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">enn sie ausgedient hätten, könnten sie nach Schles
wig-Holstein gehen! (H. N.)
Hamburg, yom 30. Juli. Es wird hier all-
lOttein mahlt 'und geglaubt, daß eines der Bataillone
°es 14. preußischen 'Regiments. welches einen Theil
°er Besatzung von Schleswig ausmachte, eine De
ntation an seinen Chef gesandt habe, mit der Bitte.
Segen die Dänen geführt zu werden. Zuverlässig ist.
«aß eine ziemlich bedeutende Anzahl von Soldaten
°>eses Regiments^ welche gerade jetzt ausgedient haben
Nd entlassen worden sind, entschlossen ist. in schlesw.-
Nlstein. Dienste zu treten. (Fr. Pr.)
, Hamburg Der Oberlieuten. Brinkmann,
lkiiher beim hanseatischen Militär, ist zum Haupt
mann bei 4. schleswig-holsteinischen Bataillon ernannt.
Schleswig - H ölst ein.
Kiel. den 29. Juli. Das Departement des
Kriegs hat nachfolgende Bekanntmachung erlassen:
In Beziehung auf die Bekanntmachung vom 12.
«. M., betreffend die Annahmen von gedienten Un-
wkofficieren und Soldaten für die schleswig-holstei-
Zische Armee, wird hiemit ferner eröffnet, daß jedem
gut gedienten Unteroffiüer der Infanterie für die
«is zu seinem Eintritt gehabten Unkosten eine Ver
gütung von 20 Rthlr. pr. Cour., so wie bei seiner
«bent. Entlassung nach untadelhafter Dienstleistung
Wenfalls ein entsprechendes Reisegeld ausbezahlt wer
den wird.
Kiel. den 25. Juli 1850.
Das Departement des Krieges.
Kr ohn. Sew el oh.
Dritter Armeebericht.
Nachdem der Feind sich in den Tagen bis zum
Ä. Juli in der Gegend von Flensburg concentrrrt
hatte, zeigte er sich 'am 24. vor unserer Avantgarde.
Welche am Abend vorher von Stenderup bis Hellig-
i>ek zurückgezogen worden war.
Es entspann sich ein lebhaftes Gefecht mit unserer
Avantgarde, welche Befehl hatte, sich aus nichts Ernst
haftes einzulassen, den Feind vielmehr an die Posi
tion heranzuziehen. Nur als der Feind nachließ, au
fdrängen. ging unsere Avantgarde wieder vor. um
f sehen, ob der Angriff ernsthaft gemeint sei und
»m den Feind nicht aus dem Auge zu verlieren.
Entschlossen den Angriff des Feindes in der Stel
lung abzuwarten und zum günstigen Zeitpunkte in
die Offensive überzugehen, war die Armee auf fol
gende Weise vertheilt: ,
. Die Avantgarde mit ihrem rechten Flügel
in And um Jdstedt. mit dem Gros auf der Chaussee
dach Flensburg.
Die erste Brigade in der Rendezvous-Stel
lbng bei Lürschau.
Die vierte Brigade in der Rendezvous-
Stellung an der Südwestspitze des Langsees.
Die dritte Brigade bei Behrend hinter dem
Die zweite Brigade bei Wedelspang. .
Die erste Brigade hatte mit einer Jäger
Abtheilung Gammellund und mit einer andern Böl-
lingstedt und Langstedt besetzt.
In der Stellung selbst waren folgende Vorberel-
tungen aetïoffcu:
Bei 'Wedelspang waren die Wiesen durch Ab
stammn eine halbe Meile abwärts schwer zugänglich
gemacht nördlich Wedelspang waren zwei zweckmäßig
gelegene Anhöhen mit Artillerie besetzt, um eine Art
Brückenkopf für das Debouchiren zu haben.
Bei Gyldenholm-Holzhaus fand sich erne Furth
durch den Langsee. Zur größeren Bequemlichkeit
wurde eine Lausbrücke angefertigt, um hier mit der
3- Brigade debouchiren und angreifen zu können.
Es sollte dies mit der 2. Brigade von Wedelspang
aus zu einer Zeit geschehen, wann dies am zweck
mäßigsten schien. Die Hauptstellung von Jdstedt fand
sich dadurch bedeutend geschwächt, daß das vorliegende
Moor durch die große Hitze wenigstens für Infanterie
ganz zugänglich geworden war. Das Gryauer Holz
war mit einem Jägercorps besetzt; die Gemeilffchast
Mit der Stellung durch eine steinerne Brücke hinter
Jdstedt und durch eine neuerbaute Lausbrücke. da.
wo der Bach, welcher aus dem Jdstedter See kommt,
in den Langsee fällt, gesichert. ' So sollte auch die,er
Töald als Debouchce für die 4. Brigade benutzt wer
den können. ' ' „ .
