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? u Dänen sich in Tönning festgesetzt, hauptsächlich,
»>>e es scheint, um die Beitreibung der über die
"andschaft Eidcrstedt verhängten umfangreichen Re
quisitionen zu beaufsichtigen und zu vermitteln. Die
Ņder-Uebergänge bis nach Vollerwieck hinunter Wer
sen von ihnen bewacht und seit Sonntag (den 18ten)
Ģ> so viel ich weiß. Niemand über die Eider ge-
'»Minen, bis dahin aber eine große Anzahl von Be
sten, so wie von jungen Leuten, die sich fürchten,
»er dänischen Trommel folgen zu müssen. Von den
mimischen Penaten vertrieben, wird man trübe ge-
mmmt, sehnt sich dahin zurück und sieht daher leicht
Marz. Allein, hätte denn nicht wirklich Friedrich
stadt, der Schlüssel des westlichen Schleswig, der Ein-
8ang zu den reichen deutschgesinnten Marschen, län-
Zer gehalten werden können, ja werden müssen? Dort
Mn die feindliche Flotte nicht cooperiren; die Mar
schen, wo dereinst die dänischen Heere oft unterlegen
stud, bieten für eine kleine Armee ein günstiges Ter
min für die Vertheidigung; die Verbindung mit
Rendsburg ist offen zu halten, Der Westen scheint
stur die Kriegführung überall nicht gehörig gewürdigt
worden zu sein. Doch, man verzeihe dem Unmuts)
'Md der Sorge eine kritische Randglosse, die aus
dem Munde des Laien allerdings aus Beachtung
'einen Anspruch hat. Möge bald" ein Gestirn sauf-
Zehen, in dessen Lichte die Zukunft auch mir wieder
steundlicher erscheint!" . (H. N.)
Altona den 22. August. In Folge höheren
suffrages ist vor einigen Tagen der hiesige Fabri-
Mt Charles Heine verhaftet worden wegen nach
Dänemark geführter Correspondenz. (Fr. Pr.)
Nach in Berlin eingegangenen Nachrichten, schreibt
»le „Voss. Ztg.", zeigen sich im dänischen Heere wie-
»orkehrende Symptome der Unzufriedenheit. Es ist
»or ewigen Tagen vorgekommen, daß 100 Mann
stch weigerten, die Vorposten zu beziehen. Sie wur
den in Folge dessen nach Kopenhagen zur Untersuchung
beschickt. — Von dem bei Duvenstedt gefallenen
Nanz. Oberst du Pin waren wenige Tage vor dem
Gefecht Briefe an seinen hiesigen Freund eingegan-
Ze>u Es geht daraus hervor, daß du Pin anfangs
^schlossen gewesen war, in die holsteinische Armee
j u treten. Er lobte das holsteinische Kriegsverfah-
M und war den Dänen bei Beurtheilung ihrer
militärischen Einrichtungen nicht eben günstig.
^ Sonderburg, den 20. August. Der„Danske
erzählt, daß es in den Straßen Sonderburgs
?on Russen aller Farben, von dänischen und von
Mswigschen neueinberufcnen Soldaten wimmele, die
dRs das Gemüthlichste fraternisirten (!)
... Von unterrichteter Seite wird den „H. N." aus
Schleswig mitgetheilt: Der nur zu bekannte Con-
ffenzrath Scheel ist mit seiner Familie (mit Sack
s»d Pack) wieder in Schleswig eingezogen, und hat
si'N Haus wieder bezogen. — Der oft erwähnte Can-
Mat der Theologie, der wegen Unterlassung der Für-
Me für den König mit btägigem Gefängniß bestraft
heißt Martens; er hat sich darauf berufen, daß
ihm als Candibaten nicht zustehe, das Kirchenge-
U abzuhalten. Bei seiner Weigerung verharrend,
er zum zweiten Male bestraft und dann nachKo-
şiähagen weggeschleppt. -
Rendsburg, den 22. August. Bon den in
oìensburg durch Herrn Tillisch abgesetzten Beamten
Matten der Bürgermeister Callisen 6000 Mrk., der
Mizeimeisier Niemann 4800 Mrk. und der Zvll-
Usirer Kirchhof 3750 Mrk. Wartegeld; in pecuniäre
Mrängniß sind die genannten drei Herren also
» ,’ v lUlllJlUp I III V VI
^Reswegs gerathen.
(H. N.)
^le Erlebnisse des Herrn W. v. Krogh
von Grafenstein unter den Dänen.
(Ans den „Hamb. Nachr.")
