Full text: Newspaper volume (1850)

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43fâ 
Rendsburg«' 
Jahrgang ^ 
JW 63. 
Mittwoch, den 7. August 
3*50. 
Von diesem Blatte erscheint jeden Mittwoch und Sonnabend eine Nummer. Passende Beiträge können entweder direcic abgeliefert, oder unter der Bezeichnunq; „An die Ervcditio- 
des Wochenblatts in Rendsburg," entgegengenomen werden. Intelligenz-Anzeigen werden bis Dienstags und Freitags spätestens Mittags 12 Uhr erbeten. — Der Preis dieses Blatten 
ist für Interessenten, denen cs hier am Orte zugebracht wird, vierteljährlich 19 ßl., und wenn cs von der Expedition abgeholt wird, 17 ßl. Für Auswärtige, welche Bestellungen bei den Volts 
ämtern mache», ist der Preis vierteljährlich 1 Mark 4 ßl. — Kündigungen werden 14 Tage vor Ablauf eines Quartals erbeten. y 
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Däne nr a t k. 
Kopenhagen, dcn 1. August. Der neueste 
Armeebericht besagt, daß die Stadt Eckernförde am 
28. Juli um 12 Uhr Mittags von den dänischen 
Truppen occupirt und daß in den von der Armee 
besetzten Landestheilen Alles ruhig ist. Die lakonische 
Kürze des Armeeberichts veranlaßt „Faedrelandet" zu 
wiederholten Beschwerden. In Anlaß derselben kommt 
das genannte Blatt auch daraus zu sprechen, daß in 
dem officiellen Rapporte über die Schlacht bei Jdstedt 
12 Osficicre als todt aufgeführt worden, während 
bereits 33 in Flensburg begraben seien; ebenso seien 
462 Gemeine dort schon bestattet, während der Be 
richt nur 104 als gefallen nenne; statt der angeblich 
2000 Gefangenen solle man auch nur 800 haben re. 
Also die dänischen Blätter selber strafen die officiellen 
dänischen Berichte Lügen. Zahlreiche Verwundete find 
wieder zu Schiff eingetroffen; der König hat wieder 
holt die Lazarethe besucht. Dem Kriegsminister, der 
frühe: bekanntlich so hart milgenommen wurde, muchi 
man jetzt allerseits Complimente über die Schlacht 
bei Jdstedt. Tscherning hat seine Dienste angeboten ; 
er sowohl, wie Major Andrä, beißt es. würden zum 
Heere abgehen. Die „N. P. E." bezweifeln nicht, daß 
der Obergeneral Krogh einen russischen Orden erhal 
ten werde. In Tendern haben nach demselben Blatte 
die Soldaten ihre Tapferkeit gegen die Damen be 
wiesen, denen sie die schleswig-holsteinischen Cocarden 
von der „m wrumschlungenen" Brust riffen. Aus Ha- 
derslcbcn isi der Posthalter Raben nach Kopenhagen 
abgeführt. Der Controlleur Fries aus Altoua ist als 
Flüchtling mit Familie in Kopenhagen eingetroffen. 
(H. N.) 
—, den 3. August. Die Schlacht bei Jdstedt 
ist das Thema der Verhandlung in allen Blättern. 
Die Folge der Schlacht ist die einstweilige Herrschaft 
Dänemarks über den größten Theil des Herzogrhums 
Schleswig. Wie dies Regiment geübt wird, zeigen 
die Auszüge aus den dänischen Blättern, die wir 
unter schleswig-holstein. Angelegenheiten mittheilen.^ 
Die vielen nachträglichen Berichte über den Kampf 
enthalten keine besonders interessante Details. Sie 
heben insgesammt hervor, wie namentlich auf dem 
linken dänischen Flügel, wo Schleppegrell, Lässöe, 
Trepka u. s. w. sielen, die schleswig-holsteinischen Trup 
pen bereits so große Avancen gemacht hatten, daß 
man dänischerse'its die Schlacht fast verloren gab; 
General de Meza übernahm das Commando, stellte 
in der greulichen Verwirrung durch Heranziehung 
frischer Truppen die Ordnung wieder her, und ward 
so der Mann, dem die dänische Armee es zu danken 
hat, daß sie nicht geschlagen wurde. Die Tapferkeit 
der schleswig-holsteinischen Truppen wird in allen 
Berichten anerkannt, der Verlust aus Seiten der Dä 
nen wird von allen als außerordentlich groß angege 
ben. Der vorläufige officielle Rapport, der es offen 
bar nicht wagte, sofort mit Angabe der ungeheuren 
Opfer hervorzutreten, unter denen Dänemark eben 
nichts weiter als einige Meilen Terrain gewonnen 
hat, sprach bekanntlich von 10 gefallenen Ossicieren; 
„Flyveposten" berichtete, daß bereits 33 bestattet seien ; 
eine kopenhagener Correspondenz der „N. Pr. Ztg." 
