liches, leider noch nicht im entferntesten ermitteltes
Miasma in der Lust scheint doch dabei vorhanden
zu sein; denn es ist auch hier wieder die Beobach
tung gemacht worden daß gerade in der Zeit wo
die Krankheit am ärgsten wüthete, die nicht minder
räkhielhafte Kartoffclkrankheit urplötzlich sich zeigte.
Es kam vor, daß bas Kraut ganzer Felder derselben
in einer Nacht völlig schwarz ward, ohne daß man
an den Knollen selbst eine Veränderung bemerken
konnte; allein schon 24 Stunden genügten auch diese
dermaßen zu zerstören daß mehr als die Hälfte der
selben ungenießbar ward.
Ş ch l e s w i g - H o l st ei n.
Von der Eider, den ll. August. Der Ma
jor v. Neergaard, der bisher in Eckernförde mit Hu
manität regiert hat, scheint diesem System abhold ge
worden zu sein. Die Requisitionen an Lebensmit
teln und namentlich auf Wagen aus dem Schwan-
sencr District übersteigen fast die Kräfte der Einge
sessenen. Um die Geneigtheit der s. g. kleinen Leute
zu gewinnen, wird der sehr hoch gestellte Tagelohn
für Schanzarbeiter je. auf den betreffenden Guts
herrn des.Arbeiters und zwar bei Vermeidung so
fortiger militärischer Execution angewiesen. Dem
Veinehnun nach sind der Kaufmann Martini und
der Lkadisecrettr Bong-Schmidt nach Schleswig ab-
gesübrt, der Bürgermeister Langbeim ist, wie immer
auch bei den Dänen ganz 9iuU.
(B. H.)
..ltvncii. ten 14. August. Durch viele deutsche
Zeitungen gingen verletzende Nachrichten über die
Haltung des 13. Bataillons in der Schlacht bei Jd-
stedt. Wir haben aber Gelegenheit gefunden, genaue
und in Bezug auf Wahrhaftigkeit verläßliche Erkun
digungen über diese Angelegenhelt einzuziehen, welche
das Bataillon von del ihm zur Last gelegten Schuld
ziemlich freisprechen, wenn auch vielleicht Verstöße
in der Ausführung höherer Befehle vorgekommen
sein mögen. Das Bataillon wurde, wie wir hören,
gegen 5 Uhr Morgens vom Krüderholz, commandirt,'
Idstedt mit dem Bajonett zu nehmen. Dieses wurde
ausgeführt und das Bataillon wurde dann über
Id sie dt hinausgeführt. Hier wurde der Fehler ge
macht, daß keine Tiralleur vorausgeschickt wurden,
jo daß die dichte Colonne plötzlich in dem Hohlwege
zwijchcn einer Anhöhe zur Linken und der Mündung
des Langsecs zur Rechten, dessen Ufer von den Dä
nen belebt waren in ein furchtbares Kreuzfeuer ge-
rietb, das allerdings, zumal bei der Ueberraschung
eiiien lischt ganz geordneten Rückzug veranlaßte. In
des; sonnte das Bataillon doch später wieder "zur
D.ckiliig zweier halben Batterien verwendet werden.
Gegen Mittag „ahm cs noch einmal Idstedt, mußte
es aber später wieder veilassen, da es bei der be
kannten Schwäche des Centrums nicht ganz unter-
stunt iverden konnte. Bei diesem Rückaang sammelte
es sich hinter dem 15. Bataillon, deckte aber später
wieder in dem Kreuzweg von Neuberend und Berend
eine Bakterie.
Ein sicheres Zeichen, daß das Bataillon sich keine
strafbare Pflichtwidrigkeit im Dienste des Vaterlan
des zu Schulden kommen ließ, beweist der Umstand,
daß das Generalcommando weder eine Strafe über
dasselbe verhängt bat, noch einen energischen Tadel
dasselbe in einem Armeebefehl oder Bericht ausae-
sprochen. Alle Zeitungsgaben in Beziehung auf
Bestrafung des Bataillons sind unwahre Erfindung
Uebrigcns mag nicht jeder in dem Bataillon die
höchste Aufopferungsfähigkeit gezeigt haben, wie sie
unsere heilige Sache verlangt. Das Bataillon hatte
eine der schwierigsten Stellungen, und es giebt manche
alte Reservisten darin, welche von manchen unserer
siebzehnjährigen Jünglingen Urnen könnten, daß das
Leben eher Last als ein werthvoller Gegenstand ist
wenn dem Vaterland von fremder Barbarei Knecht-'
sckaft droht. Von diesen Reservisten im 13 Ba
taillon sind einige über Hals und Kops nach Rends
burg gerannt, und indem sie die erste Nachricht von
der unglücklichen Schlacht mitbrachten, haben sie
wahrscheinlich auch Veranlassung gegeben, die Nro.