, Da die deutsche wie die dänische Presse sich mehr-
öch in verschiedener Richtung mit meiner in der
Mcht zwischen dem 23sten und 24sten v. M. zu
Mafenstein erfolgten Gefangennahme und meiner
Mhanblung während der Gefangenschaft in Kopen-
"oZen beschäftigt hat, ich auch von mehreren Seiten
^gefordert worden bin, meine Erlebnisse zu ver
mutlichen, so will ich, aus die Gefahr hin, das
/sinde Publikum mit der Wiederholung manches
mti Veröffentlichten zu ermüden, in Nachstehendem
Mm Wunsche entsprechen.
. Ich bin während der Dauer des noch obschwe-
Mden Krieges Privatbeamter und mit der Admini-
Pationder grafensteinischen, Sr. hochfürstlichenDurch-
Mcht dem Herzoge zu Augustenburg gehörigen Güter
Auftragt gewesen, und hat mein hoher Herr Voll-
Mchtgeber, mit Rücksicht darauf, daß sehr häufig
2 Communication mit Grasenstein ihm erschwert
gar unmöglich gemacht wurde, mir über mein
Ehalten, sowohl den verschiedenen hiesigen Regie-
M.gsbehörden als den Dänen gegenüber nur die
instruction ertheilt, dasi ich nach Conduite zu han-
Un habe. Wer daher weiß, mit wie warmer Liebe
A Meinem Vaterlande und mit wie tiefgefühlter
^ägebung ich dem Angustenburger Hause anhänge,
J*** begreife i, wie schwierig unter diesen Umständen
" Meine Lage gewesen ist.
a , Ich will mchss weiter in die Vergangenheit zurück-
und mich an die jüngst vergangene Zeit hal
ten, indem ich hervorhebe, daß, als der König von
Preußen mit der königlich dänischen Regierung Frie
den schloß und es verlautete, daß die Regierung der
Herzogthümer dem geschloffenen Frieden nickt bei
treten wolle, wir daher täglich im Norden des Her
zogthums Schleswig den Einmarsch der Armee er
warten konnten, für mich die Frage entstand, ob ich,
aus meinem Posten bleibend, mich der Gefangen
nahme aussetzen, oder meinen Posten verlassend,' den
einmarschirenden Dänen die Administration der mir
anbetraueten Güter in die Hände geben wollte. Die
Entscheidung konnte mir nicht schwer fallen; ich be
schloß zu bleiben, um dem Herzoge wo möglich die
Einnahme von dem in Rede stehenden kleinen Theile
seiner Güter zu erhalten. WolUe ich aber Liesen
Zweck erreichen, so war es durchaus nothwendig, daß
ich mich m jeder Weise der bestehenden Gewalt fügte
und konnte ich, wenn ich dieses that, nach aller
menschlichen Wahrscheinlichkeit auch nicht bezweifeln,
daß es mir gelingen würde, mich ans meinem Posten
zu erhalten, da dänischerseits durch das bekannte
Manifest allgemeine Amnestie zugesagt ward und der
commandirende dänische General gleichzeitig erklärte,
daß er nicht gegen Meinungen Krieg führe, und Je
der, der sich in die Verhältnisse füge, von der däni
schen Armee nichts zu befürchten habe, während es
klar auf der Hand lag, daß der sich ruhig verhal
tende Bewohner des nördlichen Schleswig nicht da
für verantwortlich gemacht werden konnte, ob die
Statthalterschaft sich dem preußischen Frieden an
schlösse oder nicht.
So standen die Aussichten für die Zukunft, als
man am 16. v. M. die dänische Armee in das'Her
zogthum Schleswig einrücken sah- kurze Zeit ge
nügte jedoch, um mir zu zeigen, daß mein Vertrauen
aus die jenseitigen Versprechungen ein vollkommen
irriges gewesen. Denn obgleich ich
1) zur vollkommenen Zufriedenheit des dänischen
Militärs für dessen Bequartierung sorgte
2) dasselbe auf eine in unserer Gegend trotz aller
Kriegsdurchzüge noch nicht dagewesene "Weise
mit Fuhren und Magazinlieserungen versah
3) es wenigstens duldete, daß meine Unterbeamie
die Beurlaubten zur Armee einriefen mb
4) auf .desfällige Anforderung die rückstänbiaeu
-steuern zum Belaufe von 9479 Mk 47 "ßi
Cour, bezahlte, derentwegen ich schon früher mi-
lttärijche Execution gehabt hatte, und die länger
zurückzuhalten mir nicht möglich war. da im
Weigerungsfälle die sofortige Sequestnruiig der
Güter angedroht worden war,
ward ich in der Nacht zwischen dem 23sten und 24.
v. M. von dem neu ernannten Polizeimeister Gar-
lieb aus Flensburg und dem constitu'.rten Iustlirarius
Ravn m Grafenstein in Begleitung'von vier Poli
zeidienern arretirt, und zwar in Folge direcrer Ordre
des Regierurgscommissairs des Herzogthums Schles
wig. Bon diesen wurde ich in derselben Nacht an
die Militärbehörde in Sonderburg abgeliefert und
dort aus dem Schlosse in Haft gehalten,, woselbst ich
drei Tage verblieb, ohne Grund zu hüben, den he-
wandten Umständen nach über die mir dawiderer-
fahrene Behandlung zu klagen; vielmehr muß ich
es dankend anerkennen, daß mir von unbekannter
Hand Geld und sonstige Unterstützung angeboten ward.