Als am 24. Nachmittags das Gefecht vor der
Stellung beendet war. lief die Vieldung ein daß
eine feindliche Abtheilung von Kavallerie und Infan
terie im Rücken des linken Flügels bei Sollerup über
die Treene gegangen sei. Nachdem ein Detachement
von' 80 Jägern, welches den Posten lange lehr tapfer
vertheidige zurückgedrängt war, hatten 6 Schwadro
nen der Reftrve-CavaUerie. 4 reitende Geschütze und
das 4. Bataillon nebst 4 Fuß-Geschützen gegen Abend
dies Detachement mit Leichtigkeit über die Treene
zurückgeworfen. Alle eingegangenen Meldungen und
Nachrichten sagten aus, daß der Feind einen bedeu
tenden Theil seiner Kräfte gegen unsern linken Flügel
gewendet habe. Die Wahrscheinlichkeit dieser Angabe,
da hier der angreifbarste Punkt unserer Stellung lag,
veranlaßten am Abend des 24. ein Disposition zum
'Angriff für den 25. mit unserem rechteil Flügel aus
zugeben.
Als sich jedoch im Laufe der Nacht jene Nach
richten, worauf sich diese Position begründete, nicht
bestätigten, wurden sie suspendirt. — Es war aber
durch Fanale und andere Mittel dafür gesorgt, daß
sie zu jedem Augenblick wieder aufgenommen werden
konnte. — So erwartete man den Angriff des Fein
des am 25. früh Morgens. Er begann auch bald
nach halb 4 Uhr bei unsern Vorposten. Es entspann
sich zuerst eine heftige Kanonade mit unserer 12pfün-
digen Batterie in der Stellung, und mit einer 2..
welche auf einem vorspringenden Terrain-Abschnitt
westlich von Jdstedt aufgefahren war.
Der Feind hatte in der Nacht und am Abend
vorher den größten Theil seiner Kräfte bei Unter-
und Ober-Stolk und Böcklund concentrirt. mindestens
3 Brigaden. Seinen ersten heftigen Angriff machte
er auf das Gryauer Holz. und nahm es. durch einen
noch nicht aufgeklärten Umstand im ersten Anlaufe.
Es war ihm dabei der Umstand zu Statten gekom
men, daß Nebel und ein heftiger Regen jede Ueber
sicht unmöglich machten. Es gelang indeß dem 4.
Jägercorps, nachdem cs den Befehl dazu bekommen,
das Holz wieder zu nehmen.
Dies heftige Gefecht und der Umstand, daß der
Feind einen großen Theil seiner Kräfte in diese, wie
es schien, sehr gefährliche Richtung geworfen, gaben
nunmehr die Veranlassung in die beabsichtigte Offen
sive überzugehen.
Die 3. und 4. Brigade wurden dazu durch Fa
nale in einem Moment beordert, und beide began
nen ihre Bewegungen sofort. Die 2. Brigade de-
bouchirte über Wedelspang gegen Böcklund, die 3.
von ihrem Uebcrgangspunkte gegen beide Stoick.
Der Feind war durch diese Bewegung sichtlich
überrascht. Die 4. Brigade sollte 2 Bataillone zu
gleicher Zeit auf Jdstedt. wo sich ein heftiges Gefecht
mit dem 15. Bataillone der Avantgarde entsponnen
hatte, debouchiren. und wäre diese Bewegung ebenso
gelungen, so wären die Kräfte des Feindes, welche
sich gegen das Gryauer Holz gewendet, wohl leicht
gänzlich aufgerieben worden, und die combinirte Be
wegung der 3 Brigaden, der 4.. der 3. und der 2..
während die Avantgarde und die «1. Brigade auch
ihrer Seits die Offensive ergreifen sollten, hätte wohl
die Aussicht auf ein völliges Gelingen geboten. Die-!