>3 auf ihren Achsclblätterii in einen bösen Leumund
zu bringen. Hoffen wir, daß in der nächsten Schlacht
Nummer 13 einen um so größeren Treffer machen
wird.
—, vom 15. Aug. In der heutigen 12. Gene
ralversammlung der Altona-Kieler-Eisenbahnqesell
schaff sind folgende Beschlüsse gefaßt worden:
1) Antrag der Direction und des Ausschusses
betr. eine Beschlußnahme der Generalversammlung
darüber, daß die projectirte Alkonaer-Lübecker Zweig
bahn als eine Zweigbahn der Altona-Kieler Bahn
zu behackten sei, ist mit 365 gegen 14 Stimmen
angenommen worden. 2) Antrag der Direction und
des Äusschusses in Betreff Erbauung einer Zweig
bahn von Altona nach Lübeck Seitens der Altona-
Kieler EisenbahngeseUschaff ist mit 311 gegen
Stimmen angenommen worden. 3) Antrag derse -
den. über Modification des § 34 rws Statuts in
Betreff des Ausschusses der "Berlingscken Zeitung"
von denjenigen Blättern, in welche Bekanntmachungen
zu insertren sind, ist angenommen.
Außerdem wurden Anträge gestellt: l) Auf eine
Verbindung des Alkonaer mit dem Hamburger Bahn
höfe. 2) Auf freie Beförderung der Actionäre von
Kiel nach Altona an den Tagen der Generalverr
fammlung, unter Hinweisung auf das Beispiel eng
lischer und sächsischer Bahnen. Beide Anträge wur
den der nächsten Generalversammlung vorbehalten
(N. fr. Pr.)
Aus dem Holsteinischen, den 14. Aug.
Zu meiner Verwunderung erfahre ich, daß der erste
Prälat in den Herzogthümern und Vorsiüende der
Ritterschaft, der Graf Marcus Moltke-Grünholz in
Itzehoe, sich kurz vor der dänischen Occupationdes Her
zogthums Schleswig nach seinem im Scbwansen be-
legenen Gute Grünholz begeben hat und entweder
noch gegenwärtig weilt oder sogar direct in das
dänische Lager übergegangen ist. Ob die schleswig-
holsteinische Ritterschaft sich dabei beruhigen kann,
daß ihr Präses, freiwillig oder unfreiwillig, im Fein
deslager sich befindet, ob sie nicht für eine ander
weitige Leitung ihrer Angelegenheiten sorgen muß,
wird ihre Sache sein zu beurtheilen. Bei der be
kannten Denk- und Handlungsweise des Herrn Grafen
Magnus Moltke aber, die' ihn schon 'längere Zeit
nach Berlin und in die Gesellschaft des noch be
kannteren Baron Blome führte, sowie sie ihm s. Z.
jene bedenkliche Broschüre über die Bedingungen
des Friedens entlockte, bei seinen sonstigen Antecc-
tien und seiner verwandschaftlichen Beziehung zu
dem Grafen Carl Moltke-Rütschau, seinem Bruder,
der die „theuren" Geschenke semes hohen Gönners,
des rus|i|cben Zaren in dessen Auftrage an die dä
nische Unterstützungscommission einsendet, darf das
Land nickt glcickgülkig bei dieser Entdeckung bleiben.
Seine diplomatischen Bestrebungen können, auch wenn
er selbstverständlich ohne Vollmacht und als Privat
Person handelt, Schleswig-Holstein unter den der-
maligen Zeitverhältnissen nur gefährlich werden. Es
wäre daher sehr wünschenswerth, über seinen gegen
wältigen Aufenthalt und sein Treiben Näheres ver
öffentlicht zu sehen. (H. N.)
Kiel, den 17. August. Gestern hatten wir vor
der Mündung des Hafens wieder einmal das Schau
spiel eines Seegefechts zwischen einem Theil unserer
Flottille und einem dänischen Kriegsdampfer (wahr-
lchetnlich dem „Eideren"). Der Lieutenant Dillmann
war mit dem Dampfschiff „Löwe" und 4 Kanonen
böten ausgelaufen, um zu recognosciren. Bei Bülk
traf er den dänijchen Dampfer und beschloß, da die
Windstille den weiter in See hinaus liegenden „Skjold"
hinderte, sich zu nähern, einen Angriff zu versuchen.