Am Listen Morgens 5 Uhr ward ich mit einem
Militär-Commando, bestehend aus einem Sergeanten
und zwei Mann, auf das Dampfschiff „Vesper" ge
bracht und gingen nun meine Leiden an. Ich ward
als Deckspassagier eingeschrieben, obgleich ick hinrei
chend mit Geld versehen war, und dem Capitain
in der Meinung, daß ich auf dem ersten Platze ge
ringeren Unannehmlichkeiten ausgesetzt sei, Zahlung
für diesen Platz anbot. Ich hätte jedoch bald Ge
legenheit, mich davon zu überzeugen, daß es in Däne
mark entschieden vorzuziehen ist, als Deckspassagier
zu fahren, und daß ich daher mein Geld für den
ersten Platz wahrichemilch sehr nutzlos würde ausge
geben haben; denn meine Mitpasjagiere auf dem
Deck liegen mich in Ruhe, während die Passagiere
der ersten Cajüte ihren Witz bis aufs Aeußerste aus
beuteten. um mich durch fortgesetzte Verhöhnung
moralisch zu tödten. Es regnete mit Intervalle» in
Strömen, mir ward^aber nicht erlaubt, gegen den
Regen unter Deck schütz zu suchen, und" die In-
tervalle benutzte man, um mich gewissermaßen als
Wirdes Thier sehen zu lassen, an allen Anhaltspunc-
ten ward ich den neu hinzugekommenen Passagieren
vorgezeigt und fast Jeder versuchte fein Müthchen
an mir zu kühlen. Man erzählte mir, daß ich kei
neswegs hübsch jei, daß ich einen widerlichen rothen
Bart hatte, daß mir aber auch nur kurze Zeit
bliebe, um mich der weltlichen Eitelkeit hinzugeben,
da ich sehr bald um einen Kops kürzer gemacht wer
den sollte, obgleich nicht alle über diese Behandlungs-
Weise einig waren, indem manche meinten, ich müsse
gehängt werden. Alle ertheilten mir jedoch die Ver
sicherung, daß sie alles thun würden, um mich dem
einen oder andern Schicksale entgegen zu führen,
und graue Väter führten ihre Frauen und Kinder
hm, um ihnen Gelegenheit zu geben, mich vor mei
nem nahe bevorstehenden Ende noch zu beschauen.
Besonders zeichneten sich die am letzten Anhalts
punkte an Bord kommenden Passagiere ersten Ran
ges aus und wird das Schiffsjournal mir hoffent
lich noch einmal Gelegenheit geben, die nähere Be
kanntschaft dieser Herren zu machen. Je-'grSßere
Unempfindlichkeit man gegen diese Verhöhnunaen
zeigte, um so länger hielten dieselben an. und es
endigte oft damit, daß ich mittelst Zerre,>s in den
Haaren gezwungen wurde, der Gesellschaft meine
Aufmerksamkeit zu widmen. Endlich landeten wir
bei der Zollbude in Kopenhagen und ich ward, ob
gleich ich bat, ans dem Dampfschiffe bleiben zu dür
fen, bis der in Folge der an dem Tage eingetroffe-
neu Siegesnachrichten bei der Zollvnde versammelte
Volkshaufe sich verlaufen haben würde, zuerst ans
Land geführt, und zwar in Begleitung des gedachten
Militär-Commandos. Man rief sofort' aus dem
Volkshaufen, daß ich ein Spion sei,, und mußte ich
mich gleich in die kleine Wache bei der Zollbud.