sei Angriff der 4. Brigade mißlang aber vollständig,
als jenseits des Debonchêes die Täten vom Feinde
heftig angefallen wurden. Der Gryauer Wald iniö
Jdstedt gingen abermals verloren Es schien in die
sem Augenblick möglich, daß die Stellung' in ihrem
Centro durchbrochen würde. Es hat auch wohl nur
die Bewegung der 3. und 2. Brigade den Feind
abgehalten, bier nicht heftiger nachzudrängen, ja sogar
die Möglichkeit gegeben, '«selbst mit Ulstern zurückge
schlagenen Truppen die steinerne Brücke unterhalb
des Jdstedter Sees nochmals zu nehmen. — Die
3. Brigade hatte mit großer Tapferkeit bei Ober-
Stolck den Feind rasch zurückgeworfen, drei 12pfun-
der erobert, eine feindliche Escadron, welche wieder
holt im Dorfwege eine kühne Attaque gemacht, gänz
lich zu Grunde gerichtet; 2 Stabsofficiere. den Bat
terie-Chef und den Escadrons-Chef gefangen. Als
aber ein Theil des Feindes, welcher die 4. Brigade
zurückgedrängt, sich längs des Sees in der Richtung
gegen Süderfahrenstedt wandte und so den linken
Flügel und den Rücken der 3. Brigade bedrohte,
während er sich auch ihr gegenüber immermehr mit
neuen Kräften verstärkte, mußte dieje ihr Vorgehen
einstellen. Zu dieser Zeit und durch diese Beweguug
stellte sich auch das Gefecht bei der 4. Brigade wie
der her. Die 3. Brigade ging nun theils über die
Jdstedter Brücke, theils über die Furth zurück, die
2. Brigade, welche ebenfalls mit großer Entschlessen-
heit vorgegangen war. stieß später auf eine bedeu
tende Uebermacht und zog sich nun auch auf oie
Stelluug von Wedelspang zurück, ohne irgend einen
bedeutenden Verlust zu erleiden.
Von dem Plato von Jdstedt wurde die rückgän
gige Bewegung unseres rechte» Flügels durch ein
wiederholtes Vorschieben der Avantgarde und der
schweren Batterien unterstützt. Von der ersten Bri
gade hatte zu gleicher Zeit 'das erste Jägercorps und
das 2. Bataillon, unterstützt von dem 12. Bataillon,
welches von der 4. Brigade herüber gezogen war,
eine Bewegung von Gammelund gegen das Buch
holz gemacht und drängte da den Feind gegen Hel-
ligbeck zurück.
So hatte denn die Schlacht von Tagesanbruch
bis gegen 11 Uhr gedauert,, als der Feind auf seinen
linken Flügel nicht mehr gedrängt, neue Kräfte gegen
die Jdstedter Stellung entwickelte.
Diesem gegenüber wurde nach und nach der größte
Theil der Reserve-Artillerie verwendet. Es entspann
sich hier der heftigste Geschützkampf des Tages, und
man glaubte es noch nicht ausgeben zu dürfen, diese
Position zu halten, da hier noch ein großer Theil
der 1. Brigade zur Reserve stand. Als aber plötzlich
die Meldung einging, baß der Feind abermals bei
Treya die Treene forcirt und Schuby schon besetzt,
so schien es. obschon et hier von der Reserve-Caval-
lerie und einigen Geschützen aufgehalten wurde, nicht
zweckmäßig es auf's Aeußerste kommen zu lassen, im
Gegentheil wurde gegen 1 Uhr der Entschluß gefaßt,
die Schlacht abzubrechen und zurückzugehen.
Bei der numerischen Ueberlegeuheit des Feindes
: schielt die Bewegung in unserm Rücken große Kräfte
: bekommt» zu können.
Es wurde also zunächst der noch disponible Tbeil
j der L. Brigade, bestehend aus dem 3. und 4. Ba-
ì taillvn. dazu verwendet, die Umgehung des Feindes
: zurückzuwerfen, und diese auch dadurch so weit zurück
gedrängt. daß sie für den Rückzug nicht mehr schäd
lich werden konnte. Der Rückzug wurde zwischen
1 und 2 Uhr Mittag angetreten, ohne andern Ver
lust an Material als 3 demontirte Geschütze. Bei
Falkenberg wurde durch eine Aufstellung der Reserve-
artillerie die Avantgarde und die 4. Brigade aufge
nommen, und die rückgängige Bewegung durch ein
theilweises Anrücken der 3. Brigade von Behrend
gegen die Chaussee unter specieller Leitung des Ober
sten und Chef des Stabes, v. b. Tann, so unter
stützt, daß sie nicht mehr vom Feinde gedrängt wur
den. Es erging nun an die 2. und 3. Brigade der
Befehl, sich nach Missunde. an die 4. und an hie
Avantgarde sich nach Schleswig, an die 1. Brigade
und die Cavallerie sich- von Schubye nach Rendsburg
zurückzuziehen. Bei Schloß Gottorf angekommen,
zog sich die 4. Brigade und die Avantgarde (nun
mehr Arrieregarde) seitswärts hinter den starken Ab
schnitt von Fahrdorf, um aus diese Weise einmal die
Verbindung mit der 2. und 3. Brigade 'nach Mis
sunde sicher zu haben, um ferner durch diese Seiten
stellung den Feind zu verhindern, auf gerader Straße
nach Rendsburg schnell vorzudringen, und zuletzt um
der 1. "Brigade, der Reserve-Cavallerie und der gro
ßen Bagage zu erleichtern und bas Terrain zu ver-
meiden, wo die überlegene feindliche Cavallerie der
Armee hätte gefährlich werden können.