Um 5 Uhr siel der erste Schuß vom „Löwen", die
Kanonenböte folgten lind der Däne erwiderte in
lehr energischer Welse. Später kam von unserer
Seite, noch der „Bonin" hinzu' jedoch ohne Geleqen-
heit smdcn zu rönne», sich aus wirksame Weise in
das Gefecht zu mischen, er mußte sich darauf be-
schränken, aus ziemlich-großer Entfernung den Dä
nen durch einige Schüsse seine Gegenwart zu decu-
mentiren. Ungefähr drei Stunden dauerte die Affaire
Sckuß auf Schuß wurde gewechselt (das Boot No.
7 bat z. B. 87 Schüsse gethan), ohne daß man be
merkte, daß Einer der streitenden Theile erheblichen
Schaden litt. Die eintretende Dunkelheit zwang
endlich, das Gefecht abzubrechen. Nach der Aussage
der Ofsiciere haben sich unsere Mannschaften, von
denen der größte Theil zum ersten Mal ins Gefecht
kam, wacker und kaltblütig benommen; „Schleswig-
Holstein" singend kehrten sie zurück. Unser Verlust
beträgt 2 Todte und 3 Verwundete; 2 Kanonen
böte sind etwas beschädigt, auch der „Löwe" hat
einen Schuß durch den Bug. Ueber den Verlust
des Feindes verlautet Nichts.
Eine Correspondenz der „Nd, Fr. Pr." hierüber
lautet folgendermaßen:
Am 16. Abends ist bei Kiel ein Zusammenstoß
schleswig-holsteinischer Kriegsfahrzeuge mit dänischen
vorgefallen. Unser Dampfschiff Löwen hat mit drei
Kanonenböte No. 7, 10 und einem dritten bei Wind
stille eine Recognoscirung vorgenommen und hat sich
bald ein Gefecht mit dem Skjold, einem dänischen
Kriegsdampfschiffe und mehreren Kanonenböten ent
sponnen. Nachdem Skjold sich sogleich hat weg
schleppen lassen, haben, als der Bonin mit noch 4
Kanonenböten hinzugekommen, die dänischen Schiffe
das Weite gesucht.
Das Dampfschiff Löwen hat eine Kugel erhalten,
und eine Bombe ist in der Kajüte uncrepirt gefunden.
Auf dem Kanonenboot Nr. l0 ist eine Bombe ge
fallen, sofort aber von der Besatzung mittelst Matten
ausgenommen und über Bord geworfen worden, Vom
letzteren Boote ist der Officier Bürow mit der Mann
schaft bis auf 4 abgegangen, welche Letztere die Be-
seiffgung der Bombe bejorgt haben. Unsererseits sind
2 Todte und 3 Verwundete auf dem Kanonenboote
Nr. 7 gewesen.
Aus dem dänischen Damfschiffe soll der Kessel
beschädigt sein.
Altona, den 18. August. Der bekannte hie
sige Literat Theodor Bcacklow wird vom Polizei
amte steckbrieflich verfolgt.
Kiel, vom 17. August. Gestern fand hier eine
Sitzung des Staatsralhs statt, zu welcher die Statt
halter aus Rendsburg hierher gekommen waren. —
Es wird glaubhaft versichert, daß die Lapdesver-
sammlung sehr bald zusammenberusen werden solle.
î^r.eswrft. Die „B. H." hat von guninter-
nchteter Hand erfahren, daß die nach der Schlacht
bet Idstedt zurückgebliebenen schleswig-holsteinischen
Aerzte, unter thuen auch der Generalstabsarzt Dr.
Strohmeier, in nächster Woche über Kopenhagen
nach Holstein werden zurückkehren dürfen. Eine (eng-
ilche) Großmacht soll hierzu durch ihre Vorstellungen
beim damjchen Mmffierium günstig mitgewirkt haben.
Die Aerzte sollen bereits unterwegs sein.
In Eckeruförde ist nach den „Hamb. Nachr „
der bet Duvenstedt gefallene französische Oberst Latour
du Pin, der sich benn dänischen Generalstab befand
beerdigt worden.
Ģidet-stedt erhalten wir die Nachricht,
daß diese Landschaft schon am 17. August gänzlich
ln den Handen der Dänen war, so daß an keinen
Widerstand mehr gedacht wurde, auch die ausqe-
jchriebencn Contributlonen eingingen. Viele Ein-
rx iet ; i ud) dienende und Vermögenslose, hatten
sich nach Dithmarschen geflüchtet. Jetzt wird aber
Niemandem mehr der Uebergang über die Eider
gestattet. (Nd. Fr. Pr.)