bringt es his zu 36 todten und 92 verwundeten; 
eine im Kriegsministerium ausgelegte, also officielle 
Liste endlich zählt schon nicht weniger als 42 gefallene 
Ossiciere! So wächst der eigene Verlust mit jedem 
Tage, während der Verlust der Insurgenten selbst nach 
den dänischen Berichten immer geringer sich heraus 
stellt. Die „2000 Gefangenen" des „officiellen Rap 
ports", hat „Faedrel." bekanntlich mit Einschluß der 
auf dem Schlachtfelde und in den Lazarethen zurück 
gebliebenen Schleswig-Holsteiner schon auf 800 re- 
ducirt; Fyen's Avis hebt die Zahl wieder auf 1140, 
darunter 2 Hauptleute und 8 Lieutenants. In Wirk 
lichkeit — wie wir aus sicherer Quelle erfahren — 
sind unverwundet von den Dänen äußerst wenige 
Schleswig-Holsteiner gefangen genommen. Als sie 
eingebracht wurden in Kopenhagen sind sie auf so 
rohe Weise mißhandelt, daß selbst „Faedrel." und 
„Kjöbenhavnsposten" darüber tadelnd sich vernehmen 
lassen. Wie früher beide Blätter gethan, beschwert 
sich jetzt selbst die „Berlingsche" über die Ungcnauig- 
kcit der officiellen Berichte, und um den gewaltigen 
Eindruck, den die nach und nach bekanntwerdenden 
Details über die Schlacht hervorrufen, einigermaßen 
zu paralysiren. bringen sämmtliche Blätter unablässig 
Ruhm- und Ehrengeoichte über die gefallenen Helden, 
erzählen sie von den „genommenen Kornmagazinen, 
Waffen und Geldern", und fordern sie vom Kriegs 
minister ein ausführliches Lerzcichniß über „Alles, 
was erobert worden ist." 
Der Kriegsminister ist indeß, wie es scheint, einst- 
we.leu zur Armee abgegangen; in Abwesenheit dessel 
ben, berichtet die „B. Ztg.", hat der Generaladjutant 
Generalmajor -Lchoier vie betreffenden Gcjcha>le über 
nommen; „Faedrel." fügt hinzu, Capitain Jrminger 
snngire während Zahrtinann's Krankheit als Mannc- 
minlster. Ganz besonderen Erfolg scheint man sich 
in Kopenhagen, wo doch die Theilnahme Deutsch 
lands an der Sache der Hcrzogthümer einiges Be 
denken erregt, von der nachstehenden so eben erlasse 
nen Bekanntmachung zu versprechen: 
„Das k. dän. Krikgsminlsterium bringt Nachste 
hendes zur öffentlichen Kunde: Da die schleswig- 
holsteinijche Armee sich in offenem Aufstande gegen 
ihren rechtmäßigen Üandesherrn befindet, werden alle 
in den Hcrzogtyümern Schleswig und Holstein nicht 
Gebürtigen, welche in der Jnsnrgenlenarmee dienen 
oder Dienste nehmen, sei cs als Osficiere, Unteroffi- 
ciere oder Gemeine aufgefordert, diesen nicht unicr 
dem Schutz des Bölkerrechis stehenden Dienst zu ver 
lassen. Widrigenfalls werden sie, wenn sie in Ge- 
fangenjchaft gerathen sollten, nicht als Kriegsgefan 
gene behandelt werden, gcz. Hansen. Christian Glud. 
„Ein Ende", erklärt die „Bellmgsche", „solle der Aus- 
rührerkrieg schon bekommen, gleichwie er zu Ende ge 
bracht ist m Baden und Sachsen und anderen deut 
schen Staaten!" (H, N.) 
„Faedrelandet" bemerkt, daß dieser Erlaß sehr lpät 
komme, so wie, daß er keine rückwirkende Kraft haben 
könne, da die Fremden ihre einmal eingegangenen 
Verpflichtungen nicht lösen könnten. 
DenLfchêMà 
Berlin, den 1. August. Heinrich von Gagern 
beglebt sich morgen mit' dem Frühzuge nach Kiel. 
Er hat sich nicht bereits, wie ein hiesiges Blatt ge 
meldet, entschieden, in den Milltairdienst der Herzog- 
thnmer zu treten. Keinem Rufe folgt er. Er ist 
aber entschlossen, der Statthalterschaft seine Dienste 
anzubieten, wo^ und wie nur immer sie zu verwenden 
jesii werden. Die schleswig-holsteinische Sache iden- 
tisicrrt sich mit der deutschen und nur mit Wehmuth 
blicken wir auf den König von Preußen, weicher an 
der durch seine Regierung zu Grunde gerichteten 
Union festhalten will. (H. N.) 
Hau-.eln, den 31. Juli. Ein Ofsicier des hier 
garni,onirenden zweiten leichten Bataillons (Lieute 
nant Bansen), welcher vor Kurzem um Abschied nach 
gesucht hatte, um in schleswig-holsteinische Dienste 
zu treten, benutzte einen kurzen Urlaub, um nach 
Holstein abzureisen. Am 23. d. M. erging a» ihn 
die Ordre des Commando's, sofort sich wiederum bei 
seinem Bataillon zn stellen. Er machte indeß die 
Schlacht bei Jdstedt mit und ist jetzt verwundet wie 
der in hiesiger Garnison eingetroffen. 