flüchten. Hier ward ich von meiner Ankunft aver-
tirten Polizeibeamten übergeben, und versuchte man
es, mittelst Schließung der Thore den Voikshaufen
unschädlich zu machen. Ich ward mit eurem Yoli-
zeicommissair in eine Droschke gesetzt und auf Um
wegen weggeführt. Das Volk ließ sich aber nicht
täuschen, und wir wurden, als wir die große Straße
wieder betraten, sofort von einer Menschenmenge
umringt, die mit endlosem Geschrei den Wagen ver
folgte und endlich aus dem Königsneuinarkt cs er
reichte, denselben anzuhalten. Der Polizeicommiffair,
that entschieden seine Pflicht und versuchte das Volk'
zu beruhigen; Alles war aber vergebens, dir Fenster
der Droschke wurden zerschlagen, die Droschke ward
umgeworfen und wir wurden, trotz aller Gegenwehr,
herausgezogen. Sowohl der Polizeicommiffair als
ich erhielten sofort mehrere Schläge; es gelang uns
jedoch mit Beihülfe einiger Vemüftigcn "durch An
wendung physischer Gewalt mit zerrissenen Kleidern
die Hanptwache zu erreichen und ich glaube, daß
eben nur die Masse der versammelten Menschenmenge
mich rettete, weil Alle an dem Vergnügen Theil
nehmen wollten (!) und wir deshalb durch den An
drang von hinten dem gewünschten Ziele unwider
stehlich entgegengeschoben wurden. In der Hanpt
wache wurde ich sofort arretirt und die Polizei
wagte es erst gegen Morgen, mich von da aus Um
wegen nach dem Polizeigebäude zu führen. Hier
ward ich wieder in einem gewöhnlichen Gefängnisse
untergebracht und hatte von" da an bis zu meiner
Abreise weder Stuhl noch Licht, weder Gesellschaft
noch die geringsten der Bequemlichkeiten, an die man
gewöhnt ist. Die Beaurten des Gefängnisses waren
höflich und zuvorkommend, schienen aber sehr bestimmte
Instructionen zu haben, die ihnen keine Erleichterung
meines Aufenthalts erlaubten. Am Wien'August
Mittags erhielt ich die Erlaubniß, mit dem Dampf
schiff Lübeck ins Ausland zu gehen, ward aber zu
gleich Landes verwiesen, und bin weder damals noch
überhaupt je während der Dauer meiner Gefangen-
Ichast von irgend einer Behörde vernommen oder
auch nur mit oer Ursache meiner Gefangennehmunq
bekannt gemacht.
Ich bin mitten in der Nacht aus meinem häus
lichen Kreise gerissen, ohne irgendwie Veranstaltun
gen hinsichtlich der mir anvertrauten Gutszeschäfte
oder meiner Privatangelegenheiten treffen zu können:
man hat sich dänischer Seils so auch der letzten Gü
ter Sr. Durchlaucht des Herzogs bemächtigt, obgleich
ich vorher vorsichtigerweise einen Anderen, für den
Fall meiner Wegsührung, mit der Administration
dieser Güter beauftragt "hatte, so daß den Dänen
auch jeder Scheingrund für die Besitzergreifung fehlt,
nachdem Seitens der Güter Alles geleistet war, was
sie verlangten.
Ich habe alle Ursache, dem Schöpfer zu danken,
daß er durch einen heftigen Platzregen mir den Weg
vom Poiizeigebäude nach dem Dampfschiffe möglich
machte.
Wilhelm v. Krogh.
Kiel, den 21. August.
* Das „Kieler Correspondenzblatt" enthielt vor
einiger Zeit eine Notiz, nach welcher in der Nähe von
Bülck mehrere Buchstaben am Firmamente gesehen
wurden; die „Reform" bringt jetzt in einem Artikel
mit der Ueberschrisi Zeichen und Wunder eine
Auslegung dieses Phanomen's, welche wir der Curio-
siiät wegen hier folgen lassen:
„Wer will sagen, daß heutigen Tages auf Erden
nicht noch Zeichen und Wunder geschehen? Ach, lieber
Gott, cs geschehen leider nur gar zu viele'und. mit
unter so grauselige, daß uns unter denselben manch
mal die Augen übergehen. Allein das ist nicht genug,
es geschehen heut zu Tage auch sogar Zeichen und
Wunder am Himmel. Wer will das bestreiten? —
Möchte es Einer? — Hinaus mit dem Zweifler, dem
Ketzer, dem Ungläubigen! — Wer darf wahnsinnig
genug erscheinen, um es 30 bis 40 christlichen und
zurechnungsfähigen Personen abzusprechen, daß sie
von Laboe aus am 28. v. M. Abends gegen halb
zehn Uhr eine der allermerkwürdigsten Erscheinungen
am Himmel wahrgenommen? Und was sie wahrge
nommen, waren das etwa keine Wunderzeichen over
Zeichen und Wunder? Sie sahen anscheinend über
dem Büiker Gehölz haushoch 6 Zeichen in der nicht
zu bezweifelnden Form der 6 lateinischen Buchstaoen
h X K. l> K N. Es erschienen diese schrifizetchen
ganz deutlich, auf einer Linie stehend, dem nnvewaff--
neten Auge anderthalb Fuß lang und ebensoweit yg»
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