Schleswig, den 14. August. Sie haben über
die enormen Requsttionen, die für die dänische
Armee aus Eiderstebt ausgeschrieben werden. Mit»
theunngen gemacht. Als ein Seitenstück dazu berichte
lch ^hnen, daß u. A. von dem Isten angeler Güter-
district sofort das erste Mal einige 80 Ochsen und
30 Pferde ausgeschrieben sind. — Der „Alt Mere"
theilt von hier mit, daß das comfortable Haus des
Obersten v. Fürsen-Bachman zu einer Schlächterei
eingerichtet ist; den Abfall des Fleisches überläßt man
den Einwohnern für 2 Schillinge das Pfund. Fürsen-
Bachman schloß sich bei Jinserer Erhebung inider Stadt
Schleswig mit seiner Schwadron des jetzt'von ihm
befehligten Dragonerregiments zuerst dem Prinzen
v. Noer an. Die Dänen wirthschafteten schon im
Bahre 1848 sehr eigenthümlich in seinem Hause. —
Der todeskranke Senator Christiani in Schleswig
mußte drei Tage vor seinem Ableben noch seine
Wohnung in dem alten Bischofshause räumen. Dies
letzige Schulhaus ward nämlich zu einem Lazareth
umgestaltet. Hoffentlich hat der Sterbende von seiner
unfreiwilligen Fortschaffung nichts mehr gefühlt.
(H. N.)
Flensburg, den 14. August. Der Dictator
des unglücklichen Herzogthums Schleswigs hauset
fürchterlich. Sie haben in Ihrem Blatte bereits des
Erlöstes erwähnt, durch den die adeligen Güter be
fehligt werden, die (schon berichtigten) Steuern nach
zuzahlen. ^ Dieser Erlaß betrifft nicht bloß und haupr-
sachlich die s. g. Contribution für die ersten beiden
Quartale des lausenden Jahres, sondern auch sämmt
liche sonstige Steuerrückstände aus dem vorigen Jahre;
zugleich wird die Zahlung der Executionskosten (aus
der „Landesverwaltungs" - Periode) verlangt. Von
welcher Bedeutung das ist, werden Sie ermessen
wenn Sie hören, daß u. A. ein Paar Güter an der
Schlei dabei mit etwa 16,000 mĶ betheiligt sind.
(Die erwähnten Executionskosten betragen reichlich
700 mĶ.) Da die Mehrzahl der Besitzer jener Güter
außer Landes ist, so wird es sich zeigen, wie weit
Herr Tillisch und seine Creaturen vorgehen werden
wenn nicht innerhalb der vorgeschriebenen Zahlungs-
ftist das Geld herbeigeschafft wird. (H. N.)
In einem über Kopenhagen angelangten, aus
glaubwürdiger Quelle stammenden Privatbrief aus
Flensburg wird mitgetheilt, daß in jüngster Zeit
(seit der Besetzung der Stadt' durch die Dänen) wie
der die Gräber der dort ruhenden deutschen Krieger
(u. A. das des Obersten St. Paul) zerstört. Grab
steine aus der Erde gerissen worden seien u. s. w.
Aus Tonder» erfährt man, daß das^'änische
Militär, welches hier zuerst eingerückt ist, sich gut
benommen hat. Die nachfolgende Horde hat aber
entsetzlich gewirthschaftet. Sie hat unter andern
deutschgesinnte Einwohner an Bäume gebunden und
geschlagen. Der bekannte Graf Arthur Reventlow
beherrscht die dortige Gegend, er figurirt als Amt
mann des Amtes und als Oberpräsident in der
Stadt.
In Rendsburg eingetroffene Flensburger —
von dort verwiesene Deutsche — bringen folgende
Nachrichten von Interesse: Herr Tillisch hat bekämt-
!ich vor Kurzem diejenigen Nordschleswiger, die in
der dänischen Armee dienten und im vorigen Jahre
pernnitlrt, nicht wieder sich eingestellt hatten, zur
bahne einberufen. Dieselben wurden zur Einkleidung
nach Sonderburg geschafft, wo sie indeß bereits ihren
Unwillen, zu dienen, nicht undeutlich kund gaben.
Von Sonderburg schickte man sie zunächst nach Flens^
bürg, und hier kam^es unter ihnen zu einem förm
lichen Aufstande. Sie erklärten dem S.adtcomman-
danten, „für das Casino-Ministerium" nicht die Waf
fen führen zu wollen. Die Sache ward so arg. daß
ihrer 64 in Arrest ge,andt nnd der Oberqenerak
Krogh, nebst Hrn. Tillisch in eigener Person, von
Schleswig ^nach Flensburg eiligst berufen werden
mußten, tote beide haranguirten die Truppen stell
ten ihnen vor, wie sie ja doch lediglich für ihren
guten König" kämpfen sollten, verwiesen es vor der