Hamburg, den 2. August. Die Theilnahme 
in unserer Stadt an dem Schicksal der Herzogtümer 
ist ebenso allgemein als lebhaft. Auf allen Seiten 
zeigt sich der rühmlichste Wetteifer, den bedrängten 
Brüdern im Norden in jedweder Beziehung hüifreiche 
Hand zu leisten und ihnen zugleich den Beweis zu 
liefern, daß Hamburg seine Interessen mit den ihrigen 
auf das Engste verknüpft hält.. Heute Abend wird 
uns die Mittheilung, daß von den Ossicieren unseres 
Contingents, welche ihren definitiven Abschied gefor 
dert haben, um in die schleswig-holsteinische Armee 
einzutreten, derselbe folgenden Herren bewilligt ist: 
Lieut. Lorenzen, Lieut. Feldtmann, Lieut. Jantzen, 
Lieut. Görbitz. Schon gestern Morgen ist der hier 
früher in Diensten gestandene Lieut. Brinckmann als 
Hauptmann im 4. schleswig-holsteinischen Bataillon 
nach Rendsburg abgegangen. Nach dem in der Bei- 
läge der gestrigen Numiner „Hmbrg. Nachr." ver- 
öffentlichten Verzeichniß sind bei dem einen der beiden 
kiesigen Hülfscomitven für Schleswig-Holstein bis 
zum 30. Juli eingegangen Bco. wĶ 7445 und Crt. 
ş 12,392 7(4 /J, also zusammen über 22.000 mķ Crt. 
Bei dem andern Comite sollen eingegangen sein über 
Crt. rnķ 6000. Ein gestern von den Arbeitern der 
Fabrik des Hrn. H. E. Meyer jun. auf dem Elbpa- 
vlllon gegebenes Concert soll über 1000 »ķ tinge* 
bracht haben. Ein Concert in der Wallballe von 
Hrn. Canthal brachte 312 n$ 5 ß, eine Darstellung 
der Hren. Cassidy et Eo. 178 irĶ 4 ß u. s. w. In 
einer hiesigen Bierballe der „Himmelsleiter", sind dem 
Vernehmen nach in wenigen Tagen circa 95 nĶ in 
einer Büchse gesammelt. Ähnliche Bemühungen sind, 
wie wir hören, auch an anderer Orten mit dem besten 
Erfolge gekrönt worden. (H. N.) 
Innsbruck in Tyrol. Hier wird an der Uni- 
versuät eine Sammlung für die Schleswig-Holsteiner 
veranstaltet, an deren Spitze einige Professoren stehen 
und die bis jetzt guten Erfolg hatte. 
Schleswig-Holstein. 
— Bon neuen Handlungen und Hülfsvereinen 
wird aus Fürstenwalde^ Stettin (l400Thlr.), Hetdel- 
bcrg (5000 fl.). Stralsund, Arnsberg, Düsseldorf, 
Leer, Osten, Eldagsen u. s. w. berichtet. Auch in 
Jnsbruck wird nach dem „W. N. B." an der Univer- 
sität eine Sammlung für die Schleswig-Holsteiner 
veranstaltet, an deren Spitze einige Professoren stehen, 
und die bis jetzt guten Erfolg hatte. Der Redaction 
der „Regensb. Ztg." sind unter Andcrm von Jeman 
den für Schleswig-Holstein 6 fl. zugekommen, als 
Erspartes „für 144 Halbe Bier, die der Einsender 
in einem halben Jahre weniger trinken wird." Zu 
gleich mächt derselbe folgenden Vorschlag: Wie war's, 
wenn sich ungefähr 1000 Biertrinker hiesiger Stadt 
stilljchweigend verbindlich machten, sich einmal selbst 
beherrschen zu wollen, der schleswig-holsteinischen Sache 
wegen täglich nur um eine halbe Maß Bier weniger 
zu trinken als bisher und dafür 2(4 Kr. zurückzu 
legen? Es würde damit, ungerechnet des Sonntags, 
an welchem kein Opfer verlangt wird, der Einzelne 
für die 6 Werktage 15 Kr., sonach für 4 Wochen 
1 fl. erübrigen und die Gesammtheit solch wack'rer 
Männer monatlich 1000 fl. den braven Schleswig- 
Holsteiner» zusenden können. Für dieselben ist wahr 
lich schon so viel getrunken und gesungen worden, 
daß füglich auch einmal wenigstens das Trinken zu 
deren Wohl ermäßigt werden könnte. Einer derar 
tigen Verbindung stände auch im Vereinsgesep nichts 
entge-gà. UW wenn nun. vollends ein derartiger 
Verein Nachahmung. durck, àâ Bayern sändp, Das 
ein Nachahmung, durch geuft 
eiste. UntksHtzunFt^ ' "
	        
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