zu ernennen geruht. 
Unterm 25. Oct. d. I. haben Se. Majestät der 
König den Landvogt und Branddirector auf Pellworm 
I. B. Dethlefsen und den Üandschreiber daselbst O. 
F. v. Linstow resp. als Hardesvogt und Gerichts 
schreiber in der Nordstrander Harde allergnädigst zu 
entlassen geruht. 
Unterm 27. October hat Se. Majestät der König 
den 0a,»l. polyt. A. C. D. Svendsen zum Gevoll- 
mächtigten bei der Münze in Altona, vom 1. Nov. 
d. I. an zu rechnen, allcrgnädigst bestellt. 
Unterm 25. Oct. d. I. haben Se. Majestät der 
König die Wahl des Cand. d. Theol. H. H. Loren 
zen als Prediger der Gemeinde Bargum in der 
Propstei Bredstedt allergnädigst zu bestätigen geruht. 
B a c a n z. 
Die Nordstrander Hardesvogtei. Die mit dieser 
Bedienung verbundenen Einnahmen bestehen in Spor 
teln und Emolumenten nach der auf der Insel Nord- 
strand geltenden Sporteltaxe. Die an Se. Majest. 
den König zu richtenden Gesuche sind innerhalb vier 
Wochen an das Ministerium für das Herzogthum 
Schleswig einzusenden. Vacant angezeigt den 27sten 
October. >, 
TagcsgkschiSte. 
Kopenhagen, den 28. Oct. In Folge eines 
Befehls des General-Commando's Seelands und der 
umliegenden Inseln ersieht man, daß im Laufe eini 
ger Jahre die gesammte Infanterie einförmig und 
zwar blau uniformirt werben soll. Wahrscheinlich 
sollen erst die bedeutenden Vorräthe grüner Unifor 
men, die in den Depots der leichten und Jägerba- 
taillone noch aufgehäuft sind, verbraucht werden. Den 
Ofsicieren benannter Abtheilungen, sowie auch nament 
lich den 35 Cadetten, die zum ersten November in 
den Officiersstand aufgenommen werden, ist es in 
zwischen bedeutet, sich blaue Uniformen, Erstere nach 
und nach, Letztere sogleich anzuschaffen. 
— Se. DurLl. der Prinz Friedrich von Hessen 
wird heute mit seiner Gemahlin erwartet. Während 
der Prinz sein Palais in der Bredgade mit fürstlicher 
Pracht und großem Kostcnaufwande hat ausschmücken 
lassen, sind demselben von der Commandantschast zwei 
militairische Ehrenposten gegeben, dem Ceremoniell 
gemäß, indem die Gemahlin" Sr. Durch!. Prinzessin 
des preuß. Königshauses ist. (Fl. Z.) 
— Wie „Dagbladet" berichtet, soll der Kriegs 
minister beschlossen haben, den bisherigen Stabschef 
beim Generalcommando in Flensburg, Oblistlieutenant 
Steinmann, nicht wie es anfangs hieß, nach Fride- 
ricia, sondern hierher zu versetzen; auch soll nicht 
Major Faaborg aus Fridericia, sondern Obristlieute 
nant Kaufmann an Steinmanns Stelle in Flensburg 
treten. 
Kopenhagen, den 28. Oct. Das Nachsehen 
der Telegraphenl'inie durch Führten wurde kürzlich be 
endet und darnach ein Privattelegraphiren zwischen 
den Stationen in Nyburg, Fridericia und Flensburg 
vorgenommen, dessen Ausfall in jeder Beziehung zu 
friedenstellend war. Es werden inzwischen noch einige 
Wochen vergehen, bevor der übrige Theil der Linie 
von Nyburg bis Helstngör der Benutzung des Pub 
likums übergeben werden kann, da sie sowohl durch 
Nachlässigkeit als durch vorsätzliche Gewalt VBeschä- 
digungen erhalten hat, welchen wohl wenigstens zum 
Theil vorzubeugen gewesen wäre, wenn hier, wie in 
anderen Ländern, für die Beschädigung von Telegra 
phenlinien Strafbestimmungen existirt hätten. 
Aus Fahnen meldet „Svdb. Av.": In der 
Nacht auf den 18ten Oct. ist in Broedehuus, Kirch 
spiels Balslev, eine schauderhafte Missethat verübt. 
Es erschien nämlich zur Mitternachtsstunde eine Per 
son und klopfte an die Pforte, um den Bewohner 
Niels Hansen zu wecken, der sich mit seiner Verlobten 
allein im Hause befand, und darauf unter dem Vor 
geben, daß er mit seinem Wagen in der Nähe aus 
der dem Hause vorbeilaufenden Landstraße zwischen 
Middelfart und Assens gewälzt sei, selbigen ersuchte, 
mit einer Laterne hcrauszukominen. An dem Orte 
angelangt, gewahrte Nils Hansen indeß keinen ge 
wälzten Wagen, sondern zwei andere Personen, welche 
unvermerkt herbeikamen, wodurch ihm die Sache ver 
dächtig vorkam und er deßhalb den Entschluß faßte, 
sich nach seinem Hause zurückzubegeben, in welchem 
Moment die eine Person ihm einen Strick um den 
Hals warf und einen Messerstich in den Leib versetzte. 
Ungeachtet der sofort herbeigerufenen ärztlichen Hilfe 
ist doch wenig Hoffnung für die Wiedergenesung. Die 
Thäter sind bis jetzt nicht entdeckt. (Zufolge „Ass. A." 
ist der Ueberfallene am 21. in Folge seiner Wunde 
gestorben.) 