Alle diese Absichten sind glücklich erreicht worden;
sämmtliche Bagage ist ohne Verlust »ach Rendsburg
gekommen; die Reserve-Cavallerie und die l. Bri
gade sind auf dem Rückzüge wenig beunruhigt wor
den und die 4 Brigaden des Gros der Armee mit
der Reserve-Artillerie fanden sich am Abend der
Schlacht völlig vereinigt. Da es aber die Absicht
bleiben mußte, die gesicherte Stellung, von Rends-
burg sobald als möglich zu erreichen, so trat das
Corps nach 10 Uhr in 2 Kolonnen seinen Marsch
nach Cluvensieck und Königsförde an. Der große
Park ging über Eckernförde und Gettorf und dann
über die Eider. So befand sich die Armee am 26.
Morgens vereinigt und in gesicherter Verbindung mit
Rendsburg.
So groß auch ihr Verlust gewesen, so ist der
schmerzlichste doch der. daß verhältnißmäßig viele
Officiere todt oder verwundet auf dem Platze blieben.
Wenn dieser Verlust ersetzt worden, wird sich die
Armee bei dem Sinn, dpr sie belebt, bald wieder
eben so stark und eben so schlagfertig finden, wie vor
der Schlacht. Der Verlust an Mannschaften hat aus
den Ersatzcompaguien gleich gedeckt werden können.
Für die Verpflegung ist reichlich Sorge getragen, so
daß ich mit vollem Vertrauen .den künftigen' Bege
benheiten entgegen sehe. Ich werde das Vergnügen
haben, einzelne hervorragende Thaten, die in Menge
vorgekommen, Einer Hohen Statthalterschaft zur Be
lohnung vorzulegen.
Das Genauere über unsere Berlüste werde ich
erst in einigen Tagen nachliefern können. Gefangene
haben wir wenig verloren, deren aber zwischen 4-
nnd 500 gemacht.
Rendsburg, den 27. Juli 1850.
W i l l i s e u.
Kiel. den 31. Juli. Von den Dänen sind die
Städte Husum, Schleswig. Eckernförde, der Schwan-
sener und Dänisch-Wohlder Güter-District in Bela
gerungsstand erklärt worden. Die „Gesion" hat trotz
der auf derselben befindlichen preußischen Besatzung
die preußische Flagge streichen und eine weiße Flagge
aufziehen müssen. Das in der Mauer der Kirche zu
Eckernförde eingemauerte Anker vom Linienschiffe
Christian Vill. ist herausgebrochen und unter dem
Jubel der dänischen Matrosen an den Bord einer
der im Eckernförder Hafen liegenden Fregatten ge
bracht. (H. N.)
— Die Regierung des Fürstenthnms Waldeck ist
bisher die einzige, welche lhrer Pflicht nachgekom
men ist. in Betreff der an Schleswig-Holstein zu
zahlenden Gelder. Mögen sich die andern deutschen
Regierungen ein Beispiel daran nehmen. Das nach
folgende Schreiben ist an das schleswig-holsteinische
Departement der auswärtigen Angelegenheiten ein
gegangen:
Das gefällige Schreiben vom t3. d. M. wegen
Erstattung der von Seiten der Herzogthümer Schles
wig-Holstein für Verpflegung des desseitigen Contin
gents in vorjährigem Feldzug aufgewandten Kosten
haben wir zu empfangen die Ehre gehabt. Obzwar
die Einem Schleswig-Holsteinischen Departement der
auswärtigen Angelegenheiten unter dem 10. April c.
auf Verlangen zurückgesandte Zulammenstellung der
diesfälligen Kosten »och nicht wieder an uns gelangt
und unschwer zu erkennen ist, welcher weiten Aus
sicht die diesseitige Schadloshaltung von Selten des
deutschen Bundes unter den gegebenen Verhältnissen
anheimgestellt sein wirb; so haben wir gleichwohl in
gerechter Würdigung der schweren und bedeutungs
vollen Lage der Herzogthümer keinen Anstand ge
nommen, der als Empfangsbehörde bezeichneten schles
wig-holsteinischen Hauptkaffe zu Rendsburg den Be«
trag von 5000 Thlr. einsenden zu lassen,