Tönnirrg. Als Merkwürdigkeit müssen wir 
mittheilen, daß die Engländer anfangen, den Namen 
„Tönning" lieb zu gewinnen. So ist vor einiger Zeit 
schon in dem rasch aufblühenden Lowestost eine 
Straße „Tönningstreet" genannt worden, und vor 
kurzer Zeit sahen wir auf unserer Rhede unter den 6 
englischen Dampfern auch ein ganz neues Schiff, 
genannt „City of Tönning." Dasselbe Fahrzeug war 
zum ersten Male hier und zeichnet sich sowohl durch 
Größe als Schönheit aus. Aus Eisen erbaut, hat 
es eine Trächtigkeit von 268 Commerzlasten und 
kann 400 Ochsen und 1000 Schafe einnehmen, wo 
für es sehr praktisch eingerichtet ist. Den Weg zwi- 
schen hier und England legt es in 26—28 Stunden 
zurück. Die Maschine ist ganz nach der neuesten Con 
struction, aber im Verhältniß zur Größe des Schiffs 
nur klein und kleiner als die Maschinen der anderen 
Dampfschiffe zu nennen. Die Schaufeln in den Rä- 
dern sind beweglich, so daß sie beim Heraussteigen 
aus dem Wasser den Gegendruck des Wassers nicht 
zulassen, welche Einrichtung Vortheilhaft ist und zum 
Schnellsegeln beiträgt. Jm Uebrigen verbraucht dieß 
Schiff nur wenig Kohlen. (Fl. Z.) 
— Für das Herzogth. Schleswig sind unterm 
28. v. M. publicirt: Eine k. Verordnung, betreffend 
die Aufhebung der durch die Verordn, vom 23. Sept. 
1762 eingeführten außerordentlichen Steuer und eine 
Verordnung, betr. die Aushebung des Verbittels-, 
Schutz- und Jnstengeldes. 
In dem Dorfe Lottorf (zwischen Rendsburg 
und Schleswig) brannte am 28. October Abends 
eine Bauernstelle ab. Das Feuer soll durch Unvor 
sichtigkeit beim Flachsschwingen, das im Hause ge 
schah, entstanden sein, indem man mit Licht zu der 
in Unordnung gerathenen Maschine sich begab, und 
dieses den Flachs ergriff. Mit ungeheurer Geschwin 
digkeit verbreitete sich das Feuer, das volle Nahrung 
hatte, und verzehrte in kurzer Zeit das Haus mit 
der ganzen geborgenen Ernte dieses Jahres, ehe die 
von Haddebye eintreffende Spritze dem Feuer Ein 
halt thun konnte. Neun Kühe sind dabei umgekom 
men, die Pferde und einiges anderes Vieh gerettet. 
Der Eigenthümer kam gerade vom Viehmarkt aus 
der Stadt, als er zum Schrecken seine Habe in Flam 
men aufgehen sah. Auch das anstoßende Schulhaus 
ward ein Raub der Flammen. In Eile mußten die 
Bewohner aus dem Hause sich retten. Zum Glück 
hatte der Wind eine abgewandte Richtung, sonst 
hätten noch schwerere Folgen eintreten können. Doch 
ging, Gott sei Dank, kein Menschenleben dabei ver 
loren. (Fl. Z.) 
— Dem „A. M." wird aus Kopenhagen geschrie 
ben : Obgleich wohl augenblicklich noch nichts über den 
Nachfolger des verstorbenen Jägermeisters in Holstein 
bestimmt ist, so dürfte doch so viel mit ziemlicher Ge 
wißheit anzunehmen sein, daß dazu Niemand der in 
Holstein angestellten oder auf Wartegeld stehenden 
höhern Forstbeamten gelangen wird, ja, daß demnächst 
das Ober-Forstpersonal, d. h. der Jägermeister und 
die 3 Oberförster in Holstein zum größten Theile aus 
Forstbeamten außerhalb des Herzogthums ernannt 
werden mögten. 
Altona, den 1. Nov. Dem Vernehmen nach 
sind der bisherige constituirte Senator, Kaufmann 
F.D. Warnholtz zum Bürgermeister, sowie der Kauf 
mann Eschels und der Kammerjunker Hesse zu Sena 
toren hiersclbst ernannt. 
Itzehoe, den 1. Nov. In den gestern und heute 
stattgehabten Sitzungen der Ständeversammlung fand 
Berathung statt über die Jagdablösung und die Phy- 
stcatsordnuug, namentlich aber gestern die Vorbera- 
thung über Amortisirung der Cassenanweisungen. Der 
Ausschuß (Berichterstatter Herr Bargum) hat seine 
Ansicht dahin ausgesprochen, daß zu beantragen sei 
bei der Regierung, die Steuer zur Amortisirung der 
Cassenanweisungen auf alle Staatstheile der Monar 
chie zu legen; mindestens, daß das Herzogth. Schles 
wig verhältnißmäßig beisteuern möge, und daß auf 
jeden Fall nicht vor dem Jahre 1860 mit der Amor- 
tisirung begonnen) werden möge. Eine eigentliche 
Debatte scheint am gestrigen Tage noch nicht statt 
gefunden zu haben, sondern beschränkte sich die Ver 
handlung wohl hauptsächlich aus Motivirung des
	        
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